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Der Israelit · 1881-08-24 · Heft 34 (24.8.1881) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 34 (24.8.1881)
Date
1881-08-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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852 meines Schülers Akiba vernehme, der da gesprochen hat: „Schätzenswerth sind die Schmerzen." Als man ihn aufgerichtet hatte, fragte er: „Woher weißt Du das, Akiba?" Und Rabbi Akiba sprach: „Ich habe es aus der heiligen Schrift gelernt. Trotz der sorgfältigen Erziehung, die der König Menascheh von seinem Vater Chiskijahu erhalten hatte, war er mißrathen und that, was böse war in den Augen des Ewigen; selbst das Wort Gottes durch den Mund des Propheten vermochte nicht, ihn zu bessern. Da brachte Gott Leiden über ihn; er wurde vom König von Aschur gefesselt in die Gefangenschaft geführt und auf das Schrecklichste mißhandelt. Nun endlich ging er in sich, demüthigte sich vor dem Gotte seiner Väter und betete zu Ihm, und Gott erhörte ihn und brachte ihn zurück nach Jerusalem auf seinen Königsthron, da erkannte Menascheh, daß der Ewige der einzige Gott ist. Aus diesen Vorgängen lernen wir, wie werthvoll und wohlthätig die Schmerzen sind." „Willst Du damit etwa sagen," fragte Rabbi Elieser, „daß ich irgend etwas verseht habe, was ich abzubüßen hätte?" „Rabbi," antwortete Rabbi Akiba, „hast Du mich doch gelehrt, daß es keinen Menschen auf Erden gibt, und sei er noch so fromm und thue er noch so viel Gutes, der nicht einmal einen Fehler begeht*). Einige Tage nachher wurden die Rabbinen benachrichtigt, daß es mit Rabbi Elieser -rasch zu Ende gehe. Es war an einem Rüsttage zu Sabbat. Die Rabbinen setzten sich in einer Entfernung von vier Ellen vom Krankenbette nieder; denn noch ruhte der Bann auf Rabbi Elieser. Als der Tag sich seinem Ende zuneigte, trat Horkinas, der Sohn des Rabbi Elieser, auf seinen Vater zu, um ihm vor Eintritt des Sabbats die Tephillin abzunehmen. Der Kranke aber währte es ihm. Da sprach Horkinas zu den Rabbinen: „Mein Vater scheint schön ohne Bewußtsein zu sein." — Rabbi Elieser hörte es und rief: „„Dein Sinn ist verwirrt und der Deiner Mutter, daß Ihr Euch um meine Tephillin kümmert, wiewohl die Sabbatlichter noch nicht angezündet sind! Wollt Ihr damit bis in den Sabbat hinein warten und ein todeswürdiges Verbrechen auf Euch laden?"" Als die Rabbinen sahen, daß er noch vollkommen geisteskräftig war, zeigten sie sich ihm; und als er sie erblickte, fragte er: „Weßhalb seid Ihr gekommen?" — Und sie sprachen: „„Um Thora zu *) Sanhedrin f. 101a. lernen."" — „Und warum seid Ihr bis jetzt nicht gekommen?" — „„Wir hatten keine Zeit."" — Da sprach Rabbi Elieser: „Die Sünde, die Ihr dadurch begangen, daß Ihr das Studium bei mir vernachlässigt habt, werdet Ihr einst durch einen gewaltsamen Tod büßen müssen." „„Und ich?"" fragte Rabbi Akiba. „Dein Tod wird schlimmer sein als der der Andern; denn Dein Herz ist weit wie die Halle des heiligen Tempels, und Du hättest noch viel von mir lernen können." Und Rabbi Elieser legte seine beiden Arme auf sein Herz und ries: „Wehe euch, meine beiden Arme, ihr gleichet den zugerollten Thorabüchern, in denen Niemand liest! Viel Thora habe ich gelernt und viel Thora habe ich gelehrt. Viel Thora habe ich gelernt, und habe einem meiner großen Lehrer kaum so viel entnommen, wie ein Hund, der aus dem Meere trinkt; viel Thora habe ich gelehrt, und meine Schüler haben mir nicht mehr entnommen, wie ein Pinsel, den man in einen Farbentopf taucht. Dreihundert Halachoth kenne ich in Bezug auf die Aussatzflecken, nach denen mich niemals Jemand gefragt hat; dreitausend Regeln sind mir in Bezug aus die geheime Wissenschaft bekannt, nach denen mich Niemand gefragt hat bis auf Akiba ben Joseph." Und die Rabbinen richteten schwierige Fragen an den Kranken, die er alle beantwortete, und die letzte Antwort, die er ihnen ertheilte, war: „Rein"; da hauchte er seine Seele aus. Und Rabbi Josua rief: „Seine Seele ist in Reinheit von hinnen gegangen; der Bann ist ausgehoben, der Bann ist aufgehoben." Rabbi Elieser war in Caesarea gestorben; nach Ausgang des Sabbats trug man seine Leiche nach Lydda, um sie dort zu bestatten. Laut jammernd folgte Rabbi Akiba der Leiche und rief, wie einst der Prophet Elischah, als Elijahu von ihm hinweggenommen wurde: „Mein Vater, mein Vater, Israels Streitwagen und Heeresmacht! Du hast für uns gestritten und gekämpft, und Dein Gebet hat uns größeren Schutz verliehen als mächtige Kriegesheere! Ach, so Vieles hätte ich noch zu fragen; aber Der, welcher mir antworten könnte, ist unwiederbringlich dahin!"*) (Fortsetzung folgt.) < Zei geric scheü tereß glied in e weil, fällst und Auf der gotto regiei Dez. Abha unter Nun gerich der! beant Auss v. 10 zelner doch i ausgc Sette *) Sanhedrin f. 68 a. Hierzu drei Beilagen. hat c in Br schon die Hi anlass gegen denn i Laterr bergs u feil?erselb potter sicht c nehr i .Dc Heit ji Verantwortliche Redactkon: Dr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition des „Israelit" große Bleiche 45. I. Gottsleben's Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).

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