Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1881)
- Date
- 1881-07-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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694 zennamen, die mit nur wenigen Ausnahmen, sprachlich und sachlich erläutert werden. In dem Vorbericht bemerkt der Verfasser: „Der Neichthum an Namen darf nicht Wunder nehmen, wenn man bedenkt, daß die Völker von denen die Rede ist, vorzugsweise von Pflanzenkost lebten, wie demr „die vielen Gemüse der Syrer" in Griechenland sprichwörlich Waren. Plin: Syria in liortis operosissuma, unde quoque in proverbium Graecis multa Syrorum olera.“ Dieses Eitat ließe sich bekanntlich aus vielen Stellen im Talmud Babli ergänzen. Siehe Erubin 556, 56a. Der Verfasser besitzt besondere Befähigung zu einer solchen Arbeit, die außerordentliche Schwierigkeiten bietet und zu der noch keine nennenswerthen Vorarbeiten existiren; denn seine ausgedehnte Sprachenkenntniß ans dem bezeichneten Gebiete wird von einem gesunden kritischen Sinn unterstützt, der meist das Richtige trifft und sich von jeder willkürlichen Hypothesenmacherei ferne hält. Mit Recht räumt er der Tradition in Bezug aus Sach- und Worterklärung einen hohen Werth ein und erkennt an, „daß ein ausschließlich philologisch-wissenschaftliches Interesse ohne religiösen Rückhalt lange nicht ansgereicht hätte die talmüdische Literatur auch nur zu erhalten, geschweige ihr eine getreue Pflege angedeihen zu lassen." Wir fügen nur hinzu, daß der 'Nutzen ein gegenseitiger war; denn ohne Pflege der talmudischen Literatur hätten auch die Religion und das Volk Israel sich nicht erhalten können. „Wir besitzen," bemerkt er weiter, „in der francogermanischen Schule, wie sie als zusammcnfassende Autorität Raschi darstellt, eine in die babylonischen Schulen hinanfreichende Tradition, die, gestützt ans das sorgfältigste und hingebendste Studium der Literatur, einen Eomplex von Sacherklärungen bietet, welche in vielen Fällen uns da, wo wir sie controliren können, geradezu überraschen." Zum Beweis für das Gesagte diene uns folgendes Beispiel, obschon sich aus dem Werke selbst viele solche ansühren ließen. Aboda Sarah 14b heißt es Nbiv? — 3i’n. R. Josef Schwartz in seiner Beschreibung des heiligen Landes, den der Verfasser auffallender Weise nicht anführt, glaubt Raschi und Tossafoth berichtigen zu müssen, welche es als eine Art Datteln bezeichnen und sagt es sei Zuckerrohr, weil dasselbe noch heute auf arabisch diesen Namen führt. Verfasser, der das Wort befriedigend im Sinne Raschi's erklärt, weist aber nach, daß Zuckerrohr erst im 9. Jahrhundert nach Syrien eingeführt wurde, folglichZn der Mischnah gar nicht Vorkommen kann. Josef schwartz a. a. O. glaubt auch i":m berichtigen zu müssen, welcher behauptet, in Palästina kein Zuckerrohr gesehen zu haben, mit dem Hinweis ,-i'io jK Rach dem Gesagten dürfte er wohl im Rechte sein, daß zu seiner Zeit das Zuckerrohr noch nicht gepflanzt wurde in Palästina. Daß es bei einem solchen Werke nicht ohne Unrichtigkeiten abgeht, ist selbstverständlich, einzelne derselben seien hier erwähnt. Seite 96 schreibt der Verf. in der Bemerkung: „ne;: talm. Balken, Berachoth 56b. ausdrücklich — n-iie-d." Wenn wirklich kein anderer Beweis für diese Bedeutung des Wortes vorliegt als die angeführte Stelle, dann steht der Beweis, auf sehr schwachen Füßen. Abgesehen davon, daß dann das Wort nicht aramäisch, talmudisch, sondern griechisch wäre, wie ja &pn griechisch ist, wie auch Raschi und Aruch z. St. bemerken, so ist auch der Beweis schon deshalb hinfällig, weil in der Paralellstelle Midrasch Threui die Stelle ganz anders lautet und unzweifelhaft die correctere Lesart ist. Dort heißt es: nsp xäxnct der griechische Buchstabe, dessen Zahlenwerth — 20 ist und «-pn doxta, pl. van dWor, Deminutiv von doxdg Balken. S. 167 bei ließe sich die Stelle im Midrasch R. Wajikra 16 Nachträgen, wo der Gebrauch von erwähnt wird. An Eierschale ist nicht zu denken. Ebenso 29 b. ist unzweifelhaft auch Schilfrohr gemeint, welche Erklärung schon in den ’D-p’? am Ende vorkömmt. Auf S. 250 führt der Verf. aus Tosefta Mcnachoth eine Gattung Brennholz Namens tc'-s an. Dazu bemerkt derselbe in seiner lakonischen Ausdrncksweise: „Tosefta noch ein überzähliges m\no?" Es heißt nämlich daselbst, fünf Holzarten dürfen nicht auf der Feuerstätte des Altars gebraucht werden, es werden aber sechs Arten ausgezählt, und als sechstes n-vnD Ptr. Diese letztere Gattung konnte der Vers, trotz seiner großen Sprachkenutnisse nicht erklären. Die Sache ist einfach; es ist hier von keiner besonderen Holzgattung die Rede, sonderen letzteres bildet einen Satz für sich. Die Tosefta will sagen, daß gebrauchtes Holz, etwa Bauholz von .Häusern, die eingerissen worden sind, nicht für den Altar verwendet werden darf. S. Menachoth 22 a., Sebachim 116 b. und Maimuni Jssurö Misbeach VI, 9, der die Stelle fast wörtlich anführt. Das S. 260 angeführte „noo o nain" aus Gittiu 63 a. will sagen, daß officiell denselben Dienst leistet wie noe. S. 279 schreibt der Vers.: :n2D Haggadisch (?) Schüler damit verglichen, Sifr« II. 48." Näherliegend wäre der .Hinweis auf die Mischnah Aboth V, 18. Das aus S. 323 angeführte pna-is, welches