Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1881)
- Date
- 1881-08-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit. m Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. d! Herausgegeben von »r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. August $641 (1881). a Tiefe Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Nan abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate % Vi Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Eours. — Tirecte Francozusendung zu unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die 'Spedition franco einznsenden. et. - ii T-inSiTim-imrSm Inhalt. — .'eitendcr Artikel: Die historische Weltstellung der Juden. — .'eitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. Berlin. Breslau. Essen. Ans Pollnow. Von der pomsn, merschen Grenze. Alls Hinterpommern. Aus Pollnow. Jastrom. hi Heilbronn. — Rußland: Alis Kiew. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Aus Westpreußen. Eppingen. — Dest.-Nngar. Dtonar- _ chie; Wien. — __ Aeuitleton: Alls den Papieren einer L>chamesch-Familie. tz, Inhalt der zweiten Beilage: ge leitende Artikel: Der Schulbesuch am Sabbat. — Literarisches, ge Zeitungsnachrichten und Corresponden.zeu: Deutschland: Würzburg. Berlin. — Rumänien: Ans Bukarest. — Amerika: Chicago. Inhalt der dritten Beilage: _ Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Afrika. lrs al! INI Leitender Artikel. in lei ad I» t. Die historische Wellstellung der Juden. n. Mainz, 10. August. Ein Hauptargumeut unsrer Gegner, welches wieder und wieder gegen uns vorgebracht wird, ist diL_ Antipathie, welche schon im grauen AlterthMie alle' Böller MM_.Juden. und Judenthum gehabt haben und die bis heute sortdauert. Dieses Argument hat den Anschein großer Berechtigung sür sich und wirkt auf die urtheilslose Menge mit überwältigender Macht. Jeder denkende Mensch aber, welcher mit vorurtheilslosem Blick Menschen und Völker und deren Geschichte betrachtet, der die Neigungen und Leidenschaften des menschlichen Herzens kennt, der das wahrhaft Große von dem Kleinlichen und Unbedeutenden zu unterscheiden versteht, muß erkennen und .begreifen, daß durch die allgemeine Antipathie der Völker einzig und allein sestgestellt wird, daß Israel von Anfang an hoch über dem Niveau der Mittelmäßigkeit stand und dadurch Neid und Mißgunst auf sich geladen hat. Daß die Menschen sich untereinander befehden, das liegt tief in der menschlichen Natur begründet. — Als Gott im Begriff war, den Menschen zu erschaffen, so erzählen die Weisen, da sprach der Engel des Friedens: Allmächtiger Gott, erschaffe ihn nicht, denn er wird sein voller Zank und Streitsucht. — Und in der That, das erste Brüderpaar war so einig, daß Kcljin den Abel erschlug., und es war nicht der Schlechtere, welchen unter den Keulenschlägen seines Bruders seine Seele aushauchte. Dieser Bruderzwist zieht sich wie ein rother Faden durch die ganze Geschichte des Menschengeschlechts. Der allgemeine Weltfriede wird erst dann die Menschheit beglücken, wenn Gott seinen Erlöser sendet, wenn von Zion ausgehen wird die Lehre und das Wort unsres Gottes von Jerusalem. Dann werden die Völker die Waffen des Krieges umwandeln in Werkzeuge des Friedens und werden das Kriegshandwerk nicht mehr zu erlernen brauchen. Bis dahin wird es wohl so bleiben, wie es immer gewesen. Die Geschichte lehrt uns, daß die Völker des Alterthums einander haßten und verachteten. Der Grieche sah in jedem Fremden den Barbaren, ebenso der Römer. Nicht minder wurden die Griechen und Römer von den Andern gehaßt ' und verachtet. Das Auftreten des Ehristenthums