Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1881)
- Date
- 1881-08-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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879 fuhren, daß die von ihnen Beraubten Schüler des I Rabbi Akiba seien, da sprachen sie: Fern sei es von! uns, daß wir den Schülern jenes großen, heiligen! Mannes Böses zufügen. — Sie erstatteten ihnen - alles Geraubte zurück und gaben ihnen das Geleit, ' um sie bis zum Ziele ihrer Reise zu beschützen*). > Kaiser Hadrian hatte wiederum seinen Wohn-! sitz in Athen genommen, welche Stadt er vor allen! anderen Städten am meisten liebte. Von hier! aus schickte er einen Boten nach Judäa, um seinem Neffen Aqnila zu befehlen, vor ihn: zu erscheinen > und ihm einen der großen Lehrer Israels zuzu-! führen. So machten sich denn Rabbi Josua und; Aquila auf den Weg, um vor dem Beherrscher des großen Weltreichs zu erscheinen. Kaiser Hadrian war damals gerade mit naturwissenschaftlichen Studien beschäftigt. Als Aquila; ihm d"". Rabbi Josua als den größten Lehrer Js- - raels irgestellt hatte, fragte der Kaiser: -n welcher Wissenschaft bist Du bewandert?"; Unsere heilige Gotteslehre,"" antwortete Rabbi Josu», „„gibt uns Aufschluß über Alles, was in! der Welt wissen^w^rth ist."" W»e lc jAt,u fragte der Kaiser, „bedarf! das puhn, u oas Ei zur Reife zu bringen?"**) „„21 Tage, und ebenso lange währt es, daß | aus der Blüthe der Haselnußstaude die eßbare! Frucht wird.""! „Wie viel Zeit bedarf die Hündin, bis sie ihre! Jungen wirft?"! „„50 Tage, und ebensolange bedarf die Feige > zur Reife."" > „Und die Katze?" „„52 Tage; dieselbe Zeit erfordert die Reife i der Maulbeere."" „Und das Schwein?" „„60 Tage; gerade wie der Apfelbaum."" „Und der Fuchs?" „„6 Monate; wie das Getreide."" „Das Schaaf und die Ziege?" „„5 Monate wie der Weinstock."" „Das Pferd, das Kameel und der Esel?" „„Ein ganzes Jahr, wie der Dattelbaum."" „Und die Kuh?" „„Neun Monate, wie der Olivenbaum."" „Und wie ist es bei den wilden, reißenden Thieren?" „„Die Wölfin, die Löwin, die Bärin, die Panther, Leoparden, Elephanten, Giraffen bedürfen dreier Jahre, ebenso wie die weißen Feigen. Der Basilisk trägt erst nach siebenzig Jahren, ebenso der *) Ialkm Schimeoru zu 1 B. M., Q. 33, V. 14. **) Vergleiche Bcchoroth t'. 8. Johannisbrodbaum; zur Reife ihrer Früchte bedürfen beide dreier Jahre."" „Und die Schlange?" „„Sie ist verflucht von Gott und bedarf, einzig unter allen Geschöpfen, sieben Jahre zur Austragung ihrer Frucht." " „Aber die Weisen von Athen behaupten, daß die Schlange nur dreier Jahre dazu bedürfe?" „„Sie sind im Jrrthum befangen."" „Sie haben aber diese Kunde auf dem Wege des Experiments erlangt." „ „Trotzdem behaupte ich, daß sie im Jrrthum befangen sind."" „Vermeinst Du weiser zu sein als die Weisen von Athen, die weisesten Männer der Welt?" „„Ihre Weisheit wird nur durch Forschung und Erfahrung erlangt; aber unsere Weisheit stammt von Gott, dem Allmächtigen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Er hat uns sich offenbart, hat uns seine heilige Lehre gegeben, in der alle Weisheit enthalten ist."" „Und Euch ist offenbart worden, wie lange Zeit die Schlange zur Reife ihrer Frucht bedarf?" „„Auch dieses ist in der Thora enthalten. Es heißt in der heiligen Schrift: Und es sprach der Ewige, Gott, zu der Schlange: Weil Du dieses gethan, so seiest Du verflucht von allem Vieh und von allem Gewild. — Wie von Vieh zu Vieh, von der Katze bis zum Esel, von 52 Tagen bis zu einem Jahre der Unterschied ein siebenfacher ist, so vom Vieh zum Gewild, vom Esel zur Schlange, ein siebenfacher Zwischenraum; demnach gebraucht die Schlange sieben Jahre, um ihre Frucht zu zeitigen." " „Wenn Du klüger bist als die Weisen von Athen, so magst Du mit ihnen wetteifern und sie besiegen; wisse aber, daß, wenn Du ihnen eine Antwort schuldig bleibst, Du dem Tode verfallen bist." Die Weisen von Athen gehörten sämmtlich der Sophisten-Schule an, und so stellten sie denn allerlei sophistische Fragen an Rabbi Josua. Dieser aber blieb ihnen keine Antwort schuldig. „Sprich," frugen die Weisen, „der Mann, der um ein Weib geworben und es nicht erhalten, wie , soll's dem in den Sinn kommen, um eines in einem! noch höheren Stande zu werben?"! Rabbi Josua nahm einen Nagel und versuchte, ihn in den untern Theil der Mauer zu stecken; es ging nicht. Er reichte nun in die Höhe, versuchte es da und fand bald eine Stelle, wo der Nagel eindringen konnte. — „„So,"" sagte Rabbi Josua, „„sucht und findet auch jener Mann, die ihm vom Geschick bestimmt, passende Genossin.""