Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1881)
- Date
- 1881-07-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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750 als ein ungeübter in einem stundenlangen. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, daß wenn die Volksschule einmal ausgebaut ist — vorerst werden, wie das bei Errichtung von Schulen üblich ist, nur die untersten Klassen errichtet — und sich das Bedürfniß zeigt, ein Lehrer mit der ständigen Aufsicht betraut wird, zumal man dann die Leistungsfähigkeit eines jeden einzeluen Lehrers kennen gelernt haben wird und nicht der Gefahr ausgesetzt ist, einen schwer zu reparirenden Mißgriff zu machen. Was die Anstellung der Lehrer betrifft, so wird demnächst auch in diesen Blättern ein Ausschreiben! erfolgen, worin Stelle und Zeit der Anmeldung an-! gegeben wird, vorherige Anmeldungen, die schon massenhaft erfolgt sind, werden nicht berücksichtigt und müssen in der oben bezeichneten Weise wiederholt werden. Selbstverständlich ist bei der Wahl, die der Genehmigung der staatlichen Schulbehörden unterliegt, nur die Befähigung für das Lehramt und s der sittliche und religiöse Charakter entscheidend und! wollen sich daher nur solche Bewerber melden, die! den Anforderungen des Schulvorstands wie der! staatlichen Behörden vollständig entsprechen.! Der Schreiber dieses gibt sich der Hoffnung! hin, daß auch der Leser die Errichtung einer jüdischen i Volksschule freudig begrüßen und sie mit den besten : Wünschen für ihre Erfolge begleiten werde. nicht zulassen wollte, daß seine Tochter auch Religionsunterricht erhalte. Da in Oesterreich nicht nur die Kinder österreichischer, sondern auch ungarischer Staatsbürger die Schule anstandslos, ohne Religionsunterricht nehmen zu müssen, besuchen können, und man ferner wegen des Eigensinns der Eltern die Kinder des Schulunterrichts nicht berauben wollte, so hat der Schulstuhl entschieden, daß das erwähnte Mädchen auch ohne den Religionsunterricht zu erhalten, die erste Klasse besuchen dürfe. Diese Angelegenheit gelangte auch vor den Magistrat, welcher die Sache so wichtig hielt, daß er selbe dem Cultusminifter zur Entscheidung unterbreitete. Der Cultusminifter hat nun dahin entschieden, daß im Sinne des Gesetzes Einheimische den Schulunterricht ohne Sitten- und Religionslehre nicht genießen können und daher auch Ausländern der Schulunterricht nicht gestattet werden kann, wenn sie dem Landesgesetze nicht entsprechen. Feuilleton. Ukiba. Oesterr.-Ungar. Monarchie. XXX. Pefth. Im neuen, nunmehr eigenen Vereinslokale des Budapefter isr. Handwerks- und Ackerbauvereins fand jüngst eine Ausschußsitzung statt, bei welcher der Vorsitzende Dr. Armin Schönberg einen erschöpfenden Bericht von der vorzüglich ausgefallenen Jahresprüfung an der Staats-Gewerbe- Mittelschule erstattete. Ferner meldete Dr. Schönberg, daß der Vereinsstipendift Lemberger einer der ausgezeichnetsten Zöglinge dieser Anstalt ist, was zur befriedigenden Kenntniß genommen wurde. Der Ausschuß beschloß, das eminente Wirken dieser ausgezeichneten Staatsschule seinerseits auch dadurch zu unterstützen, daß er für das Schuljahr 1881—82 zwei weitere Stipendien für Hörer der Gewerbeschule creirt. Die Höhe eines jeden Stipendiums wurde auf 120 fl. per Anno bar, nebst der Bekleidung festgesetzt und werden im Concurswege vergeben. — Ausgenommen wurden 16 neue Zöglinge für das Handwerk. Budapest, den 14. Juli. Im letzten Schuljahre ist an der Leopoldstädter Elementarschule der Fall vorgekommen, daß ein hier wohnender konfessionsloser österreichischer Staatsbürger, dessen Tochter in die erste Klasse ging, es! Die große Synagoge von Alexandria war ge-! füllt bis auf den letzten Platz; es mochten wohl - hunderttausend Menschen anwesend sein. Alle waren , sie herbeigeströmt, um den großen Lehrer aus Palästina, dessen Ruf die Welt erfüllte, zu hören, und nur eine Besorgniß erfüllte die Menge, daß die Stimme des Mannes nicht ausreichen würde, den j ungeheuren Raum zu beherrschen. Diese Besorgniß! war unbegründet. Wie Donnerton durchhallten die Worte Rabbi Akiba's den mächtigen Raum. „Meine Brüder, meine Freunde," sprach er. „In alten Zeiten gab es eine große, reiche, mächtige Stadt, Niniweh hieß sie. Aber der Wohlstand, der Reichthum hatte die Leute von Niniweh leichtsinnig und übermüthig gemacht; sie beraubten einander, fälschten Kauf- und Leihbriefe und führten einen ausschweifenden, unsittlichen Lebenswandel. Da schickte Gott seinen Propheten, den Jona, den Sohn des Amittai, um die leichtsinnigen und bösen Leute in Niniweh zu warnen. „Noch vierzig Tage, ries der Prophet, und Niniweh wird zerstört werden." „Meine Freunde, meine BrüderI Auch ich bin zu Euch geschickt worden, um Euch zu ermahnen. Diese große und wohlhabende Gemeinde ist in ihrer großen Mehrheit abgewichen von den Wegen Gottes.