Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1881)
- Date
- 1881-09-21
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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966 thum gegen die Christen habe, wenn er diesen Haß mit dem Beispiel belegt, daß „das jüdische Volk den Tod des Messias herbeigeführt" habe? Das war der Nacheruf, mit dem das Mordgesindel der Kreuzzüge über die wehrlosen Inden herfiel, das ist die geschichtliche Reminiscenz, welche Herr Plath als Beweis dafür anführt, daß der Gedanke, ein den Juden gethanes Unrecht gut zu machen, aus salschverstandener Menschenliebe entsprungeu sei. Nach diesen Auseinandersetzungen wird man es uns wohl nicht verdenken, daß wir den Satz, „die Verfolgungen der Juden in Rußland, die Krawalle in Posen/Preußen, Pommern, alle diese Dinge von Christen ausgeführt, sind eine Schmach für unsere Zeit und müssen als solche bezeichnet, gebrandmarkt und bestraft werden," für nicht so ganz ernstgemeint und die sittliche Entrüstung für nicht so tief nehmen. Bei den Zuhörern blieben die Bravo's auch nur vereinzelt. Wer nicht davon überzeugt ist, daß die Neuzeit ein altes Unrecht gegen die Juden aut zu machen habe, wer die Juden als haßerfüllt gegen die Christen ansieht, wer in einer Rede für die Entziehung der den Juden gesetzlich gewährten Emanzipation an den durch „Juden herbeigeführten Tod des Messias" anknüpft, der kann es nicht als eine Schmack empfinden, wenn das Volk die Häuser der Nachkommen der „Messiasmörder" steinigt und deren Leben bedroht. Daß die Ausschreitungen in den östlichen Provinzen den Herren sehr unangenehm ihre Kreise stören, daß sie die Verantwortung für die Plünderungen gern von sich wälzen und das Raubgesindel, das sich nun einmal an ihre Nockschöße gehängt, von diesen abschütteln möchten, glauben wir gern. Aber gelingen wird es ihnen nicht; die gebildete Welt, die das schmähliche Treiben der Brandredner von Anfang an als eine Schmach für unser Jahrhundert bezeichnete, wird diese immer als die intellectnellen Urheber all' des Unglücks ansehen, das die Verfolgten erlitten und die Verfolger über sich herausbeschworen haben. Der eigentliche Hetztheil der Rede unterscheidet sich nicht viel von den üblichen Brandreden, die gegen die Juden geschleudert worden sind, dennoch aber enthält derselbe manches Besondere, daß es wohl der Mühe werth ist, demselben einen besondern Artikel zu widmen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Trarbach, 9. Sept. Der hiesige Bürgermeister veröffentlicht in der „Tr. Ztg." folgende Bekanntmachung: „Es ist zu meinem großen Bedauern zu meiner Kenntniß gebracht worden, daß auch in Einkirch eine Rotte roher Burschen sich ein Vergnügen daraus macht, allabendlich ihre jüdischen Mitbürger zu verhöhnen und selbst in ihren Wohnungen zu insultiren. Ich nehme daraus Veranlassung, alle gutgesinnten Einwohner Einkirch's aufzufordern, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln diesem jeder Gesittung Hohn sprechenden Scandal entgegenzutreten. Die Polizei-Executiv-Beamten werden angewiesen. Jeden, der sich öffentliche Verhöhnung der Juden erlaubt, unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen, wonach ich für eine exemplarische Bestrafung Sorge tragen werde. Der Hr. Vorsteher wird ersucht, dies durch die Schelle in Einkirch publiciren zu lassen." Stolp, 9. Sept. Wie die „Konservative Zeitung für Hinterpommern" meldet, wurde der Kaufmann Otto Rühle auf Anordnung der k. Staatsanwaltschaft verhaftet, weil er vor dem Cassel'schen Hause in der Amtsstraße am Sonntag Abend während des Judenkrawalls selbst einen Stein auf das Trottoir geworfen und danach behauptet haben soll, der Stein sei aus dem Eaffel'schen Hause geworfen worden. jui do sei au Ider nie Pr ort Lic nie pri der l)te: nick mei Dr. tere lich, Greifswald, 9. Sept. In Bezug auf bic Judenhetze geht dem „Greifsw. Tgbl." aus Mecklenburg, das sonst ja als Hort der Feudalen besonders berufen ist, eine gut verbürgte Nachricht zu. Don hat der Großherzog dem Redacteur der in Schwerin erscheinenden offiziellen „Mecklenburgischen Landesnachrichten" wegen antisemitischer Hetzartikel zwe: Verwarnungen ertheilen lassen. Als diese nicht fruchteten, ist der Redacteur seines Amtes enthoben un aus der Residenz verwiesen worden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Salzburg. Vorige Woche machte das hie weilende öfterr. kronprinzliche Paar einen Ausflu nach dem benachbarten Jgen und Stanzighof. Au dem Wege erblickte die Prinzessin in einem Baueru Hofe sehr schöne Hühner. Die Kronprinzessin äußert sich der Bäuerin" gegenüber, daß sie die Höhne kaufen möchte. Die Bäuerin sagte den Preis de Hühner. Kronprinz Rudolf machte sich jedoch de. Spaß, mit der Bäuerin über den Preis der Höhne zu handeln. Die Bäuerin wollte nichts Nachlassen und der Prinz suchte einige Groschen abzuhandelu um der Kronprinzessin Gelegenheit zum Lachen bereiten. Plötzlich rief jedoch die Bäuerin, die na )icfei türlich keine Ahnung davon hatte, daß sie mit dciHabei kronprinzlichen Paare spreche, ärgerlich aus: „Abc sehen» doch! Ihr macht's doch wie die Handeln am Gen ' silbc! über Herl Hock als lväh keile m v bind Gen liabt, Bero die i ta amk