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Der Israelit · 1881-08-10 · Heft 32 (10.8.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 32 (10.8.1881)
Date
1881-08-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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795 tfii desselben Propheten Mund war begnadigt, g en Trost auszusprechen sür das Elend und den ü: Jammer, welchem Israel entgegen ging. Er hatte ^uch die herrliche Zeit der Morgendämmerung zu crkündigen, wie den vollen Glanz der mittägigen?onne, welche endlich — endlich — die Erde grüßen ürd. Die Bruder-Menschheit, rery-nna-iw, welche jren ganzen Uebermuth, ihren vollen Haß auf das hwache Jacob-Israel ergossen und cs verfolgt, verchtet , gehetzt, gemartert, verbrannt und niedergede ictzelt hat — während der langen, langen Nacht toi er Jahrhunderte — sie wird endlich zum Bewußtsein es Rechts, welches in Gott wurzelt, zur Empfindung 0ß er Liebe, welche von Gott stammt, gelangen, und "te sie, Gott und Sein Recht so lange mißachtend nb sich auf die eigene Kraft stützend, Israel unterdrückt und sich selbst unglücklich gemacht hat, also ru >ivb mit der Huldigung Gottes auch die Änerkenung Israels, als des von Gott gesendeten Herolds, ch auf Erden vollziehen. teil Die Völker der Erde werden alsdann vouJakobnä srael sprechen: „Es schoß auf wie ein junges Reis, wie eine iPurzel aus dürrem Erdreich; — hatte keine Gestalt, er ine Schönheit; — siel unser Blick aus es, so hatte ge! kein Ansehen, daß wir Neigung zu ihm hätten en npfinden können. — Es war verachtet, von Menge -en gemieden, schmerzbeladen, an Krankheit gewöhnt, we id als hätte Gott ihm Sein Antlitz entzogen, verndDhteten wir es und schätzten es für nichts. — Aber cchrlich! es trug die Krankheit, die wir ihm beitet, und Schmerzen, die wir ihm zugesügt, lasteten if ihm, — während wir es von Gott getroffen, schlagen und gemartert wähnten!-Wir le irrten wie Schafe umher — ein Jeder hatte sich ines Weges gewendet - Gott sucht an ihm die vlHünde heim, die wir alle begangen. So ward es drückt, gepeinigt — und öffnete seinen Mund nicht; wie ein Lamm wurde es zur Schlachtbank ge- Dü )leppt, wie ein Schaf vor seinen Scheerern — Mmm — es öffnete nich seinen Mund!" (Jesajah53.) Und Gott wird alsdann zu Seinem Volke rechen: „Stehe auf, leuchte, denn dein Morgen ist anbrochen und die Herrlichkeit Gottes ist über dir lfgegangen. Denn siehe, wenn auch noch Finsterniß e Erde deckt und Nebel die Nationen, so strahlt ch über dich Gott, und Seine Herrlichkeit wird rer dir sichtbar.-Die Völker wandeln deinem chte nach und die Könige dem Glanze deines trahls! —.. Hebe deine Augen auf im weiten Inkreise und schaue: Alle sind sie versammelt und mmeu zu dir, deine Söhne — sie kommen aus der Ferne zu dir, deine Töchter, welche an deiner Seite groß gezogen." (Jesajah 60.) „Am Endziel der Tage wird der Berg des Hauses Gottes fest gegründet sein aus der Spitze der j Berge und von Hügeln getragen sein — ihm werden I alle Völker zustürmen. Und viele Nationen werden j wallfahren und zu einander sprechen: kommt, lasset uns zum Gottesberge hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß es uns lehre von seinen Weisen, daß auch wir in Seinen Wegen wandeln; — denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und von Jerusalem Gottes Wort." Wepn demnach in buchstäblicher Verwirklichung das entsetzliche Geschick, welches die Propheten im Namen Gottes voraus verkündet, über Israel sich erfüllt hat und noch erfüllt, ebenso wird auch die unaussprechlich herrliche Zukunft Heraufziehen, und Israel trägt schon seit Jahrtausenden den Trost für seine Leiden und die Botschaft seines und der Menschen Heil durch die Zeiten in die Kreise der Völker. Der Schofarhall tönet durch die Geschichte, er dringt an das Ohr der Menschen — sie aber sprechen noch immer: „wir wollen nicht vernehmen". Und auch in Israel selbst wenden sich ganze Kreise voll diesem Gottesrufe ab und schütteln ungläubig das Haupt zu den Verheißungen der Propheten, so daß nur ein „nnwy", „ein Gott geweihtes Zehntel" verbleibt, welches sich als Träger des Israel-Berufs bewährt. Dieses „Zehntel" aber steht fest und unentwegt im Sturme der Zeiten; es überdauert die Schauer des Herbstes, den Frost des Winters; es birgt die kräftige, lebenssrische Saat der Heileszukunft in sich, nruso Enp jnr. Und das ist Israels Trost. Das erhebt es über den Hohn und die Verfolgung, denen es von Außen ausgesetzt ist, das tröstet es über den Abfall und Verrath, über die Lüge und den Zweifel, die in seinen eigensten Kreisen scheinbar die Herrschaft ausüben. Von unseren Neidern und Hassern verleumdet und verfolgt, von unseren eigenen Genossen mißachtet und verkannt — das ist das trübe Bild, welches sich in der Gegenwart unserm Blicke entrollt. Dennoch verzweifeln wir nicht; — unser Trost liegt in den heiligen Urkunden, welche unsre Väter uns getreulich überliefert haben, längst ausgesprochen. Die Pöbelhaufen, welche in fanatischer Wuth die Wohnstätten der Juden demoliren und ihre Insassen in die Fremde jagen, — die Männer der Schrift und der Rede, welche in Zeitungen und Versammlungen den Kreuzzug gegen die Juden predigen, — unsre Brüder, welche theils mit Bewußtsein, theils aus Unkenntniß das Gottesgesetz und die göttlichen Verheißungen mißachten und ihnen ihr Ohr

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