Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1881)
- Date
- 1881-10-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447888--18098-2474127- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXII. Jahrgang. Erste Leilage)» Ar. 42 -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. m» »rron rrnnn by en-pe /-n« P'3 ibd?"V1 BnBpjxns «kd'P p"p ns i"3-> pwjy-fcyn *p”Bb xo"nn Ein ansprechendes Buch, voll der schlichten, einfachen und dennoch hoheitsvollen Schrifterklärungen bietet sich hier dem Leser dar. Wen nur die Lösung großer philosophischer Probleme erfreuen, wer sich nur an scharfsinnigen, weitläufigen Deduktionen ergötzt, den wird der Inhalt der Schrift wohl nicht befriedigen; derjenige aber, der die einfache Denkweise einer frommen Gesinnung liebt, der noch Gefallen daran findet, ein sogen, „gutes Wort" zu hören, der findet darin des Stoffes genug, um sein geistiges Bedürfniß vollauf zu nähren. Dazu noch tritt in derselben der redliche Wille des Verfaffers, zu überführen, zu überzeugen und zu belehren, fast in jeder Zeile recht wirkungsvoll hervor, und findet dieses auch in den Worten der Approbationen, die dem Merkchen voranstehen, ihren richtigen Ausdruck. „In unsrer Zeit," heißt es daselbst, „in der es leider so Viele gibt, die jene Quellen des Geistes, jene ins D”n D’o der heil. Gotteslehre, deren frische Strömung allein geeignet ist, wahrhafte Bildung und Gesittung zu verbreiten, theils durch den Staub sinnlichen Materialismus, theils durch den eines falschen Realismus und verderblicher Irrlehren zu verschütten suchen: ist das Erscheinen eines Werkes, wie das des ehrw. Verfassers dieser Schrift, welches durch den Hauch lebendigen Wollens hervorgegangen, durch das klare Gotteswort die Ungläubigen und Schwankenden zu überzeugen, die Abtrünnigen in den Schooß des Glaubens zurückzuführen, besonders erfteulich und lobend anzuerkennen." Wir glauben, daß wir die gebührende Anerkennung nicht durch die Bemerkung schmälern, daß die Schristauslegungen des Verf. nicht gerade unanfechtbar, und daß besonders gegen manche der am Ende der Schrift angefügten halachischen Noten sich Verschiedenes einwenden ließe —; der Verf. hat ja gewiß nicht die Absicht, feine Bemerkungen als die einzig richtigen, als etwas Unanfechtbares, als ein noli me tangere hinzustellen. Wer das Wesen halachischer Diskussionen kamt, der weiß, daß außer dem unumstößlich feststehenden, gegebenen Worte des Gesetzes vielfach die daran geknüpften Excursionen Q'si-pni p.”bmp nur begründete Vermuthungen seien, die zu dem Zwecke gemacht worden, unsre schwache Einsicht der Wahrscheinlichkeit wenn auch nur näher zu bringen. Das Aufwerfen von Fragen, das Vergleichen verschiedener Stellen, das Erforschen der Ursachen der verschiedenen Abweichungen: sie haben zumeist nur das Resultat, ein der Wahrheit nahekommendes und zur Wahrheit führendes Bild, wenn auch nicht die Wahrheit selbst, zu construiren. Deßhalb wäre es müssig, auf die Einwände hinzuweisen, die sich gegen diesen Theil der Schrift erheben ließen; doch wollen wir nur auf einen Jrrthum dieser Art aufmerksam machen, weil derselbe ein ziemlich allgemeiner ist und in einem Mißverständnisse seinen Ursprung hat. So ist nämlich vielfach die Meinung verbreitet, die talmudische Sentenz anpca nn«r px beziehe sich auf alle Bestimmungen, welcheder Weisen Vorsicht zum besondern Schutze des heil. Gottesgesetzes geschaffen, und wolle sagen, daß diese Maßregeln nicht für die Handlungen innerhalb des Heiligthums gelten. Dem kann aber nicht so sein. Denn, wäre dem so, warum gerade der Ausdruck nav px, da wo es doch richtiger lauten könnte: tenpon jjdh n-pn px? In Wirklichkeit hat aber der Satz nur auf solche Bestimmungen. Bezug, welche die Fürsorge der Weisen gleichsam als Bollwerk und Vorbeugungsmittel zur besondern Heilighaltung der Sabbat- und Festtage getroffen. Dieses entspricht dem Ausdrucke rv3tc rx und findet an vielen Stellen des Talmuds seine Bestätigung (vergl. Mischna Beza 5, 2). So sagt auch Maharscha zu Sabbat 42 d., anknüpfend an die Worte Toßafot's Schlgw.: 'mx: -inm P3« »NIL' mD'eo «npos N12L? pxi iy*xi ♦pbOJ Bnpo 1'3 VlbD1? X2'^ Demnach wird der Einwurf des Verf. (S. 86) von obigem Lehrsätze gegen die Worte Toßafot'Z (Sabbat 21b.), woselbst sie in Bezug auf das wundervolle Auffinven eines unverletzten Oelkruges Seitens der Hasmonäer im Tempel bemerken: tynn-oddx ypipu njio nw (tp mj) d'Du nvnb anjjn '^37, iv'v.i vöv, von selbst hinfällig, und muß bei der einfachen Antwort Toßafot's 'oi yp-»p2 mm nw sein Bewenden haben. Der Verf. kann sich übrigens über den Verlust dieses 2-.«"' trösten; ein unbestreitbar größerer Mann