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Der Israelit · 1881-11-09 · Heft 45 (9.11.1881) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 45 (9.11.1881)
Date
1881-11-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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diesen Ausspruch unsres Stammvaters in folgender Weise: Ewiger Gott, wenn der Sohn, den Du mir geben willst, ein Leben führen würde, welches Dir nicht wohlgefällig sein möchte, so wäre es besser; ich bliebe kinderlos. — Da zeigte ihm Gott die Sterne des Himmels und sprach: Also sollen Deine Nachkommen sein. Beachten wir wohl diese Erzählung der heiligen Schrift und die Erklärung der Weisen. Es war nach dem Siege, da das Herz Abrahams in Furcht erzitterte, lind Gott "erscheint ihm und spricht: Fürchte Dich nicht, ich bin Dein Schild, Dein Beschützer. Auch wir möchten unsre Glaubensgenossen bitten, sich nicht in dem Erfolge der jüngsten Ereignisse zu beran'chen Unsre Gegner sind und bleiben mächtig, selbst nachdem das Volk ihre Insinuationen durch das allgemeine Stimmrecht zurückgewiesen. Auf dem Felde des Kampfes sind wir unsren Feinden nicht gewachsen. Wir sind eine verschwindend kleine Minorität, und wenn auch die Ideen der Humanität gegenwärtig noch siegreich anftreterr, so lehrt doch die Geschichte, daß nichts wankelmüthiger ist als die großen Massen. Wir haben nur einen Beschützer, und das ist unser Vater im Himmel. Er, der den Abraham, den einzelnen Mann, beschützte inmitten einer feindlichen Welt, Er wird auch uns nicht verlassen. Wir aber müssen durchdrungen sein von demselben Geiste, in welchem Abraham sprach: Ewiger Gott, wenn der Sohn, den Du mir geben wirst, Dich erzürnen möchte, so wäre es besser, ich bliebe kinderlos. Bemühen wir uns in Gottes Wegen zu wandeln und unsre Kinder zu Seinem Dienste zu erziehen, so wird Gott zu Jedem von uns sprechen: r.:nn -pstp ,mn C-Sjn "p po ojn «-rn hx;jan *ne*D „Fürchte Dich nicht, ich bin Dir ein Schild und Beschützer in dieser Welt, Dein Lohn wird sehrgroß sein in der zukünftigen Welt." Literarischer Bericht. Tie astronomischen Kapitel in Maimonidis Abhandlung über die Neumondsheiligung übersetzt und erläutert von Dr. Israel Hildesheimer, Berlin. Als eine schöne Errungenschaft des Talmudstudiums in der neuern Zeit ist es unstreitig zu begrüßen, daß sich dasselbe, mit Zuhilfenahme der Mittel, die den Lernbeflissenen die Keuntniß der nlodernen Resultate der Vernnnft und Wissenschaft bieten, nunmehr auch oft über solche Gebiete und Partien dieses vielseitigen, monumentalen Werkes erstreckt, die bis allher allgemein als eine terra mcognita galten. Vielfach zeigt sich in der Gegenwart das Bestreben, zur Hebung und Pflege des Talmudstudiums und seiner Literatur, solche Tractate und Abschnitte desselben, deren Sinn zu wenig ergründet und erforscht, deren Meinungen zu wenig ermittelt und klargestellt nnd deren dunkle Spuren zu wenig erleuchtet und erhellet, theils zu commentiren und auf diese Weise die verborgenen Beziehungen derselben zur Wissenschaft, die denselben zu Grunde liegen, aufzudecken, theils in moderner Sprache zli übertragen und auf solche Art die genialen Schöpfungen scharfsinniger, gelehrter Vorfahren in geordneter Reihenfolge und in verständlicherer Sprache den Lernenden und Forschenden der Heutzeit zum Studium und zur Nachahmung vorzuführen. Freilich ist es nicht immer als eine literarische Errungenschaft zu bezeichnen, was eine solche Forschung in der Gegenwart zu Tage fördert; denn gar oft fehlt es den sich dabei zu schaffenmachenden Kleinmeisiern, die sich an eine solche Arbeit herauwageu, an derjenigen wissenschaftlichen Vorbildung, die sie zu einem solchen Werke berechtigen würde; — oft auch gebricht es denselben an demjenigen Tack nnd Geschick, das dazu nöthig, um sich in bem Geiste und in der Denkweise des zu erforschenden Autors versenken zu können, und wieder manchmal — nnd das ist das Schlimmste — geht solchen Uebersetzern und Kommentatoren jene Objectivität und strenge Gewissenhaftigkeit, die am meisten zu einem solchen. Werke des Uebersetzens und Eommentirens geboten erscheint, ab, nnd müssen dann oft die edlen Gebilde jener Geistesriesen der Vorzeit dazu herhalten, um als Spiegel benützt zu werden, der im Scheine und unter dem Glanze des ursprünglichen Meisters die Ansichten und Meinungen seines Eommentators wiedergibt. Daß man es bei der in der Ueberschrift gedachten Arbeit nicht mit einer solchen Eommeutirung und Uebersetzung, der die eben gedachten Fehler anhaften, zu thun hat, daß dieselbe vielmehr eine Arbeit ist, die mnstergiltig in der Anlage, treu in der Ausführung, lehrreich und gehaltvoll in ihrem ganzen Wesen ist, — das braucht wohl nicht erst gesagt zu werden; das kündet ja laut und feierlich der illnftre Name an, auf dem sie geht, ein Name, der in wissenschaftlich gebildeten Kreisen sich eines so seltenen Rufes und Klanges erfreut, der Name des Verfassers derselben: Dr. Israel Hildesheimer. — Wenn auf irgend einem Gebiete der modernen wissenschaftlichen Forschung ein Rückblick zu den guten und edlen Werken der Vergangenheit Noth thut; wenn es irgendwo geboten erscheint, die Erkenntniß der Wege, auf denen uns're Vorfahren unter den schwersten Verhältnissen in Ermangelung

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