Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1881)
- Date
- 1881-07-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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747 irrthümlich für „farfara“ gehalten hatte. Diesen Unsinn abzudrucken hatte ich keine Lust. Ich will die Bedeutung, die Ihr Herr Ree. dem Worte vindicirt, zugeben, kann aber nicht umhin, meiner Verwunderung darüber Ausdruck zu geben, daß er dafür ansührt, die Warschauer 1877er Ausgabe habe auch pnene. Zunächst ist das Druckfehler, wie alle anderen Edd. z. B. ed. Wilna 1878, zeigen. Sodann aber ist ja lins-is gar keine mögliche grammatische Form! sDas „auch" habe ich nicht unterstrichen; der Vers, unterstreicht es und gibt ihm dadurch, daß er den Nachdruck darauf legt, einen anderen, von mir nicht beabsichtigten Sinn. Ich wollte nur sagen, daß die Lesart dieser Ausgabe sich am meisten dem von der Mischnah angeführten mne-ie nähert, aus dem sie wohl corrumpirt sein könnte. Bei dem Zustand, in dem sich der Text der Midraschim befindet, entscheidet auch die Mehrzahl der Ausgaben nichts für die richtigere Lesart.) Was die angeblich fehlenden Pflanzennamen betrifft, so bemerke ich, daß mir wen sehr wohl bekannt ist, das aber kein Pflanzennamen ist, sondern wie der an der vom H. Rec. angef. Stelle sagt: ein allgemeiner Ausdruck, welcher umfaßt orvyoi o^swni D’Dipn. sJch sehe darin noch keinen Grund, warum das Wort nicht unter dm aramäischen Pflanzennamen angeführt werden soll. Es hätte bei o^sai d’di» als Collectivname angeführt werden sollen. Der Berf. führt auch in seinem Register unter den Pflanzennamen auf, welches doch auch kein specieller Pflanzenname ift.] Schobb. 109 a. habe ich nicht ausgenommen, weil gegen '"ten, Aruch mit Recht erklärt, es bedeute ryn n« Dna jjsa p-p ’by: „Blätter". jer. Berachoth VI, 10 fehlt, weil mir Frankls Erklärung zur Stelle nicht einleuchtete und ich mich Levy s. v. anschließe. (Das Wort wird auch vom Aruch in der von mir angegebenen Bedeutung genommen; dieser und nicht Frankl ist mein Gewährsmann. Levy's Wörterbuch besitze ich nichts Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aschbach (Bayern). Unwillkürlich beschleichen mich alte Erinnerungen beim Niederschreiben der nachfolgenden Zeilen. Elf Jahre sind es beinahe her, seitdem ich unter „Mittheilungen eines preußischen Husaren" Ihnen und den gesch. Lesern des „Israelit" Berichte über meine Erlebnisse aus dem Feldzuge gegen Frankreich zufandte. Manche Leser des „Israelit" erinnern sich vielleicht noch der Schilderung, welche ich von der n^on, die ich nach der Schlacht bei Wörth in dem Keller eines jüdischen Hauses gemeinschaftlich mit den erschreckten Bewohnern machte, in diesen Blättern veröffentlichte. Auch steht mir noch lebhaft in Erinnerung, wie ich am rwn ffjo des Kriegsjahres 1870 in einer einsamen Scheune vor Paris auf Vorposten n^ön verrichtete, bei welcher Gelegenheit meine Andacht durch das Crepiren einer französischen Granate, die das Scheunenthor zersplitterte, gestört wurde. Ich habe aber meines Wissens noch nie ein Wort über ein anderes Ereigniß aus jener Zeit verloren, an welches ich in letzter Zeit so häufig erinnert wurde. Es war an einem jener denkwürdigen Novembertage, in welchen die Kämpfe an der Loire gegen die an Zahl uns überlegene französische Loirarmee geschlagen wurden. Das Bataillon des Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95, zu dessen Stab ich als Ordonnanz commandirt war, hatte stundenlang gegen Uebermacht gekämpft, bis es seine Munition verschossen hatte und bereits von drei Seiten von feindlichen Truppentheilen eingeschlossen war. Der heldenmüthige Führer des Bataillons hatte sehr richtig eingesehen, daß, wenn nicht baldiger Ersatz das hart bedrängte Bataillon aus der Klemme ziehe, dasselbe unvermeidlich verloren sei. — Freiwillig erbot ich mich, den waghalsigen Ritt durch eine französische Tirailleurkette zu versuchen, obschon mich der Oberst selbst auf das fast Unmögliche dieses Unternehmens aufmerksam machte. Wohl hatten mich die Franzosen bemerkt, und ein Schuß durch meinen Czako und ein anderer durch meinen Mantel blieben mir als Zeichen ihrer Aufmerksamkeit zur Erinnerung. Mich selbst trafen ihre Kugeln nicht. Mein vortrefflicher Araberhengst, der bis zur Schlacht bei Sedan einem französischen Kürassier gehört hatte, trug mich mit Windeseile davon und nach kaum 20 Minuten hatte ich ein Bataillon Bayern erreicht, welches den Rest des braven Bataillons der 95er rettete. Wohl waren inzwischen der Oberst und die meisten'Offiziere des stark decimirten Bataillons gefallen, aber der noch übrig gebliebene Theil des Bataillons war durch meine Vermittlung gerettet worden. Ich wurde noch während des Feldzuges für meine bewiesene Unerschrockenheit von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Sachsen-Meiningen, dem Inhaber des 95. Regiments mit der „Silbernen Verdienstmedaille mit Schwertern" decorirt und darf es wohl mit Stolz sagen, daß ich in den Augen der braven Söhne des Thüringer Oberlandes einen oten tcMTp gemacht habe, indem ich denselben zeigte, daß mein Pferd nicht lahm war, als es galt, ein Bataillon tapferer Kameraden vor Tod oder schmählicher Gefangenschaft zu retten. Ich würde, da es mir, obschon ich damals noch 11 Jahre jünger war