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Der Israelit · 1881-06-08 · Heft 23 (8.6.1881) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 23 (8.6.1881)
Date
1881-06-08
Page
– (sequence 21)
Language
German
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569 ßen treten, sondern auch ihren Einfluß, ihre Stellung mißbrauchen, um z. B. ganze Gemeinden zum Abfall von unsrer gottgebotenen Pflicht zu verleiten. Ich glaube nicht, sondern ich bin so ttef davon überzeugt, wie ich es von der Richtigkeit des Einmaleins bin, daß wer z. B. n» «’ono die Massen zum Leichtsinn verleitet, keinen Antheil an dem jenseitigen Leben hat. — Ich bin davon so durchdrungen, daß mit Hilfe dessen, was uns über die Gehinnomstrafe bekannt ist, ich mir die einzelnen Details oft recht lebhaft ausmale. Wenn die D’ytsn jeden wya wieder dem Gehinnom überantwortet werden, sobald die jüdischen Gemeinden den nap verabschieden, so haben gerade die o'jw-, das größte Interesse daran, wenn das möglichst spät geschieht. Länger hielt das mein aufgeklärter Zuhörer nicht aus. „Lassen Sie mir um Himmelswillen mit diesen Geschichten Ruhe, sie regen mir meine Nerven auf! Da lese ich doch noch lieber Dante's Hölle, als ich von der Ihrigen höre. Gute Nacht!" Seitdem geht unser Vorsteher auch nicht mehr mv wxio in die Synagoge. 1-68 6xtv6M68 86 touebtznt! Wir hatten auf diese Weise noch tief in den Abend hineingeplaudert, und verabschiedeten uns erst spät. — In meine Wohnung zurückgekehrt, verplauderte ich noch ein Stündchen mit dem Herrn Vorsteher und seiner Familie, dann verabschiedete ich mich auch von ihr, weil ich Morgens sehr frühe wieder zur Stadt zurückreisen wollte.- Nachschrift. ***** den 24. März 1881. Soweit reichen die Blätter meines Tagebuchs, die ich über meine Hattenfelser Erlebnisse noch an jenem Abend, nachdem ich mich auf mein Zimmer! begeben hatte, niedergeschrieben habe. — Unbegreiflicherweise hat der Setzer oder Corrector meiner Aufzeichnungen dieselben von dem Jahre 1880 datirt, während ich keinerlei Jahreszahl angegeben hatte. Zur Orientirung der gesch. Leser füge ich daher, hei, daß diese Aufzeichnungen volle zehn Jahre älter sind. — Zehn Jahre waren am jüngsten nj ro» verflossen, seitdem ich zum erstenmale in Hattenfels war. Vieles ist seitdem dort anders geworden. Herrn Waldberg deckt schon seit 5 Jahren die Erde und ich schätze mich glücklich, daß es mir vergönnt war, an der Bahre des Heimgegangenen sein Gedächtnis; zu feiern. Der Herr Vorsteher lebt noch, aber nicht mehr in dieser seiner Eigenschaft. Verfehlte Speculationen brachten ihn um Vermögen, Einfluß und Aemter. Der älteste Sohn des Herrn Waldberg ist heute Vorsteher der Gemeinde. Herr Lautenschläger hat sich kurz nach meinem ersten Besuche in Hattenfels nicht mehr behaglich dort gefühlt und wirkt heute als Lehrer, orvv und un in West- Phalen, dort, höre ich, wird er als Heiliger verehrt. Für Hattenfels ist es mir gelungen einen Candidaten des Kölner Lehrer-Seminars zu gewinnen, dem es nächst eigentlich zu danken ist, daß nunmehr die Gemeinde sich doch in jüdischem Fahrwasser bewegt. Alle Verstümmelungen und willkürliche Aenderungen der Liturgie sind ausgehoben, die Synagoge wenigstens trägt nicht mehr das Kainszeichen des Abfalls und Leichtsinns an sich. Es wächst unter der Leitung des Lehrers eine Generation heran, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Die alten Chewroth sind wieder erstanden, und allsabbatlich versammelt man sich zur Belehrung und ungezwungener Unterhaltung. — Hattenfels, das einst so verrufene, ist heute meine Lieblingsgemeinde im ganzen Bezirk und ich kann des Unterschiedes zwischen Einst und Jetzt nicht gedenken, ohne daß sich mir inu D’jom «^noi cnny nwo aus dem bewegten Herzen ringt, wie es noch in diesen Zeilen nachzittert! ANZEI^E^. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. «ür mein 16-jähriges Töchtercken, welches j ö in Handarbeiten gut erfahren, suche ich per August in einem religiösen guten Hause Placement, wo derselben Gelegenheit geboten sich im Haushalte und gesellschaftlich auszu-! bilden. Falls die Stellung eine Ausbildung! im besseren Manufaktur- oder Weiß-Waareuj geschäste biete, wäre erwünscht. Franco! Offerten unter 8. 21. Nr. 1834 an die! Exped. dieses Blattes. | <7>ür meinen Jungen, der das Zeugnis^ O zum Einjährigen-Freiwilligendienst be- - sitzt, wird in einem Geschäft (am liebsten! in einem Bankgeschäft), wo Samstag und Feiertage geschlossen, eine Stelle als Lehrling gesucht. Offerten besorgt und Nr. 1918 die Exped. d. Bl. l /Ltesncht zum sofortigen Eintritt für Eng- : land ein religiöses Mädchen. Offerten: unter Nr. 1341 besorgt die Exped. d. Bl.! /Ain Vorsänger, musikalisch gebildet, mit sehr guten Stimmmitteln und von Autoritäten geprüfter Schochet, sucht in einer orthodoxen Gemeinde Stellung. Referenzen: Herr Rabbiner vr. Lehmann, Main;; Herr Rabbiner I)r. Goitein, Earlsruhe; Herr Rabbiner vr. Eahn, Fulda. (1437

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