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Der Israelit · 1881-08-17 · Heft 33 (17.8.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 33 (17.8.1881)
Date
1881-08-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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819 ,ej Mpt nach den Vorschriften thunlich ist, welche beul iiglich der Verhütung eines Mißbrauchs des Verlv unmlungsrechts in Geltung stehen. en Berlin, 11. August. Nach meinen Jnsormaioneit hat der Kaiser über die Skandalvorgänge in l‘i üntelpommern und Westpreußen einen eingehenden l0] bricht eingefordert und die strengste Untersuchung lu nbesohlen. Aus mehreren Städten, in welchen der- ~ rtige brutale Scenen sich abgespielt haben, sind an lbgeordnete Schreiben gerichtet worden, in welchen 31 nute Schmerzensrufe über die an den jüdischen Mitärgern verübten Schandthaten laut werden. In >/! inern dieser Briefe, der uns zur Disposition gestellt Ie m'den ist, wird die Absicht ausgesprochen, man ,ri wlle sich wegen dieser Vorkommnisse an den Land- . ag wenden, zugleich wird die Frage aufgeworfen, b es nicht augezeigt erscheine, sich auch direkt an ltl ie Krone zu wenden. Da bei den Tumulten beul eutende Vermögensbeschädigungen vorgekommen e ind, so wird gefragt, an wen die Geschädigten sich r igentlich zu halten haben. Es existirt in Preußen 3t! in sogenanntes Tumultgesetz, wonach bei Aufläufen W orgekommene Beschädigungen 2C. vou der städtischen Verwaltung ersetzt werden müssen; die in den letzten Zähren an das Abgeordnetenhaus gelangten Petitionen "8 »egen Aushebung des Tumultgesetzes haben keinen 6l ttfolg gehabt. Hoffentlich wird die Regierung einen usführlichen objectiven Bericht über die Vorgänge Ü er Öffentlichkeit übergeben. er r Berlin, 12. August. Dem „Tageblatt" wird us Cöslin telegraphirt, daß heute Freitag Vortiittag 11 Uhr 21 Aufrührer, unter denen sich die Rädelsführer befinden, aus Schiewelbein in das fentralgesängniß von Cöslin transportirt wurden, ie wurden mit Stricken aneinandergefesselt unter llitärischer und polizeilicher Bedeckung durch die adt geführt. Der Staatsanwalt Pinoff beaufhtigte den Transport. Ferner meldet das „Tageatt", daß die Cösliner Behörden in der Erkennt- ^'Mß, daß die dortigen Unruhen vor Allem auf die Brandreden Henrici's zurückzuführen sind, diese Perönlichkeit ganz besonders im Auge behalten werde ind im Zusammenhänge damit gegenwärtig in Berin eine Photograghie dieses Agitators recherchire, im aus diese Weise rechtzeitig einem ferneren Aufu^reten des Reichstagskandidaten der Berliner Antiemiten begegnen zu können. Die Aufregung in öslin bleibt ganz außerordentlich; man will eine Weihe verdächtiger Persönlichkeiten von auswärts ttUntdeckt haben, die unter der Cösliner Bevölkerung antisemitische Hetze systematisch betreiben. Die lNiegierung zu Marien Werder hat die Behörde bc> mgewiesen, Hrn.Henrici nicht zu gestatten, die angekündigte Rede auf Schloß Hammerstein zu halten. — Der „Tribüne" wird aus Pollnow in Pommern gemeldet, daß sich der dortige Tumult in nichts von denen der Nachbarorte unterscheide, neu aber sei das Auftreten von erweislich falschen Zeugen. Breslau. Wir wissen es zur Genüge und Alle, die in der Gegenwart Israels nicht müftige Zuschauer und für die Zukunft des Judenthums werkthätig sind, fühlen und empfinden gewiß mit uns, daß der größte und unheilbringende Feind des jetzigen jüdischen Geschlechts ist: Die Gleichgiltigkeit gegen Alles was jüdische Angelegenheit, was specielles Judenthum, was ganz besonders die Zukunft unseres Volkes betrifft. Und in den Kreisen, wo diese Gleichgiltigkeit gegen die Handhabung des praktischen Judenthums nicht vorhanden ist, da ist es wieder die Lauigkeit in der jüdisch-religiösen Kindererziehung und besonders in dem, was ihnen das Wichtigste des Lebens sein sollte, zu erfahren und zu wissen, was für und wie viele Kenntnisse der Thora die Kinder in der jüdischen Schule sich aneignen und ob dieses Wissen geeignet sein würde in den spätem Jahren die Gemüther ihrer Söhne und Töchter in der väterlichen Religion derart zu befestigen, um den etwaigen heranbrausenden Stürmen der Verfolgungen, oder den unausbleiblichen Widerwärtigkeiten des Lebens die gestählte Brust des festen Glaubens und den unbeugsamen Geist der unerschütterlichen Treue gegen Gott und seine heilige Lehre entgegenhalten zu können. Es war dies eine herrliche Zeit, in der der Vater, oder der Ortsrabbi, oder ein sonst für die Jugend sich interessirender Gelehrter, Einer der 'n nun Schulkinder und Jünglinge an jedem Sabbat „aushörten," was dieselben die Woche hindurch in den Schulen „lernten." Dies war der größte Sporn und Antrieb für die Schüler, dies erhielt die Spannkraft derselben aufrecht viel und mit Verstand zu lernen. Mit dem Schwinden des Interesses der Eltern für alles Traditonelle und mit dem Aufhören des Unterrichts in *no:n nrj»D ,'"»"n Dy »Din hörte auch diese löbliche Sitte auf und mit ihr verschwand die Anziehungskraft (oder richtiger: der Zauber) der Schule. In Betracht, daß die hebräische Unterrichtsanstalt D"n py dahier von vorn herein die Aufgabe sich gestellt, möglichst das Interesse für die traditionelle Schule und den traditionellen Unterricht in Verbindung mit dem traditionell-cultuellen Leben, sogar auch des Selbstvorbetens und „Leienens" (Vorlesens aus der Thora mit den Accenten und Punktattonen) Seitens der Bar-Mizwah-Schüler zu pflegen und zu

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