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Der Israelit · 1881-10-19 · Heft 42 (19.10.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 42 (19.10.1881)
Date
1881-10-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1046 als er hat die von Toßafot angeregte Frage zu lösen versucht, und hat darin — wir würden es nicht auszusprechen wagen, wenn wir es nicht ans dem Munde unsres unvergeßlichen Lehrers, R. Nathan Wolf Liber gehört hätten — scheinbar geirrt. Der berühmte Verfasser des Werkes y»irr sucht nämlich den Worten Toßafot's damit zu begegnen, indem er an die Regel erinnert: ^1222 mmn nxoua, und hat dabei vergessen, daß dieses nur von na ondid (Peßachim 80), nicht aber von st ondid gesagt worden. Der Vers, des Werkes &nn ns wendet diese Regel entsprechend auf die Frage an, wieso die Krieger, die doch jedenfalls v'nv \xqü waren, das Heiligthum betreten durften. — Es widerspricht der Tendenz dieser Blätter, sich hier in weitläufige halachische Exkursionen einzulassen, und haben wir diese eine Bemerkung lediglich als Beweis hingestellt, welche Fülle der interessanten Anregungen die Schrift des Vers, bietet und mit welch' großem Interesse wir sie gelesen. S. H. Deutsch. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Glogau. Dem Verwaltungsbericht des Vorstandes der Synagogen - Gemeinde zu Glogan mit Bezug auf die Gemeindeverhältnisse pro 1880 entnehmen wir: „Neben directen bilden mehrere indirecte Steuern das Einahmequellengebiet für die Gemeindekasse, aus dem vornehmlich die sog. Fleischsteuer als ertragreichste hervorzuheben ist. In früheren Jahren war jedes Geflügel und Großvieh, das rituell geschlachtet wurde, der Gemeindekasse steuerpflichtig, und entstand hieraus eine Einnahme, deren Höhe zumeist sich deckte mit der des Gehalts für den Cultusbeamten, dem die Leistung des Schlachtens oblag. In richtiger Erkenntuiß, daß diejenigen Gemeindemitglieder, die den rituellen Vorschriften gemäß leben, hierfür nicht extra zu besteuern sind, und die Beamtengehälter — gleichviel ob der betreffende Cultus mehr oder weniger gepflegt wird — eine Last der Gesammtgemeinde sind, wurde seit Jahren jene Fleischsteuer auf das Großvieh beschränkt, dessen Vertrieb in Händen der Fleischer sich ja weit über den heimischen Bedarf hinaus erstreckt. Vor allen anderen Schlesischen Synagogen- Gemeinden zeichnet sich die hiesige dadurch aus, daß sie verhältnißmäßig die bedeutendste Anzahl Vermächtnisse, Legate 2c. überkommen hat. — Dieselben stehen fast ausschließlich unter der-Verwaltung des Synagogen-Gemeinde-Vorstandes. — Außerdem j wirken eine Anzahl Wohlthätigkeits-Vereine innerhalb * der Gemeinde, die zwar von eigenen Vereinsvorständen und auf Grund statutarischer Bestimmungen selbständig geleitet und verwaltet werden, jedoch ebenfalls — mit Ausnahme der Chebra Kadischa — der Oberaufsicht des Synagogen - Vorstandes unterstellt i sind. Ferner sind hier auch noch Stiftungen — meist! recht re.ich dotirte — in Wirksamkeit, die ihre separate! Verwaltung, eigene Curatorien haben und ganz un- : abhängig von dem Synagogen-Gemeinde-Vorstande 1 dastehen. So verschiedenartiger Verwaltung sie nun sämmtj lich unterworfen sind, so gilt doch als gemeinsam! charakteristisch für sie alle: daß sie der Ausfluß from-! men mildthätigen Denkens sind und sich fast zu 7/» : hiesigen Bedürftigen, meistens den der Gemeinde! Angehörenden, hilfreich zuwenden. 1 Wir zählen bis jetzt 71 Legate, die 1880 i 5385 Mk. 60 Pf. Zinsen zu mildthätigen Zwecken > boten. — Die zur Sicherheit dieser Legate hinteri legten Capitalien belaufen sich auf ca. Mk. 131.000. An die meisten der Vermächtnisse knüpft sich die > Verpflichtung, die Sterbetage der Legatare mit Kadisch-! Gebeten zu weihen, und gleichzeitig an diesen Ge-! dächtnißtagen Spenden im durch die testamentarischen Bestimmungen gezogenen Kreise zu vertheilen: hierbei i soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Grenzen dieses Kreises nicht immerund ausschließlich von der Co n-; sessi 0 n bedingt sind. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Nikvlsburg, 12. Sept. «in miao dv nn o«n Eine frohe Nachricht aus unsrer Gemeinde habe ich zu registriren. Am jüngsten Sabbate war, 's hatten wir das Glück und die Freude, wieder das Wort Gottes aus dem Munde unsres allgeliebten und geehrten Rabbiners, Herrn I)r. Feuchtwang. zu vernehmen,! nachdem uns dies durch ca. 1V- Jahre versagt war.! Am 1. Peßachtage vorigen Jahres, nachdem un-! ser Herr Rabbiner noch anläßlich des Festes in gej wohnter meisterhafter Weise gepredigt hatte, erkrankte! derselbe plötzlich. Die zu Rathe gezogenen Aerzte I erklärten die Krankheit für eine Gehirnlähmung und > sein Aufkommen als kaum denkbar. Und in der! That lag er 6 Monate hindurch ganz bewußtlos,! jeder geistigen Thätigkeit bar, auf dem Krankenlager,! dabei nahm seine Lebenskraft zusehends ab, so daß i Rettung unmöglich schien. Aber da offenbarte sich! Gottes Allmacht und Güte in wunderbarer Weise! an ihm. Die Geisteskraft erwachte wieder in ihm, j er erlangte wieder volles, klares Bewußtsein. Wohl! war er noch körperlich entkräftet und derart geschwächt.

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