Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1881)
- Date
- 1881-08-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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822 Verlauf: Die Juden, durch den militärischen Schutz sicher gemacht, sollen den Unwillen der Bauern durch muthwrllige Provokationen erregt haben. Am 24. Juli, einem Sonntage, versammelte sich im Gemeindehause eine große Menge Volkes, wobei auch der in der Nacht angekommene Krementschuger Kreishauptmann, der die Bauern zu beschwichtigen suchte, sowie ein Gensdarmerie-Offizier erschienen sind. Auf die Rede des Kreishauptmanns fing die angesammelte Menge Volkes an zu schreien, daß sie nicht wünscht, daß im Städtchen Juden leben. „Weshalb hat man zu uns Kosaken geschickt", schrien besonders die Kleinbauern und Betrunkenen. — Auf die Versicherung des Quartal-Offiziers, daß die Kosaken sie absolut nicht stören und daß dieselben nicht auf ihre Rechnung erhalten werden, hörte man viele Stimmen, daß die Juden sofort aus Borispolie Hinausgetrieben werden müßten. Nach einigen weiteren beruhigenden Worten setzte sich der Kreishauptmann mit dem Gendarmerie-Offizier und dem Polizeibeamten in den Wagen und fuhren in den nächsten Stadtbezirk. §inter den Abführenden heulte und tumultirte die lenge. Die Zerstörung begann. Um 8 Uhr Abends waren alle Juden, die Borispolje bewohnten, geplündert und beraubt. Unterdeß fing die Menge eine große Branntwein-Niederlage zu zerstören an. Nach der Zerstörung derselben, wobei sie sich angetrunken hatten, schrieen die Excedenteu, daß es jetzt an der Zeit sei, Abrechnnng mit den Juden selbst zu halten. In dem Moment kam der Polizeibeamte mit dem Gendarmerie-Offizier herangesprengt. — Aus die Aufforderung an die Ruhestörer, auseinanderzugehen, antwortete die Menge mit Schimpfworteu, umringte den Polizeibeamten, einer aus derselben schlug auf ihn los, und nur Dank seinem Ausweichen blieb er unversehrt. — Ein anderer Aufrührer warf sich auf den Gendarmerie-Offizier und führte gegen ihn einen Schlag mit einem eisernen Instrument aus deu Rücken aus, in Folge dessin derselbe vom Pferde stürzte. Jetzt gab der Polizei-Offizier Ordre zu schießen. Die Schüsse erschütterten die Luft und man hörte schreckliches Geschrei. Nach den Schüssen wandten sich Hunderte, Tausende zur Flucht nach allen Richtungen und der Tumult hörte auf. Auf dem Platz der Katastrophe fanden sich fünf Erschossene und mehrere Verwundete. — Die Juden in Borispolie leben jetzt in den allertraurigsten Verhältnissen, da sie tatsächlich außer ihren zerstörten Häusern nichts mehr besitzen. Sie leiden sogar Mangel an Nahrungsmitteln, da die Bauern ihnen um kein Geld welche verkaufen. Auch das Vieh derselben haben die Bauern aus der gemeinschaftlichen Weide herausgetrieben. Feuilleton. It k i b a. xxxm. Wir haben bereits oben erzählt, daß ein naher Verwandter des Kaiserhauses, Namens Aquila, nach griechischer Aussprache Akylos, nach aramäischer Aussprache Onkelos, bei Rabbi Elieser und bei Rabbi Josua Belehrung gesucht hatte. Aquila war ein Schwestersohn des Kaisers Hadrian*), sein Vater hieß Kalonikos oder Kalonymos und war ein aus der Insel Pontus reich begüterter Mann. Schon in seiner frühen Jugend war Aquila durch einen Pädagogen von jüdischer Herkunft, den Kalonikos nach Beendigung des jüdischen Krieges unter Titus auf dem Sclavenmarkte zu Alexandria gekauft hatte, in der hebräischen Sprache unterrichtet worden. Als er später seinen Oheim, da dieser Präfect von Syrien geworden war, begleitete, nahm Aquila die Gelegenheit wahr, in Judäa den Umgang mit den Weisen zu suchen und sich von ihnen in der Gotteslehre unterrichten zu lassen. „Mein Oheim," sprach er zu dem Präfecten von Antiochia, „gestatte mir, das Land zu bereisen und Handelsverbindungen darin anzuknüpfen." „„Willst Du Geld verdienen, Aquila?"" fragte Hadrianus. „„Ich besitze Schätze genug, von denen ich Dir soviel überlassen kann, wie Du immer nur wünschen magst."" Hadrianus war mit Sabina, einer Schwestertochter des Kaisers Trajan, vermählt. Aber die Ehe war unglücklich und kinderlos. Die niedrigen Leidenschaften, denen Hadrian fröhnte, zogen ihm die Verachtung seiner Gemahlin zu, und der mürrische, boshafte und apathische Charakter der Sabina veranlaßte ihren Gatten, sie so viel als möglich zu meiden und von ihr entfernt zu leben. Umsomehr liebte Hadrian den Sohn seiner Schwester; er hatte keinen näheren Verwandten als ihn. Da Hadrian ein Blutsverwandter Trajans war, da er dessen einzige Nichte geehlicht hatte, da er ferner sehr hoch in oer Gunst der Kaiserin Plotina stand, so hoch, daß die zeitgenössischen Schriftsteller von einem unsittlichen Verhältnisse mit ihr erzählen, so schmeichelte er sich *) So lesen wir in den meisten Quellen, entgegen dem Talmud Gittin 56 a, wo er als ein Schwestersohn des Kaisers Titns bezeichnet wird. Vergleiche Midrasch Tanchuma, Paraschalh Mischpatim; siehe auch die Einleitung des Oberrabbinen Dr. Adler zu dessen ui (Wilna 5634) schor und diese welci Aus der Thei komi „für der Rinc der 1 gute] sein betrc schm Dir voll, und wirst Zeift der 1 mach „und Miss Zeit in dc der der 1 Phili thene Neffe erwü Elies und und! volle und mehr heilig Elies sah, seiner liebet erste vor, wend schön'