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Der Israelit · 1881-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1881) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1881)
Date
1881-10-05
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1019 den, namentlich von Herrn Dr. Klemperer, ausgebracht. Wer gesehen, wie die Anhänger der verschiedenen Confessionen gemächlich und vergnügt beisammen waren, wer gesehen, wie viele christliche Damen unsere Synagoge mit Kränzen geschmückt haben, der wird wohl überzeugt sein, daß die von Herrn Stöcker und Genossen ausgestreute mittelalterliche Saat hier nicht anfgehen wird. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. (Unliebsam verspätet.) In der zweiten Beilage zu Nr. 33 Ihres gesch. Blattes erzählt ein Herr Jacob Mandel in einem „Eingesandt", die Gemeindeverwaltung hätte eine Stiftungswohnung an d'-üj vermiethet, welche daselbst ein nu-i rva unterhalten. Die Sache verhält sich aber anders; die Wohnung, deren Erträgniß der Stiftung zu Gute kommen soll, wurde nicht an einen ’-oj, sondern an einen 12 vermiethet, woran doch Niemand Anstoß nehmen kann, nur stellte sich allerdings etwas heraus, was Niemand voraussehen konnte, nämlich daß der jüdische Miether die Wohnung zu dem genannten schändlichen Zwecke mißbrauchte. Es ist selb verständlich, daß demselben sofort gekündigt und die Wohnung an eine notorisch fromme, sittliche, jüdische Familie vermiethet wurde. Der pseudonyme Herr Einsender — Jacob Mandel heißt Niemand in Prag — hatte gewiß einen löblichen Zweck vor Auge, hat sich aber in der Wahl des Mittels stark vergriffen, eine einfache Anzeige an die Cultusgemeinde-Repräsentanz wäre gewiß zweckmäßiger und entsprechender gewesen als eine ungerechte öffentliche Anklage. S. Kohn Italien. Venedig. Die hiesigen Zeitungen waren dieser Tage voll von den Details über die Audienz, welche der hiesige Oberrabbiner bei der Königin Margarethe gehabt hatte. Ihre Maj. unterhielt sich mit demselben lange Zeit über die Bibel, den Talmud, die schönen Poesien Jesajah's undJjob's und sprach sich sehr günstig über die israel. Asyle in Rom aus, welche sie öfters besuche. Amerika. Philadelphia. Eine Frau Marcus mußte sich einen Arm amputiren lassen. Am Tage der Operation schenkten die Kinder dieser Frau der Gemeinde ein großes Terrain, auf welchem auf Kosten der Familie ein isr. Asyl errichtet werden soll. Herr und Frau Marcus haben den Wunsch, sich im heiligen Lande begraben zu lassen, und so wurde auch die amputirte Hand in einer Kiste nach Palästina geschickt, um dort beerdigt zu werden. (Arch. Isr.) Feuilleton. Der Kozin. in») Gleich nach dem Bekanntwerdcn der Verhaftung Davidsohns lief Moses Aronssohn eilends in das Haus seines Vetters. Er fand dort Alle in der furchtbarsten Aufregung. Frau Peßchen rang die Hände und jammerte laut. Simon und die jüngeren Kinder standen im Zimmer und weinten. „Ich bitte Dich, Peßchen", sagte Moses „höre auf zu jammern. Wir wollen miteinander vernünftig besprechen, was zu thun ist. Kinder, geht hinaus! Ich habe mit Eurer Mutter und mit Eurem Bruder zu reden " Die Kinder entfernten sich, Moses verschloß die Thüre hinter ihnen und sprach: „Nun, sagt einmal, wahr und aufrichtig, wie verhält es sich mit dem Himpten? Habt Ihr blos den einen Himpten zum Ein- und Verkauf, oder habt Ihr noch einen andern zum Verkauf?" „„Moses,"" schrie Frau Peßchen, „„was denkst Du von uns! Die strengste Rechtlichkeit ist immer meines Mannes Grundsatz gewesen. Wir haben nur den einen Himpten."" „Ich war fest davon überzeugt", antwortete Moses, „wollte aber doch die Gewißheit aus Eurem Munde vernehmen. Jetzt ist alles gut. Josephs Unschuld muß an den Tag kommen. War der Himpten geaicht?" „„Gewiß,"" antwortete Simon. „So werde ich mich", sagte Moses, „sofort zum Aichmeister begeben und ihn fragen, wie das möglich war, daß der Himpten zu groß wurde." Es wurde an die Thüre geklopft. Moses öffnete schnell. Der Amtsassessor war da nebst dem Amtsdiener, um eine Haussuchung vorzunehmen und zu constatiren, ob noch ein anderer Himpten zum Zwecke des Verkaufes vorhanden sei. „„Herr Amtsassessor"", schrie sihm Frau Peßchen entgegen,' „„was haben Sie mit meinem Manne gemacht! Mein Mann ist unschuldig."" „Die Untersuchung wird ergeben", sprach der Amtsaffessor gemessen,' „ob der Angeklagte schuldig *) Fortse^ung und Schluß.

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