Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 29 (20.7.1881)
- Date
- 1881-07-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Erste Beilage?u Nr. 29 des Israelit. Leitender Artikel. Aaböiner A Iischmann ^>"-.7 Nachdem schon in diesen Blättern eine eingehende Schilderung des unersetzlichen Verlustes, den die Preßburger Gemeinde, durch das Hinscheiden des in der Ueberschrift Genannten, erlitten hat, veröffentlicht worden ist, glaube ich, daß es für die geehrten Leser des „Israelit" von Interesse sein wird, einige nähere biographische Details über denselben zu erfahren. Rabbi Feisch Fischmann wurde im Jahre «"vpn zu Miskowitz in Mähren geboren, wo er auch unter der streng religiösen Erziehung seines Vaters a"nn ~''si nvo?Npnr n"io seine Kinderjahre verlebte. Schon früh entwickelten sich die merkwürdigen Geistesgaben in ihm, die ihn später zum berühmten Manne machten, so daß er schon in seinem dreihzehnten Jahre die große Jeschibah des weithin berühmten Trebitscher Rabbiners besuchen konnte. Gleich beim Besuche des ersten Vortrages bot sich ihm Gelegenheit, seine, für sein Alter ausgebreitete Kenntniß auf dem Gebiete des Talmuds an den Tag zu legen, indem er dem Rabbiner eine fc’rp vortrug, ans eine von demselben citirte Ansicht des unn'?, die der Lehrer nicht beantworten konnte. Die mannigfachen Bedrückungen, denen die Juden damals in Mähren ausgesetzt waren, bewogen ihn, schon nach einem Jahre, die Trebitscher Jeschibah mit der zu Neustadtl in Ungarn zu vertauschen. Hier widmete er sich mit eisernem Fleiße und mit unermüdlicher Ausdauer der Erforschung von p".wr>, so daß ihn sein Lehrer vor allen Schülern auszeichnete und ihm sogar erlaubte, einige Schüler anzunehmen. In der That schaarten sich schon damals einige jüngere Schüler um ihn, denen er die reichen Schätze seines Wissens mittheilte; denn lehren zu können, Thorakenntniß zu verbreiten, das war seine einzige Leidenschaft, der er sich von frühester Jugend bis zu seinem, leider nur zu früh erfolgtem Tode, mit Aufopferung aller seiner Kräfte widmete. Sieben Jahre blieb er in letztgenannter Stadt, dem eifrigsten Studium ergeben. Mittlerweile hatte sein Vater einen ehrenvollen Ruf nach der großen Gemeinde Miskolcz in Ungarn erhalten und auch angenommen. Als er nun nach Verlaus seiner Studienzeit sein Vaterhaus besuchte, forderte ihn die Gemeinde, wie es damals Sitte war, aus, eine mv~n zu halten. Hier offenbarte sich nun sein Talent als populärer Redner, der besonders das Gemüth seiner Zuhörer zu ergreifen wußte, aus das Glänzendste. Der ersten Versuchspredigt folgten noch viele andere, und der Andrang zu denselben war ein ungeheurer. Einige Jahre nachher verheirathete er sich nach Gvöngyös in Ungarn, und auch dort war sein Wirken ein segensreiches. Da ersah, daß die cm-iw in Betreff der Schechitah sehr leichtsinnig daselbst waren, so beschloß er, niemals mehr kiv.io -ibq zu essen, und dies hat er 25 Jahre hindurch, bis an sein Lebensende, gehalten. Rur Geflügel, das er selbst schlachtete oder in seinem Beisein geschlachtet wurde, wollte er noch genießen. Wie in dieser Sache so noch in vielen anderen Dingen legte er sich Erschwerungen aus, die er nur durch das Ertragen der größten Entbehrungen durchführen konnte. Hier verwaltete er auch das Rabbineramt unentgeltlich; der Vorstand der Gemeinde wollte ihm ein Gehalt von 1000 Gulden anbieten, als er aber davon hörte, lehnte er es im Voraus ab. Hier errichtete er einen ■vjj'ip D"tf, lernte täglich mit den Gemeindemitgliedern >"5tn '’s Dy und entfaltete nach vielen Seiten hin eine überaus erfolgreiche Thätigkeit. Ein interessantes Factum aus dieser Zeit seines Lebens, sei mir vergönnt hier mitzutheilen. Als im Iahte 48 die Revolution in Ungarn ausbrach, da nahm auch das Räuberwesen, welches zu jener Zeit ohnedies in Ungarn sehr in Blüthe stand, ungemein überhand. Allenthalben im Lande bildeten sich Räuberbanden, welche mordend und plündernd das Land durchzogen. R. Feisch Fischmann wohnte damals im Hause seines Schwiegervaters. Eines Abends drang eine Räuberschaar in das Haus desselben ein und verlangte unter den schrecklichsten Drohungen von R. Feisch Fischmann die Auslieferung seines Schwiegervaters. Derselbe hatte sich mittlerweile geflüchtet und R. Feisch bethenerte nicht zu wissen, wo derselbe sei. Die betrunkene Räuberschaar begnügte sich jedoch nicht mit dieser Antwort und der Anführer derselben drohte, ihn selbst umzubringen, wenn er nicht sogleich den Aufenthaltsort des Gesuchten angebe. Ta er aber ihrer Aufforderung nicht Folge leisten konnte und pin nicht durfte — 'n 'n n''D n"io* — so schickten sie sich an, ihre Drohung anszuführen. Schon drangen sie unter den schrecklichsten Flüchen mit ihren Schwer-