Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 32 (10.8.1881)
- Date
- 1881-08-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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797 3 tt :e lt if ln n n 1-;§ :tl ll *r :n er n, er :6 he >ie sn iflt ,eu •er rer N. leer. je» Seimacu Unternehmens unermüdlich thätig, besuchte x Messen und Märkte mit den Erzeugnissen des jeimischen Kunstfleißes, knüpfte stets neue, weiter md weiter, bald bis jenseits des Oceans reichende Serbindungen an und trug sorgsam jeder neuen Erfindung und Verbesserung auf textilem Gebiete Rechnung. Fleiß, Sparsamkeit und die strengste ßeefettät lieferten ihm die Mittel, sein Geschäft nehr und mehr zu erweitern und außer Handwebtuhlen auch eine Anzahl mechanischer Webstühle in 8ang zu bringen, solchergestalt dem stetig wachsenicit Absatz auch eine entsprechend vermehrte jProdukiliität gegenüber stellend. Rühmend hervorzuheben st seine Herzensgüte, die stete Zufriedenheit und das ingetrübte gute Einvernehmdn mit den Tausenden einer Untergebenen und Arbeiter, von denen die neiftett seit langen Jahren in seinen Diensten stehen. - Die prächtigen Bauten und Fabrikanlagen machen >mt auch dem Laien und dem Neustadt passirenden fremden die Bedeutung des Etablissements klar und egen die Frage nahe nach dem Schöpfer und Beründer des Ganzen. Noch in den letzten Jahren eines Lebens erbaute er, der stets die Gottesfurcht >ls kostbares Gut pflegte, der hiesigen israelitischen Gemeinde ein Gotteshaus, welches er nach jeder Achtung hin reich ausstattete. — Seine Heimathsiadt betrauert in dem Dahingeschiedenen einen ihrer esten Bürger, und wer ihn gekannt in Nähe und ferne einen Ehrenmann im vollsten Sinne des Lortes. — Seine Nachfolger und langjährigen Mitrbeiter bürgen dafür, daß das Etablissement in em bisherigen Umfange und ganz im Sinne seines Schöpfers weitergeführt werden wird. Wie wir >ören, hat der Verblichene ansehnliche Vermächtnisse iir Wvhlthätigkeitsanstalten seines Ortes bestimmt. >rik 22. der »er* lch- 'en- »alt ffen neu jcm tbeS Uge tuen len, ines Stettin, 3. Aug. Es geht lustig her im leben Pommerlande. Die Judenhetze ist, wie es Äeint, im besten Gange. Man lese zum Beweis essen die nachfolgenden Nachrichten: Aus Bublitz, Aug., wird der „Ztg. f. Hinterp." geschrieben: fine ganze Anzahl von Leuten aus der Stadt und nigen naheliegenden Ortschaften bewegte sich gestern egen Abend auf dem Markt und in den HauptilickDraßen und gab nicht undeutlich zu erkennen, daß e einen Angriff auf die Juden resp. ihre Wohungen unternehmen wolle. Wohl traf die Polizei de Vorsicht, um die Ruhe auftecht zu erhalten, rnnte es aber nicht verhüten, daß bei mehreren Löhnungen der Juden, besonders aber an der Syagoge, Fenster eingeworfen wurden. 12 der Hauptcten rmultuanten wurden arretirt. Erst spät in der m acht konnte die Ordnung wieder hergestellt werden, tteni legen einen heute beabsichtigten Angriff sind die ößtmöglichen Maßregeln getroffen worden, so daß derselbe hoffentlich unterbleiben wird. Die Gendarmerie des Kreises, sowie 20 hiesige Einwohner sind der hiesigen ausübenden Polizei zur Beihilfe zugetheilt. Auch müssen auf Anordnung des Landraths die Ladenbesitzer ihre Geschäfte um 7 Uhr Abends schließen und die Meister und Bürger dafür sorgen, daß ihre Gehilfen, Dienstboten und sonstigen Hausgenossen in den Wohnungen bleiben. — Auch in dem Dorfe Pielburg (zwischen Neustettin und Tempelburg) sollen nach der „Cösl. Ztg." in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend bedeutende Excesse stattgefunden haben. Knechte und Gesellen aus Stettin fanden sich „besuchsweise" in Pielburg ein, um die dortigen Bauern zu Gewaltthätigkeiten gegen die Juden aufzuhetzen und sie bei den auch wirklich stattsindenden Tumulten, in Folge deren der Laden des Herrn Lewinski vollständig demolirt wurde, zu unterstützen; selbst die Söhne eines Gendarmen sollen au den Excessen Theil genommen haben. Einer der Ruhestörer wurde verhaftet und nach Neustettin gebracht, aber wieder in Freiheit gesetzt, da er nach Tempelburg gehört. In der Nacht vom Sonntag zum Montag sollten sich die Ausschreitungen wiederholen, doch hielt es diesmal die Ortspolizei für gut, die Zusammenrottungen zu verhindern. — Aus Schivelbein schreibt man: Schon in der vergangenen Woche hörte man des Abends und auch vereinzelt des Tages Rufe wie: Hepp Hepp! Juden raus! Wir brauchen keine Juden! rc., so daß man auch hier ähnliche Scenen, wie in Neustettin, Hammerstem rc. befürchtete. Es war dies um so mehr anzunehmen, als schon am Sonnabend das allgemeine Stadtgespräch coursirte, daß am folgenden Tage Nachmittags in den hiesigen Anlagen eine Versammlung abgehalten werden sollte und es am Abend „losgehen" würde. Der nicht unbedeutende Auflauf am Abend wurde durch die Vorsichtsmaßregeln der Polizei bald gesprengt. Dennoch kam es zu einzelnen Ausschreitungen, in einem jüdischen Hause wurden die Fenster zertrümmert und sind die Thäter leider entkommen. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Dieselbe war bis 1 Uhr Nachts auf den Beinen. Heute wurde vom Magistrat öffentlich bekannt gemacht, daß Derjenige, welcher den Zertrümmerer der Fensterscheiben ermittelt, eine Belohnung von 30 Mark erhält. — Auch in Polzi n haben an den letzten Abenden Tumulte stattgefunoen. Hunderte von Menschen durchzogen nnter Schimpsreden die Straßen, zu Ausschreitungen ist es jedoch auch hier nicht gekommen. England. Plymouth. Der jüngst in England verstorbene Maler Salomon Hart hat der hiesigen jüdischen Gemeinde 25000 Pfund vermacht.