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Der Israelit · 1881-06-22 · Heft 25 (22.6.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 25 (22.6.1881)
Date
1881-06-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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610 sowie den der isr. Damen und der barmherzigen Schwestern. Der französische Consul selbst richtete an dieselbe ein sehr schmeichelhaftes Schreiben, während er zugleich an das Central-Comits in den ehrenvollsten 'Ausdrücken über dieselbe, sowie über H. Pariente schrieb. Der Commandant des Bouvet, H. Graf v. Montesquieu-Fezensac, dessen Mannschaft den Verunglückten von Chios eine so kostbare Unterstützung gewährt hat, besuchte bei seinem Aufenthalt in Smyrna H. Parientc und Fr. Jousselin und lud die Mädchenschule an den Bord des Bouvet ein, wo die Kinder bewirthet wurden. Das Central-Comittz ist von diesen ausgezeichneten Beweisen tief gerührt worden. (Die Israeliten von Aegypten.) Das Osterfest ist glücklich vorübergegangen; weder in Alexandrien noch an andern Orten Aegyptens waren Unruhen zu beklagen. Das diplomatische Corps, dessen energische Intervention bei den Tumulten vom 25. März und den folgenden Tagen Blutvergießen verhinderte, hat eine für die Zukunft sehr nützliche Maßregel ergriffen, indem es eine Untersuchungscommission mit dem Aufträge bildete, über die Ursache des Todes des jungen Evangeli Furnaraki Bericht zu erstatten; bei derselben ist auch der griechische Patriach, wie die anderen in Alexandrien ansässigen Nationalitäten, durch einen Delegirten vertreten. Diese Commission besteht aus folgenden Herren: Präsident: Bacher de Montguyon, Generalprocurator (Delegirter für Frankreich und Aegypten); Hh. Cotronis, griechischer Richter (für Griechenland), Manusardi, Advocat (für Italien), Grosjean, Advocat (für England), Gaddun (für Oesterreich), Hammeran (für Deutschland), Eftaxia aus Athen (für den Patriarchen). Die Commission hält täglich lange Sitzungen und vernimmt eine große Menge von Personen, sowohl über die diesjährigen als vorjährigen Vorgänge; ihre Arbeiten werden noch streng geheim gehalten. (Die Israeliten von Jemen.) Das Central- Comittz hat von einem geehrten Correspondenten die folgenden Mittheilungen über die Israeliten von Jemen erhalten: Man kann die Israeliten von Jemen auf 15,000 schätzen, wenn nicht höher. Ihre Hauptsitze sind: Sanaa, Hauptstadt von Jemen, und im Gebirge des Landes die bedeutenderen Städte: Manaha, Damar, Quadi, Amram, Djebel, Bura, Rema, Khema, Kharaz, Jp, Tez rc. Was ihre Existenz-Mittel betrifft, so betreiben sie allerlei Gewerbe, um anständig zu leben; es gibt unter ihnen Weber, Schmiede, Goldschmiede, Steinschneider; Andere sind Bibelschreiber, Tischler, Maurer, Höker, Sattler, Kauf- Icutc 2c., unter den Letzteren gibt es auch ziemlich reiche. In Sanaa muß° cs 2 bis 3000 Israeliten geben. Dieselben haben einen Großrabbinen, der den Titel Hakham-Baschi von Jemen führt, neben anderen Rabbinen, die sich in den genannten Städten befinden. Der ijetzige Großrabbiner von Sanaa heißt Hakham Alori Soliman Al-Kara und ist 85 Jahre alt. In Sanaa gibt es 13 Synagogen. Seitdem die Ottomanen vor ca. 35 Jahren von Jemen Besitz genommen haben, befinden sich die Israeliten wohler, als zur Zeit der Sherife, welche diese Provinz regierten. Die Israeliten wohnen seit undenklichen Zeiten im Gebirge und im Innern von Jemen und nicht in den Küstenstädten, was, wie man mir erzählt hat, daher kommt, daß die Küstenstädte von Jemen von sunnitischen Muselmännern bewohnt werden, welche, sehr fanatisch, sie mißhandelten und zum Uebertritt zwangen, während im Gebirge und im Innern von Jemen die Bewohner zeidische Muselmänner sind, welche sie ein wenig besser behandeln. Feuilleton. U k i b a. XXV. Bei den bisher erzählten Ereignissen hatte Rabbi Josua ben Chanania dem Fürsten Rabbon Gamliel treu zur Seite gestanden; bald sollten sich jedoch zwischen diesen beiden großen Lehrern Streitigkeiten erheben, bei welchen der Fürst der Größe und Bedeutung seines Genossen nicht genug Rechnung trug. Dem Rabbi Zadok war ein Erstling in seiner Heerde geboren worden. Ein solcher wurde ehedem im heiligen Tempel zum Opfer dargebracht. Jetzt durfte er zu nichts gebraucht und mußte gefüttert werden bis er starb oder einen Leibesfehler bekam. In solchen Fällen suchten nun manche Leute den Leibesfehler künstlich herbeizuführen, indem sie dem Thiere Hindernisse in den Weg legten, über die es stolperte und ein Bein brach, oder indem sie den Hund gegen es hetzten und dadurch eine Verwundung herbeiführten. Ju Folge dessen verhängten die Rabbinen, daß bei derartig entstandenen Leibesfehlern diese den Erfolg nicht haben sollten, daß das Thier geschlachtet werden sollte, ja, die Kohanim sollten selbst dann keinen Glauben finden, wenn sie behaupteten, daß jene Verwundnngen ohne ihr Zuthun entstanden seien. Der Erstling aus der Heerde des Rabbi Zadok hatte Gerste gefressen und sich dabei die Lippen verwundet. Rabbi Zadok meinte, daß jene Anordnung der Weisen nur für solche Leute gelte, bei denen der Verdacht nahe liege, daß sie das Gesetz umgehen wollten, bei den Ame - Haarez, aber nicht bei den

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