Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 32 (10.8.1881)
- Date
- 1881-08-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Iirnoucr Gemeinde, die eine in jeder Beziehung vorragende war, wieder erneuern wird. Alle, ihn kennen, rühmen ihm auch die nöthige Energie ) Thatkraft nach, um ein solches Amt zu verlten, so daß sich die hiesige Gemeinde zu dieser nngenen Acquisition nur Glück wünschen kann. H. Rußland. Moskau. 19. Juli. Unter der jüdischen Bekerung im Süden Rußlands ist, der „Köln. Ztg." olge, der Gedanke zur Gründung eines Auswanungsfonds zur Unterstützung derjenigen von ihren rubensgenossen, welche sich in andern Theiten des ches anzusiedeln wünschen, angeregt worden, lbstverständlich wird jedoch zuerst die Erlaubniß Regierung nachgesucht werden müssen; es heißt, n wolle sich darauf beschränken, das Recht für ichn Familien für jede beliebige Stadt in Rußb nachzusuchen. In Betreff der Judenfrage sind >e streitenden Parteien, Semiten wie Antisemiten, g; beide halten es für eine ökonomische Nothchigkeit, das; die Inden außerhalb der Grenze t gegenwärtigen Hauptseßhaftigkeit angesiedelt den; im Uebrigen aber sind die Ansichten sehr 'chieden; eine Partei will für die Juden das ht, sich nach freier Wahl in jedem Theile des ches anzusiedeln, die andere dagegen besteht auf siedlung außerhalb der Grenzen Rußlands. Da Masse der jüdischen Bevölkerung im Süden im gemeinen arm ist, so ist die Gründung des erstiten Fonds jedenfalls eine Wohlthat; jedem nschen aber ist die Anhär glichkeit an seine Heimath eboren, und es dürften sich nicht viele Juden fin- > welche bereit wären, dieselbe freiwillig aufzu- 'n, um wahrscheinlich unter sehr beschränkenden 'schriften nach anderen Gegenden in Rußland zu en. Die Gründung des Auswanderungsfonds * jedoch nur in dieser Bedeutung Sinn, nicht c für eine Auswanderung nach Spanien oder erika. Die antisemitische Bewegung ist übrigens mit Unrecht als beendigt betrachtet worden; die 'gänge in Perejeslawl, Gouvernement Poltawa, 13. Juli, wo auf's Neue mehrere jüdische Häuser -övt worden, gibt dafür einen Beweis. Im Gelen wird die Volksstimmung gegen die Juden ler wieder ausgebeutet, und zwar von Agitatoren, nnentdeckt bleiben. So waren am 15. Juli in Ltadt Dünaburg Proclamationen verbreitet, in hm die Arbeiter aufgefordert wurden, sich gegen Juden zu erheben und diesen ihren unrechtmäßig orbenen Reichthum zu entreißen. Die Ruhe wurde ch nicht gestört. Feuilleton. Ms den papieren einer Schamesch- Iamilie. Von N a p h t a l i Simon. (Fortsetzung.) Am Wahltage versammelten sich sämmtliche Parnoßini, Manhigim und Jckurim nicht nur, sondern auch alle Gabbaim der verschiedenen Vereine unter dem Vorsitze des Oberrabbiners, welcher von den drei Dajanim umgeben war, in der Gemeindestube, welche auf dem Hofe der großen Synagoge sich befand, am Morgen um 8 Uhr. Die Gemeindebeglaubkgten brachten die erwähnte Urne herbei, und Alle überzeugten sich, daß das Siegel der Gemeinde sowohl, wie des Beth-Din, durch welche dieselbe verschlossen war, unversehrt geblieben. Der erste Vorsteher löste die Siegel und der Oberrabbiner zog achtzehn Zettel aus der Urne, welche entfaltet, vorgelesen und in ein Buch eingeschrieben wurden. Hierauf wurden eiligst je ein Mann zu einem der also durch das Loos Gewählten entsendet, um ihn in die Gemeindestube zu führen. Dieser Bote hatte darüber zu wachen, daß der Wahlmann mit Niemandem, wer es auch immer sei, irgend ein Wort spreche, sondern schweigend von dem Hause zur Gemeindeftube wandte. Hier angelangt, wurde er in die Synagoge geleitet und hatte dort zu schwören, daß er unparteilich sein wichtiges Amt heute ausführen wolle, daß er unverbrüchliches Stillschweigen für alle Zeit bewahren werde, hinsichtlich der Namen, die er auf den Wahlzettel einzuzeichnen gedenke, und endlich, daß er nicht sich selbst wählen werde. Sodann brachte man jeden Wahlmann einzeln in ein Gemach, überreichte ihm einen Bogen Papier und forderte ihn auf, auf denselben diejenigen Männer niederzuschreiben, welche er ernennen wolle, weil sie ihm die tüchtigsten und geeignetsten deuchten. Er faltete diesen Bogen alsdann zusammen und trat in die Gemeindestube, um dem Oberrabbiner denselben einzuhändigen. Wenn solchergestalt alle achtzehn Wahlmänner ihre Liste abgegeben hatten, eröffnete sie der Oberrabbiner und las die Namen mit lauter Stimme langsam vor. Die beiden Beglaubigten der Gemeinde schrieben diese Namen nieder, und diejenigen wurden alsdann als die Häupter der Gemeinde verkündet, welche mindestens zwölf Stimmen erhalten hatten. Dieses Wahlgeschäst ging mit großem Ernst und besonderer Feierlichkeit vor sich, und nicht eher