Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1881)
- Date
- 1881-10-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1042 England. London, im Elul. Nach der „Times" hat das „British Museum" eine große Anzahl brblischer und anderer orientalischer Manuscripte angetanst, welche für die Exegese des alten Testaments höchst wichtig sein sollen. Die Sammlung, welche in Südarabien gemacht wurde, besteht aus etwa 40 Manuscripten, worunter 15 hebräische. Zwei von diesen sollen die ältesten aller bis jetzt gefundenen alttestamentlichen Schriften sein. Eine dritte enthalt die Hagiographen. Die 25 andern Manuscripte sind Midraschim. Hüll. Auf ihrer Durchreise nach Amerika hielten sich 130 jüdische Familien aus Rußland über er dahier auf. Ein besonderer Saal war für sie gemiethet und zum Betlocal eingerichtet worden. Einer der ihrigen versah das Amt eines pci während des Tages. Ihr Gottesdienst war sehr rührend; Ströme von Thränen flössen von den Andächtigen, deren Anblick in Folge der anstrengenden Reise und der ausgestaudenen Leiden ein sehr trauriger war. Am folgenden Tage setzten sie ihre Reise fort. Dänemark. Randers, 6. October. Bei Anwesenheit Sr. Majestät des Königs von Dänemark, Christian IX., in Jütland wurden in Aalborg, mit circa 10 Juden- Familien und circa 14,000 Einwohnern, zwei Juden ■ zu Rittern vom Dannebrog ernannt: in Randers mit 14,000 Einwohnern und circa 30 Juden-Familien wurde ein Jude zum wirklichen Commercienrath,! einer zum Ritter vom Dannebrog und Procurator, i einer zum Hofagent, und einer zum Ritter des Danj nebrogordens ernannt; außerdem bekleiden fast in 1 jeder Stadt, wo Juden wohnen, dieselben die höchsten! Communal- und sonstige Vertrauensposten. j In Copenhagen ist dasselbe der Fall; von dem i sogenannten Rischuß kennen wir hier gottlob nichts. L. $ e u i II e t o lt. Ukiba. XXXXIT. Ter Kaiser kehrte nach Rom und Tinius Rufus j nach seiner Residenz, Cäsaren, zurück, während sich > Rabbi Akiba nach Ufchah begab. Er fand das ganze Land in großer Aufregung. Alle Welt sprach nur von dem einen, großen und glücklichen Ereignisse: der lang und heißersehnte Mesias war erschienen Wir müssen in unserer Erzählung um achtzehn Jahre zurückgreifen. Ein Jude, Namens Näuben, begegnete am Nachmittage des neunten Ab einem Araber. Dieser sprach zu ihm: „Freue Dich, Judäer, in diesem Augenblicke ist der Messias geboren." „„In welcher Stadt?"" fragte Rmrben. „In Vctlehem." „„Wie heißt er?"" „Menachem." „„Und sein Vater?"" „Chiskijahtt." ,; Da verkaufte Rmiben sein einziges Besitzthum, seine Kuh, kaufte allerlei Dinge, die man für kleine Kinder braucht und wanderte nach Betlehem, um den neuen Messias kennen zu lernen. Als er in die Stadt kam, bot er Kinderzeug den Müttern kleiner Kinder zum Verkaufe an; unß sie kauften von ihm. Da rief eine Frau einer vorübergehenden jungen Mutter zu: „Willst Du nicht auch etwas kaufen für Deinen kleinen Menacheni?" „„Nein,"" antwortete die Frau, „„ich hasse ihn, weil er an dem Tage geboren ist, an dem der heilige Tempel zerstört ist worden."" „Kaufe nur," sagte Röubcn, „vielleicht wird um seinetwillen der heilige Tempel wieder aufgebant werden." „„Ich habe kein Geld,"" sagte die Mutter Menachems zaghaft. „Ich will Dir borgen," sagte Rönben, „bis ich wieder nach Betlehem komme." Und er gab ihr den Rest seiner Waaren und hängte dem Knaben eine an einer Schnur befestigte Denkmünze um den Hals, eine Denkmünze aus der Zeit der hasmonäischen Könige; auf der einen Seite war eine Palme, auf der andern ein Weinstock ausgeprägt. Nach Jahresfrist wanderte Räuben wieder nach Betlehem, im, sich von dem Wohlbefinden und Gedeihen des kleinen Menachem zu überzeugen. Aber die junge Mutter trat ihm weinend entgegen und sprach: „Wenige Tage, nachdem Du ihn gesehen, hat ihn während eines furchtbaren Gewitters ein Orkan mir entführt."