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Der Israelit · 1881-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1881)
Date
1881-10-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1U10 (ein Normalstundenplan für den jüdischen Neligionsunterricht der verschiedenen Schulen) bestimmen jit wollen, mit dessen Ausarbeitung die meisten jüd. Lehrervereine Norddeutschlands sich auch beschäftigen. Die Versammlung schloß sich diesem Vorschläge all und erklärten sich die Herren: Rabb. Bamberger- Kissingen, Chrmanu - Burgpreppach, Freudenberger- HeidingSseld, Lehmann-Würzburg, Mittel-Unsleben, Ottensoser-Mellrichstadt, Schlenker-Würzburg, Unna- Würzburg, die betr. Vorarbeiten zu übernehmen, während aus vielseitigen Wunsch auch der Vorsitzende, Herr Schuldirector Stern-Würzburg seine Theilnahme an der betr. Arbeit zusagtc. Der hieraus folgende Vortrag des Vorsitzenden fordert: I. Die Vermehrung des hebräischen Unterrichts (demselben wohne ja in ungleich höherem Maße dasselbe bildende Moment inue, als den altklassischen Studien). II. Die jüdische Geschichte nicht zum Zwecke des MoralisircnS, sondern zu dem der Begeisterung und zur Bildung echt jüdischer Charaktere zu handhaben und III. nicht in bisheriger Weise und nach den vorhandenen Religionsbüchern unfern Religionsunterricht zu ertheilen, statt dessen vielniehr die Kinder mit den positive:: Gesetzen des Judenthums soviel als nur möglich vertraut zu machen. In längerer, schwungvoller und überzeugender Rede begründete Herr Stern diese Thesen in einer Weise, die das Interesse der Anwesenden auss Höchste fesselte und welche die Versammelten für dieselben geradezu begeisterte. Assen h tim, 27. Sept. Am Dienstag den 27. September feierte der hiesige isr. Lehrer, I. C h rmanii, gleichzeitig Dirigent des dahier bestehenden Gesangvereins „Frohsinn", seinen Geburtstag. Abends brachte demselben der Gesangverein ein solennes Stündchen mit Lampions, und überreichte der Präsident unter einer sehr gelungenen Ansprache beni Lehrer Chrm ann einen prachtvollen Sessel mit Schlummerrolle. Gewiß ein Zeichen der Anerkennung seitens des Vereins und besonders in der jetzigen Zeit, wo säst überall das Rischuß herrscht, während hier n"j Alles in Freundschaft und Einigkeit zusammenlebt. Berlin, 2ii. September. Wie der , Magd. Zig." geschrieben wird, ist in Folge der antisemitischen Bewegung eine Herausforderung auch dem Rechtsanwalt Munckel zu Theil geworden. Derselbe war Vertheidiger in dem Ohrseigenprozesse I)r. Förster resp. Henriei eontru Kantorowitz. Wegen der bekannten, die von dein Letzteren ertheilten Ohrfeige vertheidigenden Aeußerung hat dann, wie ich soeben noch erfahre, Dr. Förster Herrn Munckel fordern lassen. Letzterer hat aber geantwortet, daß er wegen Argumente, zu denen ihni seine amtliche Thätigkeit als Anwalt Veranlassung gegeben, aus eine Herausforderung sich nicht einlassen könne; übrigens werde er bei der zweitinstanzlichen Verhandlung des Prozesses Gelegenheit haben, seine diesbezüglichen Argumente ausrecht zu erhalten. Berlin, 2ü. Sept. Vor Monaten machte ein Vorgang im pommer'schen Provinziallandtage Aussehen, welcher, wie dem „Rh. Cour." mitgetheilt wird, auch im Abgcordnetenhause zur Sprache gelangen wird. Aus Grund älterer, gesetzlich außer Kraft befindlicher Bestimmungen ist nämlich einen: jüdischen Rittergutsbesitzer die'Qualität abgesprochen worden, als Vertreter des Großgrundbesitzes gemäß der neuen Kreis- und Provinzialordnung im Landtage zu erscheinen und es ist trotz ernstlicher Amsorderungen der Regierung und namentlich des Landwirthschastsministers Dr. Lucius von diesem gesetzwidrigen Beschlüsse nicht abgewichen worden. Liberalerseits besteht nun die Absicht, im Wege einer Interpellation Aufklärung über den Fall zu verlangen, wobei allerdings nicht zu ver.neiden sei:: dürfte, daß die Konservativen den Anlaß benutzen, um das Gebiet der Jndensrage wieder einmal zu berühren. Aus Trier geht uns von dem Vorstände der dortigen Synagogeugemeinde unter Berufung aus § 11 des Preßgesetzes ein längerer Aussatz zu, aus dem wir den nachfolgenden Passus veröffentlichen : „Man könnte daraus*) die Ansicht gewinnen, als ob die Mitglieder der Spnagogengemeinde darcnff ausgiugen, die Ausgeschiedenen durch böswillige Verleunidüng ihres von ihnen hochverehrten Hirten zu verkleinern. Wir haben daraus zu erwidern, daß die betreffenden Gerüchte nicht im Schooße unsrer Gcrneiude entstanden sind." „Vorstand und Repräsentanten der Synagogeu- Gemeinde zu Trier." „Trier, den 30. September 1881." Den übrigen Inhalt des Schreibens, der keinerlei „thatsüchliche Berichtigung" enthält, finden wir uns zu veröffentlichen nicht veranlaßt. Bischofswerder, 22. Sept. Dem „Ges." schreibt man von hier: Diejenigen Personen, die cs *) Aus bei' Kundgebung der Per-,yaUuug bei tsiaef. üet:-- giousgesellschatt Liter in Ar. ü8 des „7\siaelit".

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