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Der Israelit · 1881-07-06 · Heft 27 (6.7.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 27 (6.7.1881)
Date
1881-07-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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670' Er ist der Vertreter begreiflicherweise der Anschau ung, die alle Menschen als Menschen gleich berechtigt hält und zu würdigen weiß. Hr. Adolf Brüll fügte als Zeichen der Achtung und Ehrfurcht, da er das Gute und Edle in allen Kreisen gesucht, Namens des Mendelssohnvereins einen Kranz zu den vielen, die bereits den Sarg schmückten. Frankfurt a. M Dem I." wird von hier geschrieben: Angesichts der betrübenden Erscheinung unserer Zeit, der gewaltsam heraufbeschworenen Antisemitenbeweguug in unserem freisinnig und religiös aufgeklärten Vaterlande und gegenüber den Gräueln und Verfolgungen des griechisch-katholischen Rußlands, Gräuel, die uns die schrecklichen Zeiten der Kreuzzüge in Erinnerung bringen, ist es wohlthuend, eine Stimme aus dem Lande der Inquisition und der Autodafes über die Judenverfolgung in Rußland und die beabsichtigte Aufnahme der vertriebenen russischen Juden in dem allerchristlichcn Staate zu vernehmen. Der „Globo," eines der geachtetsten und verbreitetsten Blätter von Madrid, veröffentlicht in seiner Nummer vom 16. Juni d. I. folgenden Artikel: „Edle Sühne für ein großes Vergehen." Die Verfolgung der Juden in Rußland hat den Erfolg gehabt, daß sechszigtausend Unglückliche, vertrieben von ihrem Herde, grausam behandelt und von allen Seiten verhöhnt, einen gastlichen Boden suchen, auf dem sie ihr Leben dem Schutze der Gerechtigkeit anvertrauen und den nöthigen Unterhalt durch ihre Arbeit sich verschaffen können. Vergebens haben diese unglücklichen Söhne Israels bei den dem Moskowitenreiche benachbarten Ländern um die Erlaubnis nachgesucht, sich zu ihnen begeben zu dürfen. Rumänien, welches sich noch widersetzt, den Christen und den Hebräer vom Lande als gleichberechtigt anzuerkennen, weigert sich, ein solches Element aufzunehmen, welches der socialen Frage in seinem Lande Verwickelungen zu bereiten im Stande wäre. Serbien stößt sie von sich aus einem Argwohn, der bei einem neuen und wenig civilisirten Volke ganz natürlich ist. In der Türkei kann der Zustand der öffentlichen Ordnung denselben keine Garantie bieten und Deutschland, das gelehrte Deutschland, mit seiner antisemitischen Bewegung, die sich jeden Tag mehr ausspricht, ist eher geneigt die Nachkommen Jakobs, die daselbst wohnen, aus seinen Provinzen zu verjagen, als neue Gäste dieser Race aufzunehmen. So ist es dahin gekommen, daß am Ende des 19. Jahrhunderts und in dem gebildeten Europa Tausende von Menschen unftät umherirren, an die Pforten der Nationen anklopfen, ohne daß eine menschenfreundlich? Stimme ihnen antwortet, noch eine mildthätige Hand ihnen Hilfe reicht. Aber diese Unglücklichen ohne Vaterland unb ohne häuslichen Herd haben ohne Zweifel sich erinnert, daß hier im äußersten Westen des alten Continents sich ein Volt befindet, wo einst ihr zweites Vaterland war, und dessen Sprache und Sitten sie bis an die entlegensten Grenzen der östlichen Länder Mitnahmen, und daß, wenn sie ehedem durch die blinden Ausbrüche des Fanatismus von diesem Volke vertrieben wurden, heute der Fanatismus aus dem Lande verbannt ist, über dem trotz einiger trüben Wolken die Sonne der Freiheit glänzt. Nach Spanien also haben die Mo skowitischen Juden ihre Blicke gerichtet und von Span ien erwarten sie heute die Gastfreundschaft und den Schutz, welchen andere christliche Völker ihnen verweigert haben. Der Graf von Raseon, an den sie sich gewendet, hat der Regierung das Bittgesuch der Juden vorgelegt, und die Regierung, nachdem sie die Angelegenheit in Berathuug gezogen hat, nach unserem Wissen den Bittstellern mittheilen lassen, daß die Pforten des großmüthigen Spaniens geöffnet sind für Alle, die, seinen Gesetzen sich unterwerfend, unter seinem Schutze und seiner Garantie leben wollen. Durch eine solche Bestimmung hat das fnsionistische Ministerium die Pflicht der Regierung eines freien und gebildeten Landes erfüllt. Aber es hat noch mehr gethan! Es hat eine Zwahrhafte Genugthuung gegeben der Sache der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, die mit Füßen getreten wurde durch die schmachvolle Vertreibung, zu der Torquemada gerathen hatte. Jener Schandfleck unserer Geschichte ist durch die gestrige Bestimmung ausgelöscht worden. Wenn heute in einem christlichen Lande, in welchem die Tyrannei jede Art von Fanatismus erweckt, sich Ereignisse wiederholen, ähnlich denen, die Spanien im Jahre 1492 darbot, so zeigt die spanische Nation, indem sie ihre Arme den Verfolgten, den Vertriebenen öffnet, durch dieses Verfahren den gewaltigen Umschwung, den ihr Geist gewonnen und wie sehr sie sich durch die Freiheit humanisirt und veredelt hat. Eine Regierung, welche die Gelegenheit wahrgenommen Hat, durch einen solchen von ihr ausgehenden Act ihre moralische Erhebung zu bekunden, wird von allen Parteien, von allen liberalen und und demokratischen Elementen um ein solches Glück beneidet werden'. Oesterr. - Ungar. Monarchie. In Paks (Ungarn) hat ein dortiger Einwohner Namens David Rosner Goldgruben entdeckt. Ueber die Persönlichkeit des Entdeckers lesen wir im Feuilleton eines ungarischen Battes folgende

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