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Der Israelit · 1881-08-24 · Heft 34 (24.8.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 34 (24.8.1881)
Date
1881-08-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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854 Der durch dieselben verursachte Schaden wird auf 20,000 Mark abgeschätzt. Heute wollen die Schützengilde und der Kriegerverein für die Sicherheit der .Stadt Sorge tragen. Altona, 2. Aug. Der vor Kurzem in Hamburg verstorbene Kaufmann, Herr I. A. Italiener, hinterließ folgende Legate: Dem Unterstützungsverein von 1829, dem Verein zur Unterstützung dürftiger Familien an Sabbat- und Festtagen, dem Verein zur Speisung armer Reisender an Sabbat- und Feiertagen, dem Verein der jungen israel. Armenfreunde je M. 250. — Der Taubstummen-Anstalt, dem Miethe-Hülfsverein, dem Frauen-Verein, dem Frauen-Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen in der deutsch-israel. Gemeinde, dem Verein zur Bekleidung armer Schüler der Talmud-Thora, der israel. Mädchenschule von 1798, der Stern-Stiftung, dem Frauen-Verein zur Unterstützung armer israel. Wittwen, dem israel. Feuerungsverein von 1855, dem israel. Unterstützungsverein von 1862, dem israel. Mieth-Verein von 1828, dem israel. Verein für Gebrechliche, der Talmud-Thora, dem israel. Mädchenbekleidungs-Verein, dem Verein „nrux rmx", der Blinden-Anstalt von 1830, dem Paulinen-Stift, je M. 500. — Dem deutsch-israel. Waisen-Institut M. 1160. — Der deutsch-israel. Gemeinde M. 1700 und 500 Pfd. Sterl.: Russische 5proc. Anleihe von 1877. — Dem Betsaale des Hein'schen Krankenhauses, in der der Verstorbene ein fleißiger Besucher war, schenkte er ferner zwei sehr werthvolle Vorhänge zur heiligen Lade, einen aus weißem Atlas mit massiven Goldsternen zu den o^snun uw und einen aus echtem rothen Sammt mit massiven Silbersternen zu den — Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pesth. Ein schönes Beispiel von Toleranz liefern zwei Herren, die — wie „Esztergom es Videke" meldet — gegenwärtig in Gran von Haus zu Haus gehen und, mit ministerieller Erlaubnis, eifrig sammeln. Der eine der Herren heißt Gabriel Bika und ist reformirten Glaubens, der andere nennt sich Joseph Horvath und ist Katholik, und wofür die Herren Liebesgaben sammeln, ist die abgebrannte — Synagoge von Mentshely (Veszprimer Komitat). Schweiz. Aus der Schweiz, 8. Aug. In der Reihe der schweizerischen Schützenfeste nimmt das soeben in Freiburg beendigte einen hervorragenden Platz ein. Es war ein eigentliches Fest der Demokratie und die hauptsächlichsten Reden galten der Volksfreiheit, ihren Bestrebungen und Errungenschaften. Es war eine unendlich dankbare Aufgabe der Festredner, die Vergangenheit, die engherzige Herrschaft des Patriziats mit der errungenen Freiheit der Gegenwart, der Gemeinde- und Volksfreiheit in Parallele zu setzen. Die Thatsachen sprechen mächtig. Vor hundert Jahren in Freiburg die Hinrichtung des Bauern Nikolaus Cheneaux, der Namens der Bauern von den Patriziern Steuern- und Lastenerleichterung forderte; heute befinden sich die Bauern von Freiburg als freie Männer mit unter den Festgenossen, während das übermüthige Patriziat und seine Gewaltherrschaft in alle Winde zerstoben ist. In meisterhafter Weise entwickelte Herr Bundesrath Ruchonnet das Bild der Vergangenheit und Gegenwart. Er pries in herrlichen Worten die Märtyrer der Volksfreiheit, die Chenaux, Davel, Pequinat, Leuenberger, die unglücklichen aber würdigen Nachfolger der Männer Grütli, deren Blut es ist, das auf das Banner des schweizerischen Volkes das Wort „Freiheit" eingeschrieben hat. „An diesem Tage, wo wir die hundertjährige Erinnerungsfeier an Cheneaux begehen, in den Gegenden, für deren Freiheit sein Haupt gefallen, gibt es keine Unterdrückung, keine Privilegien mehr." Herr Ruchonnet erinnerte daran, daß die Freiheit verdient sein wolle: „Sie ist ein Gut, das nicht lange Denjenigen gehört, die seiner nicht würdig find. Wenn wir mit Dankbarkeit die Früchte des Baumes genießen können, welche unsere großen Väter gepflegt und mit ihrem Blute gedüngt, so vergessen wir nicht, daß unsere Nachkommen auch nach unseren Werken fragen werden. Unser Werk ist es, unsere Institutionen und Sitten zu vervollkommnen, die Bildung zu heben, mehr und mehr die wahre Unabhängigkeit zu schaffen, welche in der Moral, im Wissen — und im Wohlbefinden besteht." Die Schweizer zur Eintracht, zur Ausrottung alles Dessen ermahnend, was sie trennen könnte, warf Herr Ruchonnet einige grelle Streiflichter auf das Ausland. „Hier die religiöse Intoleranz, die an die traurigsten Zeiten der Barbarei erinnert, indem sich Christen auf das Volk Israels werfen und uns den Mißbrauch zeigen, den man mit einer Religion der Liebe treiben kann. Anderswo der Nacenhochmuth, derben Czechen gegen den Deutschen waffnet, den Franzosen gegen den Italiener. Sagen sie uns nicht: Laßt keine Trennung in unsere Thäler kommen? Hört, Schweizer, nie auf solche Versuche! Zeigt im Gegentheil, wie Deutsche, Italiener, F^nzosen, Romanen als ein Volk unter der einen Fahne der Freiheit Zusammenleben können! Dort ist es Rußland, ist es Irland, wo der sociale Kampf wüthet, wo der Egoismus der Menschen uns zurust: Ihr, die ihr die Gewalt, das Glück besitzet, lasset es nie zu, daß in eurem schönen Lande es Bürger gibt,

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