Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1881)
- Date
- 1881-07-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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749 s. Z. Seitens der Anstalt das Zeugniß gegeben wurde, daß er sich sehr gut betragen habe. — Da ich diesen Bericht über den räthselhaften Verstorbenen nur auf Veranlassung eines 110^ und zwar owo imnx vrwx xw'N mm veröffentliche, so wäre es wünschenswerth, wenn Personen, die irgend einen Aufschluß über diesen räthselhaften Fall geben könnten, durch Mittheilung in dieser gesch. Zeitschrift beitragen würden, Licht über diesen dunkeln Fall zu verbreiten und wäre es vielleicht am Platze, wenn andere jüdische Zeitschriften durch Veröffentlichung dieser Zeilen dazu beitragen würden. Wolf Grünebaum o"nD -isid. Frankfurt a. M, 20. Juli. Schon seit einiger Zeit beabsichtige ich, Ihnen über die von der isr. Religionsgesellschaft projectirte Gründung einer Volksschule zu berichten, ich wollte indessen abwarten, bis Organisation und Lehrplan seststehen. Die wahrhaft tropische Hitze, welche hier herrscht, treibt jedoch alle Welt in die Bäder, so daß diese sehr wichtigen Details erst nach den Ferien festgestellt werden können und wollte ich deshalb meinen Bericht nicht länger hinausschieben. Schon jetzt besuchen über zweihundert jüdische Kinder die christlichen Volksschulen, diese Zahl wächst alljährlich um mindestens fünfzig. Diese Kinder können keine Aufnahme in der Realschule finden, weil die Eltern das hohe Schulgeld nicht zu erschwingen vermögen und weil auch die Kinder der Schule nur wenig geweckt übergeben werden können, einer einsichtsvollen häuslichen Aufsicht und Nachhilfe entbehren und daher den großen Ansprüchen, welche eine mit der Berechtigung versehenen Schule stellen muß, nicht Nachkommen können. Sie würden nur in den wenigsten Fällen im Stande sein, das Ziel der Schule zu erreichen; verfehltes Schulziel zieht aber sehr häufig ein verfehltes Leben nach sich. Der Ansspruch unserer Weisen ^22 min verlangt aber gerade für die Armen eine besondere Aufmerksamkeit und diese kann nur darin bestehen, daß für ihre geistigen Bedürfnisse in einer für sie geeigneten Weise gesorgt werde. Diese Sorge soll die isr. Volksschule auf der Basis von -pi oy nun p« übernehmen. Daß bei einen; Besuche der christlichen Volksschulen die Kinder zum großen Theil für die Religion verloren gehen und daß eine Religionsschule, zumal wenn sie sich auf einige Stunden Per Woche beschränken muß, wohl einiges jüdisches Wissen ihren Schülern beizubringen, jedoch nicht erziehlich auf sie einzuwirken vermag, bedarf wohl keines Beweises. Durch den Anschluß an die Realschule ist ein Aufrücken der befähigten und fleißigen Schüler in diese ermöglicht. Die Realschule besitzt nämlich vierzig Freistellen, bis jetzt konnten bei deren Besetzung nur die Eltern in Betracht gezogen werden, größtentheils entschied zuletzt das Loos; die Befähigung der Kinder selbst war zu wenig bekannt, um bei der Entscheidung berücksichtigt zu werden. Für die Folge werden jedoch hauptsächlich solche Schüler der Volksschule Berücksichtigung finden, welche dort den ersten Elementarunterricht genoffen und sich durch Befähigung und Fleiß ausgezeichnet haben. Mit dem Besuch der Volksschule ist daher der der Realschule nicht ausgeschlossen, es ist vielmehr das Aufrücken in dieselbe den Kindern als das Ziel und die Belohnung ihres Fleißes und ihrer Aufmerksamkeit in Aussicht gestellt. Die in der Volksschule verbleibenden Schüler erhalten eine mehr praktische, die Vorbereitung für den Gewerbestand anstrebende Ausbildung. Die Anregung zur Gründung einer Volksschule ging gleichzeitig von Herrn Rabbiner Hirsch und einem Mitgliede der Verwaltung aus und zwar von jedem selbstständig, ohne daß der Eine mit dem Anderen Rücksprache genommen hatte. Dieses merkwürdige Zusammentreffen veranlaßt ein anderes Mitglied der Verwaltung den Grundstein durch Widmung eines Betrags von zwölftausend Mark für den Grundstock zu legen. Darauf vorgeuommene Sammlungen ergaben vorerst circa siebentausend Mark jährliche Beiträge, sowie noch einige weiteren tausend Mark für den Fond. Nach dem Voranschlag ist außer einem mäßigen Schulgeld ein Zuschuß von zehntausend Mark per Jahr erforderlich, der noch fehlende Rest wird durch noch in Aussicht stehende Zeichnungen von Jahresbeiträgen und durch zu erwartende Geschenke aufgebracht werden. Es konnte dieser im Verhältniß zu den Leistungen geringe Zuschuß von zehntausend Mark als genügend erachtet werden, weil die Religionsgesellschaft nicht allein das Local und die nöthigen Subsellien unentgeltlich stellt, sondern auch die pädagogische Leitung durch den Director der Realschule, der sich dazu in völlig uneigennütziger Weise bereit erklärt hat, bewirken läßt. Hierdurch ist nicht allein eine bedeutende Ausgabe erspart, sondern eine in der Leitung einer Schule bereits bewährte, tüchtige Kraft gewonnen. Allerdings wird der Director der Realschule die Volksschule nur zeitweise besuchen und sich nicht ständig in derselben aufhalten können, das letztere ist auch nicht nöthig, es genügt die Feststellung der Klassenziele und der Lehrmittel, die den Lehrern zu gebenden Anleitungen über die eiuzuhaltenden Methoden, die Einweisung der Lehrer und Schüler in die verschiedenen Klassen und die Uebersicht über dieselben; das kann aber Alles durch einen zeitweiligen Besuch erledigt werden. Ein erfahrener Pädagog gewinnt durch einen kurzen Besuch einer Klasse ein klareres Bild über die Leistungen der Lehrer und Schüler