Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1881)
- Date
- 1881-09-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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958 mitzutheilen, daß wir auf Antrag des stellvertretenden Oberrabbinen schon vor Kurzem hierüber an Seine Heiligkeit den Patriarchen von Alexandrien geschrieben haben, und obgleich Seine Heiligkeit nach den uns gewordenen Mittheilungen nicht unterlassen hat, die von seiner Pflicht ihm gebotenen Maßregeln zu ergreifen und den ärgerlichen Folgen dieser Streitigkeiten vorzubeugen, so haben wir dennoch die Gewißheit, daß derselbe nach Empfang unseres Schreibens nicht verfehlen wird, das zu thun, was bei dieser Gelegenheit nothwendig ist. Wir werden unsererseits Alles thun, was wir zu demselben Zwecke für oppertun und nützlich erachten. Indem wir Ihnen diese Versicherung geben, benützen wir die Gelegenheit, sehr geehrter Herr, um Ihnen den Ausdruck unserer Hochachtung zu wiederholen. Den 13. Mai 1881. Der ökumenische Patriarch von Eonstantinopel. Jocrchim III. Das C.-ConM hat an den verehrten Verfasser dieses ausgezeichneten Briefes ein Dankschreiben gerichtet. (Dce Israeliten von Ehios.) Der Präsident des Comitßs von Smyrna, Hr. Habif, schreibt in Angelegenheit der Flüchtlinge von Ehios und Tschesme: Das griechische Hilfscomitö, das in Smyrna seinen Sitz hat, hat uns für die isr. Flüchtlinge eine Summe von 1450 Fr. übergeben; Dank diesem Geschenke und der Reserve, die wir in Cassa hatten, haben wir soeben an jeden dieser Flüchtlinge ein kleines Kapital vertheilt, mit Hilfe dessen sie theils hier, theils in Ehios ihre Geschäfte wieder aufgeuonimen haben. Wir haben zu diesem Zwecke, nach beiliegender Rechnung, eine Summe von Medjidis 528.75 — Fr. 2267.70 verausgabt und haben nur noch für die im Hospital verpflegten Verwundeten und für 3 Wittwen zu sorgen. Rach Ansicht der Aerzte werden diese Verwundeten spätestens in einem Monat sämmtlich das Hospital verlassen können; es bleibt uns also nur noch übrig, den in Tschesme wohnenden Israeliten zu helfen, und wir denken eine (Summe von 100 Pfund an sie zu vertheilen. Ein Mitglied unseres Comics wird sich zu diesem Zwecke in nächster Woche nach Tschesme begeben. Wir werden dann noch eine Reserve von ca. 3000 Fr. zur Verfügung haben, die wir augenblicklich unberührt lassen wollen. (Die Israeliten der Türkei.) Die jüdische Gemeinde von Janina befindet sich seit einiger Zeit in großer Aufregung; bedauerliche Vorfälle haben dort stattgefunden; man schreibt hierüber dem Eentral- Comitö: Zwei Israeliten, welche sich außerhalb unserer Stadt Geschäfte halber befanden, wurden auf dem Rückwege von Tricala von Räubern überfallen; es war ein Wunder, daß der eine von ihnen entkommen konnte, den anderen hält man leider gefangen. Unsere Gemeinde hat alle Anstrengungen gemacht, um diesen armen jungen Menschen zu retten, sie hat die Summe von 5000 Fr. gesammelt, um ihn von den Räubern loszukaufen; schon hat man diese Summe fortgefchickt, aber seit 10 Tagen haben wir keine Nachricht; wir wissen nicht, was mit ihm vorgegangen. Ein anderes ähnliches Unglück haben wir soeben heute erfahren: Zwei andere Glaubensgenossen sind auf dem Rückwege hierher in einem Dorfe nahe bei der Stadt von Räubern fortgeschleppt worden; wir wissen nicht, was man für diese armen Menschen fordern wird, von denen der eine eine zahlreiche Familie hat und sehr leidend ist; er gehört auch zu unseren Mitgliedern und heißt Josua Nahum Mazza. Gott erbarme sich ihrer! (Die Israeliten von Bulgarien.) Man erinnert sich, daß die Israeliten von Bulgarien sich beklagt haben, daß in mehreren Städten der Wochenmarkt auf den Samstag verlegt worden ist, was ihnen einen großen Nachtheil in ihren Geschäften verursachte. Se. H. der Fürst hat soeben diese Frage nach den Wünschen der Israeliten entschieden; Hr. Schuldirector Benschimol aus Sophia schreibt hierüber am 17. Juni: Ich habe die Ehre, Ihnen zu melden, daß die Frage wegen des Wochenmarktes soeben gelöst worden ist; Se. H. der Fürst hat in dieser Woche ein Decret erlassen, welches dasjenige, das den Markttag auf den Samstag verlegt hatte, aufhebt und die Landleute ermächtigt, ihre Producte an dein Tage, der ihnen passend erscheinen würde, in die Stadt zu bringen. Wenn diese Frage nur von Sr. H. dem Fürsten abgehangen hätte, so wäre sie längst entschieden. Jetzt hat der Fürst auf das Gesuch aller isr. Gemeinden von Bulgarien günstig antworten können. Se. H. hat stets' für unsere Glaubensgenossen, seine Unterthanen, Sympathie bewiesen und erst neulich derselben einen sehr eclatanten Ausdruck gegeben: Er hat auf der Durchreise durch Samakoff den dortigen Großrabbinen zu sich zur Tafel geladen. In Betreff der Empfangsfeierlichkeiten, welch? dem Fürsten Alexander anläßlich seiner neulicheil Reise durch Bulgarien von allen isr. Gemeinden der von ihm besuchten Städte bereitet wurden, sind aus den drei Städten Samakoff, Widdin und Rustschuk Berichte an das Central-Eomittz gelangt, von denen wir hier einen folgen lassen. Aus Samakoff schreibt Hr. Schuldirector D. Ariö: Der Fürst Alexander ist am 27. Mai nach Samakoff gekommen und am 28. abgereist. Die