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Der Israelit · 1881-08-31 · Heft 35 (31.8.1881) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 35 (31.8.1881)
Date
1881-08-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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877 man schon vor einigen Tagen in den Straßen, besonders aber auf dem Bahnhof in großen Massen gefunden. An Wühlereien seitens der Antisemiten fehlt es hier überhaupt nicht. Besonders hat ein junger Mann (Sohn eines hiesigen Handwerkers), der hier das Gymnasium besucht, dreimal beim Abiturientenexamen durchfiel und jetzt zeitweilig als Hauslehrer fungirt, durch Verbreitung von Schriften antisemitischen Inhalts die Hetze eifrig zu nähren versucht. Auch ein hochkonservativer Baron steht in dem Verdacht, dieser Bewegung seinen besonderen Schutz angedeihen zu lassen. Die Behörden haben übrigens ein wachsames Auge. Verhaftungen sind bereits mehrfach erfolgt und der hiesige Kriegerverein hat sich der Polizeiverwaltung zur Verfügung gestellt, um bei etwa ausbrechenden Tumulten wirksame Hilfe zu leisten. Das Anerbieten ist mit Dank angenommen worden. — In Bütow ist es seit einigen Abenden regelmäßig zu Unruhen gekommen. In Schlawe soll Dienstag Abend Krawall gewesen sein. Flatow i. Westpr., 22. August. Der Landrath des hiesigen Kreises hat nachfolgende Bekanntmachung zur Kenntniß der Kreiseingesessenen gebracht: „Es haben in der letzten Zeit Störungen der öffentlichen Ordnung und gegen die jüdischen Einwohner gerichtete Excesfe in verschiedenen Ortschaften des Regirungsbezirks stattgefunden. Ich werde mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln solchen Rohheiten entgegentreten, falls derartige Excesse auch im hiesigen Kreise ausgeübt werden sollten und gebe mich der Hoffnung hin, daß ich darin von allen Polizeibehörden energisch unterstützt werde..... Gegen Schankwirthe, welche durch Verabreichung von geistigen Getränken etwaige Ungehörlichkeiten fördern, wird sofort das Verfahren auf Concessionsentziehung eingeleitet werden." Oesterr.-Ungar. Monarchie. D»rpalota, den 22. August, m m'.n oax. Selten nur dringt aus dem Weichbilde unserer Gemeinde eine Nachricht in die Welt und auch heute ist es leider eine herbe Hiobskunde, mit der ich vor den gesch. Leserkreis des „Israelit" trete. boj ynai ntv. Das orthodoxe Judenthum hat einen schweren Verlust erlitten. Der Nestor unserer Gemeinde -.moy nmnn iw a"sian ^man nwcn ann pan» 'au onnax nvo n'V'oa pinn w'von nxn\n l>"aa ist gestern tief betrauert zu Grabe getragen worden. b"r ntasan war ein a^an i'obn der ’aixa anm y'i vxnw' riino 'iai am bwntt” öiKBNDtn ^X11 m"D 'iai ami y'i *pn Oidw 'ino b"i n^Djna n''p pjDrn'iö'iai ami y'i Er erreichte ein Alter von 101 Jahren und bis an sein Lebensende oblag er mit eisernem Fleiße Tag und Nacht dem Studium unserer p"n"n. Seit mehr denn 75 Jahren fungirte er unentgeltlich als?w«n i’H hier in seiner Vaterstadt. Er verfocht stets mit unverwüstlicher Ausdauer das Princip des streng orthodoxen Judenthums und war sehr jovial im Umgänge. Ueber Alles aber galt ihm das Gebot n-'?i ddi> ia warn und er ging keine niox 'n ohne mm. An den jüngsten Nationaltrauertagen nvna i"» und 39« *a fjat er noch sehr leicht gefastet. Sein riesiges Naturell hat Jedermann geradezu angestaunt. — 24 Stunden vor seinem Ableben hat er noch einen enggeschriebenen Brief ohne Augenglas gelesen, er konnte noch ohne jedwede Stütze gehen und hat vor 2 Jahren den ersten und einzigen Zahn verloren, und so man ihn fragte om’ nanxn noa »an da sagte er -pix m D’P’ino? O"n «m mm 'iai na'v'a n»o» An seiner Bahre sprachen tief ergriffen die ehrw. Herren Rabbiner Abr. Singer von hier und Gottl. Fischer aus Stuhlweißenburg, und schließlich widmete ihm auch sein Eidam, Herr Danziger, im Namen der Familie einen warmen Nachruf. — Vor kaum 2 Monaten war der einzige Sohn des y'i nosan am aus dem Leben geschieden. Vor seinem Ableben hat der theure Heimgegangene y'i Herrn Rabbiner Abraham Singer, dem er besonders zugethan war, ersucht, aus dem Dmntaaip, in welchen er die geistige Früchte seines 90jährigen emsigen Forschens p"nma zusammengetragen, einige talmudische Dissertationen zu wählen und zusammenzustellen und durch den Druck zu veröffentlichen. Die biederen Schwiegersöhne des y'i nvea erklärten sich bereit, die Druckkosten aus ihren Mitteln zu bestreiten und den Ertrag einem heil. Zwecke zuzuführen. — Herr Rabbiner Abr. Singer, der jederzeit durch die Herausgabe seines eigenen Werkes 'd TDtmn 0’ »noa py -pnnvn sehr beansprucht ist, hat aus Liebe und Verehrung zu dem großen Verblichenen y'i die ebenso ehrende als mühevolle Mission übernommen, aus dem reichhaltigen Material einen Theil selbst zur Durchsicht zu übernehmen, und den andern Theil andern bewährten Händen zur Auswahl zu übergeben, *n montm Dno nxison pnsn man am ■vya o»xn» mpnax an '"a nyw'o a»toxa *»tt "niva aniaayO"ii^.-imw erklärte sich gern bereit an dem schönen Werke thatkräftig mitznwirken, und hat ihm Herr Rabbiner Singer zu diesem Behufe ein umfangreiches pnoaip übergeben. Ein zweites großes Dmaip übersandte Herr Rabb. S. zu gleichem Zwecke seinem allverehrten Vater n"j/>D pnaion r«an am »"a nyaan nDs 'moa y"O'U ^xnw' nnxsni nia n-.n nip'aani n"p"pn"ax und eine drittes vnvaip nebst vielen andern zerstreuten Schriften und kleineren Heften übernahm Herr Rabb. A. Singer selbst.

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