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Der Israelit · 1881-06-13 · Heft 24 (13.6.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 24 (13.6.1881)
Date
1881-06-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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586 mit äußerster Consequeuz den Standpunkt des orthodoxen Judenthums verfocht. Ein großer Theil der vorliegenden Responsen bezieht sich direct oder indirect auf diese Streitigkeiten. Der Verfasser vertheidigt selbstverständlich die Principien des orthodoxen Judenthums und führt dieselben mit erstaunenswerther Beharrlichkeit bis in die äußersten Consequenzen durch. Es ist keineswegs ein erquickliches Gemälde von den Gemeindeverhältnissen in Ungarn, das sich da vor unseren Augen entrollt. Eine eigene Response ist den Beschlüssen der Braunschweiger Rabbinersynode gewidmet. Man fühlt aus den Worten des Verfassers den tiefen Schmerz heraus, der ihn erfaßte und die hohe sittliche Entrüstung, die sich seiner bemächtigte, als er sah, wie Diejenigen, die zu Hütern des Gotteswortes berufen sind, dasselbe zu vernichten trachteten. Außerdem zeigen diese Responsen eine große Mannigsaltigkeit auf allen Gebieten des Schulchan Aruch und behandeln häufig Fälle, die von praktischer Wichtigkeit für neue Erscheinungen auf religiösem Gebiete sind. Darum dürften sie sich für oys besonders empfehlen. Der Vers, hat mit großer Sorgfalt auf alle Erscheinungen der Neuzeit geachtet und überall ausgespäht, ob sie nicht irgendwie zu dem Religionsgesetz in Beziehung stehen. Für ihn war dies der Mittelpunkt aller Interessen und was diesen Punkt nicht berührte, hatte für ihn nur untergeordnete Bedeutung. Am „Schomer Zion" hat er sich seiner Zeit sehr lebhaft betheiligt und eine sehr große Anzahl von Responsen sind an ':n y'si gerichtet, die meistens auf die genannte Zeitschrift Bezug nehmen: vorwiegend im ersten Theil des Werkes. In der Resp. 219 wird die Frage erörtert, ob bei ipn rr^r roso eine nma gesagt werden muß. Die dabei in Betracht kommenden Momente werden sehr lichtvoll auseinandergesetzt und die früheren Entscheidungen dieser Frage auf ihre Giltigkeit geprüft. Es fällt uns auf, daß der Verf., der doch in allen seinen Entscheidungen immer an seinen Lehrer R. Mosche Sofer ""sn anknüpft, nicht auch hier eine Entscheidung von ihm citirt, die sich freilich nicht direct aus diese Frage bezieht, aber immerhin im Zusammenhang mit ihr steht, mw D"nn '”j/ 'p '’D cvn. Ebenso wird in Betreff der ns’so auf S. 82 auf ein wissenschaftliches Gutachten Bezug genommen, das im „Schomer Zion" 2. Jahrgang erschienen ist. Der Verf. entwickelt dort die Pflicht der Mezizah und warnt die c’S-no vor deren Vernachlässigung. Bekanntlich existirt vom Ehatam Sofer ein Gutachten über diesen Gegenstand, das auch in einer periodischen Zeitschrift erschienen ist, welches bei zu befürchtender Gefahr vor Ansteckung gestattet, .->22 nsmo zu unterlassen. 1 Ebenso wird auch der „Israelit" einigemal vom | Verf. erwähnt, so Resp. 140, wo er sich, in Betreff i der Glasur bei eisernem Kochgeschirr, auf ein schon! damals vor sechs Jahren in diesen Blättern veröfj fentlichtes, wissenschaftliches Gutachten beruft, i Es ist nicht zu bezweifeln, daß das Werk von! großem Einfluß sein wird. Die große Verehrung, die der Verf. genossen hat, die Stellung, die er in der ungarischen Judenheit und unter den Talmudkennern aller Länder eingenommen hat, sie sichern dem Werke eine große Verbreitung und einen hervorragenden Platz in der talmudischen Literatur. H. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Fürth. Dem Jahres - Bericht der „Gabriel Rießer'schen Stipcndieu-Stiftung" in Fürth pro 1880 entnehmen wir: Die diesjährige, am 22. April 1881 bethätigte Stipendienvertheiluug ist bis jetzt die 15. Im Ganzen sind 171 Bewerbungen, darunter 13 zu dieser Vertheilung eingekommen. Von den Bewerbungen wurde eine zurückgezogen: 50 Bewerbungen blieben erfolglos und 120 Bewerbungen wurden berücksichtigt. Vertheilt wurden bis jetzt im Ganzen 11253,87 M., nämlich an 47 Juristen 5527,73 M., an 26 Mediciner 2576,72 M., an 4 Universitätsftudirendc anderer Fächer 470 M., an 12 Polytechniker 1442,57 M., an 31 Seminaristen 1236,85 M. Was die 15. Vertheilung anlangt, so kamen zur Vertheilung 1500 Dt, nämlich an 3 Juristen 490 M., an 3 Mcdie'mer 390 M., an einen Universitätsstudirenden anderer Fächer 130 M, an 3 Polytechniker 490 M., 3 Bewerbungen blieben ohne Erfolg. Die größte Portion aus allen Vertheilungeu betrug 200 M., die kleinste 30 M., im Durchschnitt entfallen auf eine Portion 93,70 M. Die Einnahmen betrugen 2069 M., die Ausgaben 1769 M. Gesammtvermögen 10528 M. Kassel, 28. Mai. Man schreibt der „Hanauer Zeitung": Die vor einigen Monaten auch in hiesiger Stadt inscenirte antisemitische Agitation hat ein klägliches Ende genommen. Nachdem vorgestern der Vorsitzende des christlich-socialen Vereins ein anderes Mitglied, den Gärtner Heinemann, öffentlich der Unterschlagung der für den letzten antisemitischen Vortrag vereinnahmten Eintrittsgelder bezichtigt hat, erklärt der Angegriffene heute mittelst Inserats, daß ja ein jeder der Agitatoren zunächst für seinen Vortheil sorge und namentlich der Dr. Henrici viel Geld bekommen habe, „wenn er (Hcinemann) bei der Sache

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