Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1881)
- Date
- 1881-09-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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951 kosten. Von irgendwelcher Entschädigung für die gehabten Mühen, ist gar keine Rede. Aber auch dieser magere „materielle Erfolg" wird erst nach Jahren, im günstigen Fall, erreicht. Nach dieser, mehr nebensächlichen Bemerknng, wollen wir zur Benrtheilung des vorliegenden Theiles übergehen. Wir haben schon bei Besprechung der früheren Theile dieses Werkes unser Unheil über dasselbe in diesen Blättern ausgesprochen und können nur hinzusügen, daß wir keines unserer Worte zurückznnehmen brauchen; daß wir im Gegentheil auch in diesem Werke die Größe des Verfassers auf talmudischen Gebiete, in der Halachah sowohl als in der Agadah, zu bewundern Gelegenheit haben. Die Ausdrucksweise des Verfassers ist, bei der Fülle des Gebotenen in einem Baude, nothwendig eine knappe geworden. Ich möchte daher für Diejenigen die sich das Werk anschaffen, Folgendes in Erinnerung bringen. Man lasse sich die Mühe nicht verdrießen, auch dort, wo der Vers, sich nur kurz ausdrückt, seinem Gedankcngange zu folgen und man wird befriedigt sein. Abt Tcrasson sagt: „Wenn man die Größe eines Buches nicht nach der Zahl der Blätter, sondern nach der Zeit mißt, die man uöthig hat, es zu verstehen, so könnte man von manchem Buche lagen: daß es viel kürzer fein würde, wenn cs nicht so kurz wäre" Ich will nun nicht behaupten, daß das Werk zu den so charakierisirlen Büchern gehört, kann aber nicht umhin zu bemerken, daß die Darstellung eine solche ist, die einem neu erscheinenden Buche das Eindringen in weitere Kreise erschwert. Wohl gibt es viele Werke, bei denen dieser Mangel — wenn es nicht einer ist — nicht nur tiicht hinderlich, sondern sogar förderlich ist; von denen man sagen kann, daß ein großer Theil ihrer Anziehungskraft in ihrer Dunkelheit liegt. Es reizt den Leser'die Schwierigkeit zu überwinden, und wenn es ihm gelungen ist, so ist er sehr leicht geneigt, seine Eroberung zu überschätzen. Das läßt sich aber nur von bereits allgemein anerkannten Werken behaupten; bei neu erscheinenden Werken pflegt dies als Hindernis; empfunden zu werden. Indessen wird dies glücklicherweise in diesem Werke nicht störend empfunden. Um nun den Lesern einen Begriff von der Fülle des Gebotenen zu machen, will ich eine kurze Inhaltsangabe beifügen. Voran geht eine Arbeit des -)£•*□ orn, die bisher noch nicht gedruckt war und die uns den großen Mann in seiner Vielseitigkeit erkennen läßt. Es sind dies seine Aufzeichnungen, die er sich über w gemacht hat. Ferner die Berechnungen und Versuche, die er angestellt hat, um die Quantität der Längen- und Hohlmaße und der mit diesen zusammenhängenden mm mj/’t? zu ermitteln. Es folgen noch andere, höchst interessante Einzelheiten, so auch eine Darstellung der Zahl der einzelnen Buchstaben in der mm. Leider scheint die letztere Parthie, durch Fehler der Abschreiber, nicht authentisch zu sein; denn die Ergebnisse derselben stimmen nicht mit denen der htdd, auch nicht mit denen der oberflächlichsten Berechnung. Die Zahlen sind fast überall zu hoch gegriffen, wie dies der Verfasser in seiner Vorrede bemerkt. Man sieht aber hieraus, daß der Mann, der die Berechnung gemacht hat, den Namen ">s*d, auch in seiner klassischen Bedeutung, mit Recht geführt hat. Siehe Kiduschin 30a: u nnsiD rn® oneio D'ji&xi uopj -p'Lw ♦ miru® rprvNn Es folgen Erklärungen zu ->2122 isd nn, kleinere Erläuterungen auf Mischnajoth pp'-j o’ip-spi, auf Talmud Babli und Jeruschalmi Seder Ncsikin. Die Reihe der rvnan werden mit dem D"3cn eröffnet, es folgen solche auf ~uyn pNy®"m, letztere auch von am, aus welche der Verfasser in seiner Vorrede mit Recht aufmerksam macht, denn sie sind von besonderer Wichtigkeit für die religiöse Praxis, für die risnin in diesen Dingen. Eine große Anzahl von ausführlicheren Erläuterungen ausgewählter Parthicn — mrim — und eine erhebliche Anzahl von m--, die der Vers, bei verschiedenen Gelegenheiten gehalten hat, bilden den Schluß dieses inhaltreichen Werkes. Dasselbe ist, trotz des vergrößerten Umfanges, wie die früheren Theile, um den Preis von 1 Gulden ö. W. (excl. Portoauslagen) durch Wittwe Rosner in Aagy-Snrüny bei Reuhäuscl, zu beziehen. —11— Zeitungsnachrichten nnd Correspvndenzen. Deutschland. Mainz, im Ellul. Vom Eentral-Eomitö der isr. Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem erhalten wir den nachstehenden Bericht: In Ausführung des 8 4 der Statuten nnd im Anschlüsse an unfern letzten, Ende 5640 erstatteten, Bericht theileu wir hiermit die durch die Gnade des himmlischen Vaters in diesem Jahre erreichten weiteren Fortschritte in dem unter unserer Leitung stehenden Institute allen Freunden Zions mit. — In erwähntem Berichte konnten wir die frohe Rachricht bringen, daß es nach jahrelangem Bemühen und durch Aufwendung großer Geldmittel gelungen, an die Stelle des bisherigen höchst ungenügenden Zuganges zu den Wohnungen einen andern sehr schönen, den Anforderungen der Reinlichkeit, der Bequemlichkeit und dem Gefälligen Genügenden einzu-