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Der Israelit · 1881-07-13 · Heft 28 (13.7.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 28 (13.7.1881)
Date
1881-07-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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695 der Vers. nicht zu erklären weiß, ist sicherlich kein Pflanzenname, sondern nur die Mehrzahl von dem häufig vorkommenden 1^2-2, griechisch moi <p0gu oder rr&oi (f.tottcc* eine Speise aus Brod wie vis Kimchi im Michlol liest auch Aboth Cap. III. In der angeführten Midraschflelle Bereschith rabbah Cap. 17 steht auch in der Warschauer Ausgabe 1877: pne-e. Zum Schlüsse noch einige Namen, die ich in dem Werte vermißt habe, sie werden auch in dein vvrtresslich geordneten Register nicht angeführt. Warum wird r’on pl. rron nicht aufgeführt? Das Wort kommt einigemal vor, f. Maiiuuni in seinem Mischnaheornmentar Therumoth X, 10. Warmn nicht Sabbat 109 b.? Warum nicht Jernfchalmi jo-co is’3? Das Wort ist — ßcdaroi und mußte auf Seite 72 angeführt werden. Diese kleinen Mängel vermindern keineswegs den Werth des auch äußerlich prachtvoll ansgestatteten Werkes: dasselbe konnte überhaupt hier, nur soweit es in Beziehung zur talmudischen Literatur steht, besprochen werden. Was der Vers. _ für^ die Sprachwissenschaft geleistet hat, wird wohl in Fachzeitschriften die verdiente Würdigung finden. II. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wnrzbnrg, den 6. Juli. Der Kaufmann, Herr David Stern in Steinach a. d. Saale erhielt vor einigen Wochen einen Brief von 'einem katholischen Geistlichen, welcher gerade jetzt, da unseren Glaubensgenossen so viel Antipathie entgegentritt, veröffentlicht zu werden verdient. Derselbe lautet: „Lieber Stern! „Sie werden kaum einige Zeilen lesen, sondern gleich ans das Cnde des Briefes sehen, um zu erfahren, wer denn der Schreiber ist; meine Handschrift kennen Sie ja doch nicht mehr. Ja, ja, seit mehr denn 20 Jahren haben wir einander weder gesehen noch gesprochen; es ist während dieser Zeit viel Wasser die Saale und den Main hinabgeslossen. Wir ließen Sie, Ihre Frau und Kinder wohl mehrmals grüßen, ob es aber ausgerichtet worden, weiß ich nicht. Auch von Ihnen wurden uns einigemale Grüße hinterbracht. Wir haben erst von Ihnen geredet, besonders aber Ihr Mädchen als Muster von Fleiß, Geschicklichkeit und Folgsamkeit gegen ihre Eltern, sowohl bei Christen als Israeliten in G . . . und Kl . . . hervorgehoben. Nachdem ich nun 64 Jahre alt geworden und mehrmals schwer erkrankt war, konnte ich meine große Pfarrei (2000 Leelen) nicht länger mehr versehen und bewarb mich um eine ruhige Stelle; ich erhielt das Bcnesizium (Frühmesse) dahier in W. Ende April vor. Jahres kamen wir hier an. Das Klima dahier muß ich erst wieder ertragen lernen, es ist viel rauher, als es unten am Maine war. Der Abschied von nnserm langjährigen Aufenthalte that uns recht wehe, allein ich konnte die stelle nicht länger mehr versehen. Alles ohne Ausnahme begleitete uns zur Bahn und hatte Trauer angelegt, wie wenn ich gestorben wäre. Tie hiesigen Israeliten gingen in der vordersten Reihe; Einer derselben war erkrankt und schrieb mir deßhalb einen Abschiedsgrnß, den ich hier beilege und den Sie mir gefälligst wieder retour geben wollen, als es aber sortgiug, überwand er alles Leid, ging doch mit und wich nicht von unserer Leite bis der Zug absuhr. Sie können daraus ersehen, wie einig ich mit allen Leuten lebte und so wäre es sortgegangeu bis zu meinem Tode. Aus weiter Ferne nun wieder hier, wende ich mich auch wieder an meinen alten Geschäftsfreund und der waren Sie. Die wenigen Bedürfnisse, die ich in meinen alten smgen noch habe, werden Sie mir ja besorgen. Sie thaten es allzeit zu meiner Zufriedenheit, deßhalb haben Sie die Güte und geben mir (folgt Bestellung). In Steinach werde ich nun wohl NiemandJnehr kennen, kann darum nur ersuchen, den I... L... bestens zu grüßen. Ihre Kinder werden wohl auch alle ausgeflogen sein. Bon N . . . . Cl . . . weiß ich es gewiß, die Andern kenne ich nicht recht, weil sie noch zu klein waren. Wenn man alt ist, paßt man nicht mehr in die jetzige Welt, ich fühle es recht gut, kann aber diese Welt nicht eher verlassen, bis Gott ruft. In meinen! Gebete gedenke ich auch noch Ihres verstorbenen Vaters und würde ihn heute noch kennen, wenn ich ihn wieder sehen könnte. Schreiben Sie mir also einige Zeilen und wäre mir lieb, wenn Sie mir schon da sagen könnten, was das Tuch und Zubehör kosten, ich könnte dann das Geld gleich mit nach N . . . . schicken. Unter vielen herzlichen Grüßen an Sie und Ihre Frau verbleibe W.,4. Juni 1881. Ihr ergebenster G . . . . Benenziat."

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