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Der Israelit · 1881-07-13 · Heft 28 (13.7.1881) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 28 (13.7.1881)
Date
1881-07-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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689 mit ihren prunkliebenden „Ketzer-Kalifen", oder die elenden Perlenfischer im Persergolfe, oder die wilden Küstenbewohner des Hadomaut vor. Ueberall prägt sich eine seltene Kraft der Schilderung, eine wahre Virtuosität in der plastischen Darstellung aus. Der illustrative Schmuck ist iu den letzten Heften ganz besonders interessant. Die Sujets der Zeichnungen sind durchaus neu und unbekannt, die Scenenbilder interessant, die Leisten und Vignetten sehr charakteristisch und geschmackvoll. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Cöl« Das hiesige jüdische Lehrerseminar hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Der Präsident des Curatoriums dieser Anstalt, Herr Jsaac Frank, erlag am 23. v. M. im 62. Lebensjahre in M. Gladbach, wohin er sich aus einige Tage begeben hatte, um bei seinen dort wohnenden Söhnen Erholung zu suchen, einem sein Leben schon seit längerer Zeit bedrohenden Leiden. Von gottesfürchtigen Eltern streng religiös erzogen, hatte sich derselbe stets die wärmsten Sympathien für das orthodoxe Judenthum bewahrt, und die Erhaltung und Vererbung desselben auf die kommenden Geschlechter war ihm heilige Herzenssache, die er gern durch persönliche Thätigkeit und reiche Spenden au fördern suchte. — So ward er Begründer und Vorsteher des hiesigen Talmud-Thora- Vereins und einer der eifrigsten und angesehensten Mitbegründer des Lehrerseminar s. — Als hochachtbarer Kaufmann und einflußreiches Mitglied des Reprüsentanten-Collegiums der hiesigen Synagogengemeinde erschien er seit der Verlegung des Seminars von Düsseldorf nach Cöln, die er selbst eifrig betrieben hatte, als die geeignetste und würdigste Persönlichkeit zur Vertretung der Anstalt nach Außen und zur Führung des Vorsitzes im Curatorium. — In diesem Amte hat er sich allseitig und vortrefflich bewährt. — Ohne gelehrte Bildung, aber mit einem Hellen Blicke und einer im geschäftlichen Verkehre und gesellschaftlichen Umgänge gewonnenen reichen Lebenserfahrung und gereifter Menschenkenntniß, mit einem für alles Edle empfänglichen Herzen und einer naturwahren Beredsamkeit ausgestattet, von energischem und doch friedfertigem Charakter, verstand er es, der Anstalt stets, neue Freunde und Förderer zu gewinnen und durch den Einfluß seiner hochgeachteten und begabten Persönlichkeit und die Macht seines beredten Wortes die Herzen und Hände auch der Widerstrebenden zu öffnen, welche mit der Tendenz derselben nicht völlig einverstanden waren. — Für die ernste Pflege altjüdischer Wissenschaft und Frömmigkeit eine Stätte in der Metropole des Rheinlandes bereitet zu haben, das war sein Stolz und seine Freude, und mit gerechtem Selbstbewußtsein rühmte er sich seiner glücklichen Erfolge. — Es war rührend und erhebend, die Freude zu beobachten, die ihm aus den Augen glänzte, wenn er darüber Bericht erstattete. Seit Kurzem von Geschäften zurückgezogen, widmete er seine Muße gänzlich dem Seminar. — Die Sorge um das Wohl der Anstalt erfüllte sein edles Herz und lenkte seine Thätigkeit bis zum letzten Lebenstage. — Möge das fortschreitende Gedeihen seines Werkes sein Verdienst und seine Freude im ewigen Jenseits erhöhen und altjüdische Frömmigkeit und Gesetzestreue das theuerste Erbe seiner spätesten Enkel bleiben! — Rabbiner Dr. Plato. Meiningen, 9. Juli. Wiederum ein meiner Special -jny jrpsp der Breslauer Schule! Der nach hier engagirte Cöthener Rabbiner Dr. Dessauer hat bereits die lobeuswerthe Absicht zu erkennen gegeben, den für gegenwärtig bestehenden dreijährigen Cyclus zu beseitigen und zwar soll an die Stelle desselben ein einjähriger Cyclus eingeführt werden, der jedenfalls auf Originalität Anspruch erheben darf. Es soll nämlich ein Stückchen der jeweiligen .1110 am nn» zu nnnr, ein anderes zu nruo und der verbleibende Rest an dem folgenden Montag und Donnerstag geleint werden. Ueber die Art der Eintheilung sind von Sr. Eminenz noch keine Anordnungen getroffen, so daß ich darüber nichts Näheres zu berichten vermag, vielleicht, daß die hierbei entstehende Schwierigkeiten dazu führen noch einen Schritt weiter zu gehen und den alten Ritus wieder zu Ehren zu bringen! Oefterr. - Ungar. Monarchie. Wien, 30. Juni. Heute wurde in Gegenwart des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Philipp von Mauthner und des Notars Dr. Tennenbaum das Testament des Freiherrn Philipp Schei von Koromla beim Bezirksgerichte Leopoldstadt publicirt. Dasselbe enthält eine ganze Reihe von Legaten für Anverwandte hier und in Ungarn, sowie die bereits gemeldeten Summen für wohlthäige Zwecke. Die Beträge mit welchen die Verwandten bedacht wurden, variiren von 800 bis 10,000 fl. Die Gesammt-

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