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Der Israelit · 1881-08-17 · Heft 33 (17.8.1881) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 33 (17.8.1881)
Date
1881-08-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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818 hat hierin nichts geändert. Im Mittelalter wie in der Neuzeit bekämpften und bekämpfen sich die Völker, hassen und verachten einander. Im Mittelalter nahm unter der Herrschaft der einheitlichen Kirche der Bruderzwist die schrecklichsten Dimensionen an. In Italien, in Frankreich, in England, in Deutschland war der Bürgerkrieg, der Städtekrieg, die Vasallenfehde, der Bruderkrieg, die Regel, und der Friede gehörte zu den seltensten Ausnahmen. Auch heute ist es noch wenig anders. In Rußland, in Ungarn, in Böhmen haßt und verachtet man die Deutschen, und die deutschen Studentenvereine gehen mit den Antisemiten Hand in Hand, um Haß und Verachtung gegen alles Nichtdeutsche zu erregen und zu schüren. Daß einige altrömische Schriftsteller sich abfällig über die Juden äußern, beweist gegen dieselben nicht das Geringste. Zu jener Zeit waren die Juden fast ununterbrochen im Kriege gegen die Römer begriffen. Sie kämpften mit beispiellosem Heldenmuthe für die Religion ihrer Väter und ihre nationale Selbstständigkeit. Sie wagten das Aeußerfte, um das römische Joch von sich abzuschütteln. Die besten römischen Feldherren und die tapfersten Legionen erlagen dem Heldenmuthe der jüdischen Freiheitskämpfer, die erst nach der heftigsten Gegenwehr uno unter den größten Opfern von der weltbezwingenden Roma besiegt werden konnten. Auch die Römer erlitten hierbei furchtbare Verluste, und die Leichen der Sieger wie der Besiegten bedeckten die Schlachtfelder. Daß unter diesen Umständen die römischen Schriftsteller jener Zeit sich nicht gerade liebevoll über die Juden äußern, liegt in der Natur der Sache. Mit welchen Schmähungen überhäuften sich doch Deutsche und Franzosen während des jüngsten Krieges und kurz nach demselben! Die Juden verloren ihre nationale Selbstständigkeit, und der Wille des allmächtigen Gottes zerstreute sie unter alle Völker der Erde. Trotz dieser Zerstreuung gaben sie die erhabene Idee, welche von Anfang an die Grundbedingung ihrer Existenz ausmachte, nicht auf. Sie blieben die Träger der Wahrheit, die Verkünder der Einheit des allmächtigen Gottes, die treuen Befolger des göttlichen Gesetzes, welches ihr Leben regelt in Speise und Trank, in Arbeit und Ruhe, in Ehe- und Familienleben, vom Aufftehen bis zum Niederlegen, von der Geburt an bis zum Tode. Daher konnten und durften sie nicht mit den Völkern sich vermischen, unter denen sie wohnen. Sie mußten ihrer erhabenen Aufgabe treu bleiben und blieben ihr treu unter den schrecklichsten Widerwärtigkeiten. Was Wnnder, daß sie wiederum die Antipathie der Völker auf sich luden? Diese Antipathie machte sich Lust mit Feuer und Schwert, mit Bedrückung und Ausnahmsgesetzen. Man erfand Mährchen, welche die Schlechtigkeit der Jude, . . . . . _ au darstellen sollten, und benutzte diese lächerlichen unl,^i thörichten Erfindungen, um die Juden zu berauben zu tödten, zu vergewaltigen. Dem Juden ist de Genuß des Blutes auf das Strengste verboten; den Fleische des geschlachteten Thieres muß erst da Blut entzogen werden, ehe es gegessen werden barfLin Trotzdem entblödete man sich nicht, Mährchen vo: gestohlenen Christenkindern zu erfinden, deren Blu 'n$ zur Bereitung der Osterkuchen nothwendig sei! - rt{ Für jedes Unheil, welches die Welt traf, wurde, ßC die Juden verantwortlich gemacht. Als im Jahr 1348 die Pest wüthete, sollten die Juden die Brunne, vergiftet haben! — Die Rohheit und Unwiffenhei:ne pflegt allüberall die wehrlose Minorität für alle, J0r Schlimme verantwortlich zu machen und an ihr Zor )0J und Wuth auszulassen M Als im Jahre 1789 die französische Revolutio h die erhabenen Ideen der Freiheit, Gleichheit un llg! ,e Brüderlichkeit zur Geltung brachte, kamen diese au, eu den Juden zu Gute. Fast ein Jahrhundert hat ejnJ gedauert, bis diese weltbeglückenden Grundsätze ftc uc die Herrschaft errungen haben in den meisten Län \fx dern Europa's. Wenn man den Juden die Freihei or verkürzen, ihnen die Gleichheit vor dem Gesetze raube $ei will, wenn man Haß und Verachtung gegen si^ predigt, wenn man der rohen und unwissenden Meng jjec zuruft: Die Juden sind nicht eure Brüder, sie gi sA hören einer andern Race, einem andern Glauben a — so sind es nicht nur die Juden, die man angreis eiJ es sind die Grundsätze der Freiheit, des Rechts uns der Menschenliebe, die man bekämpft. ^Fortsetzung folgt.) ,UL Init ns tä k\ Zeitungsnachrichten und Correfpondenzei Deutschland. n Berlin, 10. August. Die „Prov.-Corresp. schreibt: Bezüglich der an mehreren Orten PommerHiß und Westpreußens stattgehabten, mit Beschädigui," und Zerstörung von Privateigenthum verbundene Ruhestörungen hat das Ministerium des Inner die Regierungspräsidenten beauftragt, mit alle Mitteln der Wiederkehr solcher Ruhestörungen vo zubeugen und etwaigen erneuten Versuchen m voller Energie entgegenzutreten. Die betheiligtc Behörden sind insbesondere angewiesen der Ausbe, tung und Steigerung der vorhandenen Aufreguih sie welche aus öffentl. Erörterung der bezeichneten Emt eignisse und ihrer Ursachen in etwaigen von bekam iie ten Agitatoren abzuhaltenden Versammlungen zu fürchten sein würde, zu begegnen, soweit dies übci m( [Br ön ml in lim re: en Tö

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