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Der Israelit · 1881-06-13 · Heft 24 (13.6.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 24 (13.6.1881)
Date
1881-06-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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587 nichts verdienen solle, wolle er lieber gar nicht mehr Hetzen." Oesterr. - Ungar. Monarchie. Preßburg. Aus Anlaß der Vermählungsfeierlichkeiten unseres allgeliebten Kronprinzen Erzherzogs Rudolf mit der belgischen Königstochter, Prinzessin Stefanie, sind in den Tagen, da die Neuvermählten Hoheiten in Budapest weilten, in der Ofner Hofburg die verschiedenartigsten Deputationen, welche ihre Glückwünsche, wie auch Adressen ihrer betreffenden Mandanten überreichten, gnädigst empfangen worden. U. A. waren auch mehrere israelitische Deputationen erschienen und war es namentlich der Preßburgcr Obcrrabbiner, Herr B. Schreiber, welcher als Führer einer jüdisch - orthodoxen Deputation , — in welcher auch Herr Hermann Pappenheim, Inhaber einer Wechselstube dahier nebst mehreren andern hervorragenden Persönlichkeiten des orth. Judenthums vertreten waren, — eine Ansprache an unfern durchlauchtigsten Kronprinzen hielt. — Die Deputation wurde auf das Freundlichste empfangen und erkundigte sich Se. Kgl. Hoheit auf das Angelegentlichste über die betreffenden Gemeinde-Verhältnisse. Nachdem es noch der Deputation gestattet wurde, den üblichen „Segen" zu sprechen, wurde dieselbe gnädigst und auf das Huldvollste entlassen. H. Oesterreicher. Rußland. Petersburg, 27. Mai. Die „Agence Russe" bespricht die Verhandlungen des englischen Unterhauses bezüglich der Judenhetzen in Rußland und erklärt, die russische Regierung bedürfe keiner Ermahnungen von Außen, um ihre Pflicht zu erfüllen. Die Entsendung von Truppen zum Schutze der jüdischen Bevölkerung und die von den Lokalbehörden zu Gunsten der jüdischen Einwohner getroffenen Maßregeln, sowie die Worte des Kaisers gegenüber der jüdischen Deputation, hätten bewiesen, daß in Rußland alle Bürger ohne Unterschied der Race und Religion gleichen Schutz genössen. Die „Agence Russe" bezeichnet die Nachricht, daß Oubril (Botschafter in Wien) den Auftrag erhalten habe, bei der österreichischen Regierung wegen der Lage der Kleinruffen in Galizien vorstellig zu werden, als falsch; ebenso auch sei es unrichtig, daß Kalnoki (österreichischer Botschafter in Petersburg) wegen des Zuströmens der Juden aus Rußland nach Oesterreich Vorstellung gemacht habe. P a l ä st i n a. Jerusalem, den 18. Mai 1881. Hochgeehrter Herr Doctor! Auf mein ergebenstes Schreiben vom 14. März d. I. ist mir die dritte Beilage zu Nr. 14 Ihrer geschätzten Zeitung zugegangen, welche einen Abdruck meines Schreibens mit einer Nachschrift enthält, in der von einem Schreiben des hiesigen Chacham-Baschi die Rede ist, welcher sich darin mißbilligend über die vom Berliner Verein zur Erziehung jüd. Waisen in Palästina hier gegründete Anstalt aussprechen soll. Ich fühle mich verpflichtet, demgegenüber zu erklären, daß ich mich persönlich zu dem gedachten Herrn Ober- Rabbiner begeben und denselben gefragt habe, ob er sich als Verfasser des Schreibens bekenne, das hier gemeint sein dürfte, und das mir gleichzeitig in einer Nummer der hebräischen Ausgabe „Libanon" im vollständigen Abdruck zugestellt worden war. Der Chacham-Baschi erwiederte mir hierauf, daß er dieses Schreiben nicht verfaßt, sondern nur in einem ähnlichen Sinne an den Vorstand des Berliner Vereins geschrieben hätte; sein wirkliches Schreiben sei jedoch in ganz anderen Ausdrücken abgefaßt und vor allen Dingen nicht für die Oeffentlichkeit, sondern nur zur Kenntniß des Vereins-Vorstandes bestimmt gewesen, könne also nur durch einen Mißbrauch an die Redaction des „Libanon" gelangt sein*). Zu meinen Mitthcilungen vom 14. März habe ich der Vollständigkeit wegen noch hinzuzufügen, daß mir nach deren Absendung Herr Selig Hausdorff noch die Statuten seines Unternehmens gebracht und auch einen Einblick in eine Werkftätte desselben vergönnt hat. Ich wünsche diesem Unternehmen alles Gute, glaube aber, daß es doch etwas ernsthafter angefaßt werden müßte, um wirkliche Resultate zu erzielen. Namentlich wäre zur Erreichung des Weges, auf welchem allein eine rationelle Waisenerziehungs- Anstalt hier ins Leben zu rufen wäre, v. i. des Zusammengehens mit dem Berliner-Verein, viridus unitiZ, eine solidare und auch besser erkennbare Organisation nöthig, als sie sich mir hier darbot. Empfangen Euer Ehrwürden die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung. Der Kaiserliche Consul: Münchh ansen. An den Rabbiner und Redacteur des „Israelit" Herrn Dr. Lehmann, Ehrwürden, Mainz. *) Das betreffende schreiben war von uns der Redaction des „Libanon" lediglich zur Kenntnißnahme übergeben worden und gelangte durch ein Mißverständnitz, das wir lebhaft bedauern, zum Abdruck. — Die Red. deS Jsr.

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