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Der Israelit · 1881-08-10 · Heft 32 (10.8.1881) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 32 (10.8.1881)
Date
1881-08-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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799 3* tei o> k fe lbr >ei )ei nt fei a er se Dei e ist Feuilleton. Kkiöa. XXXII. Der langbefürchtete Aufstand brach aus. Fast eichzeitig erhoben sich die Juden in Mesopotamien, Aegypten, in Cyrene und auf der Insel Cypern. nfangs kämpften die Juden glücklich und schlugen römischen Feldherrn Lupus in die Flucht. Da ndte der Kaiser seinen besten Feldherrn aus, um Juden zu bekämpfen. Martins Turbo zog gegen Aufständigen in Aegypten und (Sirene. Der kluge lPvherr vermied es, den Aufrührerischen in offener chlacht entgegenzutreten: er suchte ihnen durch le Gefechte zu schaden und dadurch ihren Muth lähmen. Es gelang ihm allmählich, die Juden ch harter Gegenwehr aufzureiben. Trajan hatte item Feldherrn befohlen, die Juden in all denen triften, in welchen der Aufstand wüthete, vollldig zu vertilgen. Martins Turbo kam diesem ausamen Befehle buchstäblich nach. Ganze Landche wurden durch die Vernichtung derer, die sie her bebaut hatten, in Einöden verwandelt, und Blut floß in Strömen. Der grimme Feind chonte nicht Frauen und Kinder. Auch über die lr den in Alexandria brach das Strafgericht herein, re prachtvolle Synagoge wurde zerstört und dem dboden gleich gemacht und das Blut der Erir Magmen floß bis in das Meer und färbte es roth. nso schlimm wüthete der Lieblings-Feldherr des neiDsers, Lucius Ouietus, gegen die Juden von opotamien und den angrenzenden Ländern, über che sich der Aufstand erstreckt hatte. Lucius war Maure von Geburt und war mit einem Haufen icr Landsleute in römische Kriegsdienste getreten, hatte die Gunst des Kaisers derart zu gewinnen landen, daß dieser sich mit dem Plane trug, ihn seinen Sohn zu adoptiren und zu seinem Nachn er zu bestimmen. Nachdem Lucius die babylonischen Juden niedMworfen hatte, machte ihn der Kaiser zum Stattüel ter von Palästina. Er mißbrauchte dieses Amt, - \\ Juden in entsetzlichster Weise zu quälen und zu ihr erdrücken. Er wollte sie zwingen, die Standbilder i Kaisers anzubeten und vor ihnen zu opfern. Da )ben sich auch die in Palästina wohnenden Juden n das unerträgliche harte Joch. Zwei tapfere nner, Papus und Julianus, stellten sich an die tze des empörten Volkes. Aber die schlechtbefneten, kriegsungeübten Schaaren konnten gegen Heere der Römer nicht Stand halten. Lucius dt! »Nk Ouietus durchzog als Sieger das Land und verbrannte Städte und Dörfer. Auch Jabueh wurde zerstört, und das Synhedrium mußte nach Uschah auswandern. Beinahe wäre Rabbon Gamliel, der Fürst, ergriffen und zum Tode geführt worden, wenn ihn nicht ein vornehmer Römer mit Aufopferung des eigenen Lebens gerettet hätte. Die Schaaren, welche Papus und Julianus um sich gesammelt hatten, wurden in die Flucht geschlagen; die beiden Anführer geriethen in Gefangenschaft. Der siegreiche Feldherr ließ sie vor sich führen. „Ihr Aufrührer," schrie er sie an, „wie habt Ihr es wagen dürfen, Euch gegen Euren Kaiser zu empören?" „„Wir konnten,"" antwortete Papus, „„die Grausamkeiten nicht mehr ertragen, die Du im Namen des Kaisers über uns verhängt hattest. Du wolltest uns zwingen, vor Bildern uns zu bücken und ihnen göttliche Ehre zu erweisen. Wir aber dienen nur dem einzigen, allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde!"" „Wenn Euer Gott so mächtig ist," antwortete hohnlachend der römische Feldherr, „warum rettet er Euch nicht aus meiner Hand?" „„Wir sind Sünder,"" antwortete Julianus, „„und haben den Tod verdient. Wenn er nicht durch Dich uns würde, so hat Gott noch viele andere Mittel und Wege, uns die verdiente Strafe zukommen zu lassen. Du aber bist nicht werth, daß Du ein Wunder mit Deinen Augen schauest."" „Ihr wahnbethörten Juden," entgegnete Ouietus, „die Ihr noch im Angesichte des Todes mich zu verhöhnen wagt, vernehmet meine Worte: Ihr müßt jetzt sterben: aber nicht allein Ihr, sondern all Eure Stammesgenossen. Ich werde jetzt Judäa durchziehen und Alles niedermachen lassen, was Eurem Stamm angehört; ich werde weder Männer noch Frauen, weder Kinder noch Greise verschonen. Und wenn ich einst römischer Kaiser sein werde, so will ich es zur Aufgabe meines Lebens machen, Alles, was den jüdischen Namen trägt, von der Erde zu vertilgen. Dieses mein Versprechen soll Euch die Todesstrafe vergällen!" „„Rathet nur Rath'"" sprach Julianus, „„und er wird zerstört werden, redet nur Rede, und sie wird nicht eintreffen, denn mit uns ist Gott."" „Führt sie zum Tode!" schrie Lucius Ouietus. Da geschah etwas Wunderbares, Unerwartetes. Zwei Reiter sprengten herbei und riefen: „„Kaiser Trajan ist todt, Hadrian ist Kaiser! Lucius Ouietus ist seines Amtes entsetzt! Greift ihn Soldaten und fesselt ihn! Er ist des Hochverraths angeklagt und wird in Rom gerichtet werden. m

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