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Der Israelit · 1881-08-03 · Heft 31 (3.8.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 31 (3.8.1881)
Date
1881-08-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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771 Tempels, ob des Feuerbrands, welcher in dein Lager gefallen!" „Zion! allen Balsam Gileads nimm zur Linderung deiner Schmerzen! — er reicht nicht aus!— denn unendlich wie das Meer ist dein Elend!" So der Seufzer, die Klage um Zions Fall. Doch wenn wir unserem Schmerze uns entwinden, und aus der Gegenwart Jammer unfern Blick in die Lergangenheit richten, — um zweitausenddreihundertundzwei Jahre zurück, als Juda unterging, der Tempel aus der Zionshöhc ein Raub der Flammen wurde und das Heer Rebusaradou's das Volk in das Exil trieb, — und wir nach Ursache und Zweck dieses Untergangs des jüdischen Staats und dieser Vernichtung des Gottesheiligthums forschen, so geben uns die heiligen Urkunden Aufschluß. Denn die jüdische Menschenfamilie ist die einzige, deren eigenthümliche Vestimmung und cigenthümliches Geschick in klaren Zügen ausgezeichnet vorliegen, bevor sie noch zu einer selbstständigen staatlichen Organisation gelangte, bevor noch die Ereignisse in die Wirklichkeit getreten waren und getreten sind; ihre Geschichte ist geschrieben worden, ehe die Träger derselben geboren waren, die posthume Zukunft ist nichts anderes, als die Bestätigung und Bezeugung der längst vollzogenen Aufzeichnungen. Was Gott längst als Mahnung hatte anssprechen lassen: „Hütet euch, das; euer Herz sich lischt der Berführung öffne und ihr abweichet und fremden Göttern dient und vor ihnen euch niederwerfet; — es wird alsdann der Zorn Gottes wider euch erglühen, wird den Himmel zurttckhalten nnd es wird kein Regen kommen, und der Boden wird seinen Ertrag nicht geben; und ihr werdet rasch von dem guten Lande fortkommen, welches Gott euch gibt" — (5. B. M. E. 11, B. 16, 17); — was als Warnung längst Gott durch Moses hatte verkünden lassen: „Und wenn trotzdem ihr mich nicht höret und mit mir in Zufall wandelt, — so gehe ich mit euch in die Wuth des Zufalls, und züchtige auch ich euch siebenmal über eure Sünden. Ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen!-Und ich lasse eure Anhöhen vernichtet und eure Sonnenbilder zerstört werden, und ich gebe eure Leichen hin neben die Leichen eures Götterunwesens, und es verwirft euch meine Seele; — und ich gebe eure Städte der Zertrümmerung hin, und lasse eure Heiligthümer veröden, und nehme nicht mehr hin den Opferansdruck eurer Willfahrung; — — ich selbst mache euer Land zur Oede, und es veröden daraus eure Feinde, die sich darin uiederlassen, — euch aber zerstreue i ich unter die Völker und zücke hinter euch her das Schwert; — — euer Land aber bleibt öde, und! eure Städte bleiben Trümmer." <0. B M. E. 26, V. 27—33.) Das hatte auch acht Jahrhunderte später der Prophet Jecheskeel, welcher mit den ersten Exulanten unter dem Könige Jojachin bereits nach dem Lande der Ehaldäer gekommen war, mahnend und warnend im Rainen Gottes auszusprechen. Er war gesendet, noch im letzten Momente das Zusammenbrechen des jüdischen Staates als Folge des Abfalls von Gott und Seiner Lehre seinen Zeitgenossen und folgenden Geschlechtern zu verkünden, 'n o -j?-n „auf daß sie erkennen, daß Ich Gott bin," daß Ich diesen Untergang herbeigeführt und längst angedroht habe; dd -ncn '">^2 ’nx:p2 mm, daß nicht etwa die Uebermacht des babylonischen Reichs Israel übermannt, und das jüdische Reich gleich den andern Staaten Rebnkadnezar's Erobernngslnst zum Opfer gefallen, weil es zu ohnmächtig gewesen Widerstand zu leisten, sondern daß in diesem llntergangc die alte Gottesmarnung ihre Erfüllung finde ob der Sünden, welche Israel begangen. Darum erging das Wort Gottes au Jecheskeel: „Rimm dir ein scharfes Schwert als scheermesser und führe cs über dein Haupt und deinen Bart; nimm dir alsdann eine Gewichtswaage und theile sie: ein Drittel verbrenne im Feuer in der Mitte der Stadt, wenn die Tage der Belagerung zu Ende gehen, und das andere Drittel nimmst du und schlägst mit dem Schwerte ringsum, das letzte Drittel aber zerstreue in den Wind. — Ich werde das Schwert ihm nachzückeu. Von da aber nimm ein weniges Gezähltes und knüpfe es in deines Gewandes Ecke; — aber auch hiervon nimm wiederum etwas und wirf es mitten in das Feuer, daß du es im Feuer verbrennst, — von ihm wird Feuer über das ganze Haus Israel ausgehen. Denn also hat Gott der Herr gesprochen: dieses Jerusalem. — Ich batte es in die Mitte der Völker gesetzt, umgeben von Ländern — es vertauschte Meine Rechtsordnungen zuin größeren Frevel als die Völker und die von Mir gebotenen Sittengesetze mehr als die es umgebenden Länder, denn sie haben Meine Rechtsordnungen gänzlich mißachtet nnd sind in Meinen Sittengesetzen nicht gewandelt.-Darum hat also Gott, der Herr, gesprochen: weil ihr mehr als die Völker eurer Umgebung in Empörung euch befindet, da ihr in meinen Satzungen euch nicht führt und Meine Rechtsordnungen nicht vollzieht, und selbst nicht nach den Ordnungen der Völker eurer Umgebung handelt, — deshalb — also spricht Gott der Herr — bin auch Ich jetzt über dich gekommen und vollziehe in deiner Mitte Gerichte an-

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