Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1881)
- Date
- 1881-11-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XXII. Jahrgang. Erste Beilage?n Ar. 45 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und CorrespondenZen. Deutschland. Bamberg, 24. Oct. Die in Nummer 42 Ihres geschätzten Blattes enthaltene Mittheilung von Regensburg, die erfolgte Ausnahme eines Rabbiners daselbst betreffend, bedarf einer Berichtigung. Inhaltlich dieser Korrespondenz soll, nach der vor 300 Jahren stattgehabten Vertreibung der Juden aus Regensburg, erst seit 30 Jahren wieder eine Ausnahme derselben in dieser Stadt erfolgt sein, allein eine pjDr ni',unD cdiiddh pwn Ps? roisrn .~PN57 PJDV p“Oi n£D3 K“P’S p"pT D"l“l p"tr"l n"' pbn CetQt, daß schon im Jahre np"pn, also vor länger als 110 Jahren wieder eine Gemeinde in Regens- °>urg bestanden hat und Einsender dieses selbst traf vor sehr langer Zeit schon eine ansehnliche Gemeinde in Regensburg und lernte daselbst einen sehr würdigen pc'O yuw kennen, welcher an der Spitze der Gemeinde stand. W. Brugpreppach. Dem sechste Rechenschafts- Bericht der Talmud-Thora - Schule zu Burgpreppach für das Jahr 1880/81 entnehmen wir: Es gereicht uns zn dem aufrichtigsten Vergnügen, constatiren zu rönnen, daß unseren Wünschen in würdiger Weise Beachtung gewährt, daß unseren Bitten eine recht reichliche Erfüllung gewidmet worden. Viel kräftiger als bisher flössen die Spenden, viele neue Mitglieder wurden gewonnen; wir konnten alle übernommenen Verpflichtungen erfüllen, das Lehrerhonorar berichtigen, die übrigen mannigfachen Ausgaben befriedigen, den neuen Schulsaal, dessen Erbauung uns im vorigen Jahre von der bohen kögl. Negierung als Verpflichtung auserlegt worden, einrichten, ja wir waren zu unserer großen Freude zum ersten male in der angenehmen Lage, armen, würdigen Zöglingen eine größere Unterstützung zu gewähren. Tie neue Organisation, die Umwandlung in eine vollkommene Präparandenschule mit 3 Cursen, wie sie der Staat für alle übrigen Consessionen gegründet hat, ist zur Ausführung gelangt. Wir haben zu diesem Zwecke noch einen tüchtigen Lehrer acquirirt, der auch sofort die Genehmigung der kögl. Regierung erhalten hat. Das im Regulativ vorgeschriebene Pensum ist durch der großen Fleiß, durch die Gewissenhaftigkeit und durch die innige Hingabe der Lehrer gelöst worden, obwohl leider eine Unterbrechung von 7 Wochen in dem Unterrichte im vorigen Winter eintreten mußte. Infolge der hier herrschenden Maserepidemie mußten nämlich ans Anordnung der Behörde sämmtliche hiesige Schulen geschlossen werden. ^Tie Frequenz der Anstalt hat sich wieder erhöht. 02 Schüler haben dieselbe besucht. 2 Zöglinge traten während des Jahres aus, der eine ans Anrathen des Arztes, der andere, weil das Lehrerkollegium zur Ueberzeugung gekommen, der Knabe sei so gering talentirt, daß er das Ziel, welches ihm gesteckt, nicht erreichen könne. Wir wurden wiederholt aus verschiedenen fremden Ländern ersucht, Knaben, die in ihrer Heimath die Ausbildung, wie sie die Eltern wünschen, nicht erlangen können, Ausnahme in unsere Anstalt zu gewähren. So haben wir in der That einen Knaben aus Paris ausgenommen, einen andern von dort, der sich noch in zu zartem Alter befand, zurückgewiesen, einem dritten aus derselben Stadt Zusage für das nächste Semester gewährt, ebenso einem Jüngling aus Rew-1)ork. Der Ruf der Anstalt beginnt bereits sich weit über Deutschlands Grenzen hinaus zu verbreiten. Wir glauben die Bescheidenheit nicht zu verletzen, wenn wir schließlich bemerken, daß wir das uns gesteckte erhabene Ziel unverwandt im Auge behalten haben und daß uns der Gedanke an dasselbe sowohl beim Unterricht als in der Handhabung der DiSciplin stets geleitet hat. Die gewonnene Resultate dürften hierfür einen sehr beredten Beweis liefern. Unsere Zöglinge, die behufs ihrer Weiterbildung sowohl israelitische als Sinnlltanseminare besuchten, gehörteit bis jetzt iunner mit sehr geringer Ausnah nie zu beit besten Schülern jener Anstalten. So haben erst in vergangener Woche acht von unfern Schülern die Prüfung zum Eintritt in die israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg, welche von dem kngl. Seminardirector Herrn Huber geleitet wurde, mit gutem Erfolg bestanden; sie erhielten die sieben ersten Plätze und auch der achte erhielt noch Note II. d. i. gut. Ein sehr gebildeter Mann, der früher selbst Lehrer gewesen, schrieb uns vorige Woche folgendes: „Mein Sohn, der 3 Jahre in Ihrer musterhaften Anstalt gewesen, hat sich unter Ihrer liebevollen Leitung so herangebildet, daß die Seminarlehrer in N. (einem Simultanseminare) mit seinen Kenntnissen ganz wohl zufrieden sind und sich über sein Be-