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Der Israelit · 1881-06-08 · Heft 23 (8.6.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 23 (8.6.1881)
Date
1881-06-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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558 (Von diesen semitischen Antisemiten könnten die Herren Henrici, Stöcker, Förster rc. noch lernen. — Die schlimmsten Feinde sind die, die aus unsrer eigenen Mitte hervorgehen. — Red.) Berlin, 25. Mai. In der gestrigen Sitzung des deutschen Reichstags wurde der mit China . abzuschließende Handelsvertrag erörtert. Bei dieser Gelegenheit sprach der Abgeordnete von Bunsen: In dem Vertrage vom 2. September 1861 besagt Art. 10: Die Bekenner und Lehrer der christlichen Religion sollen in China volle Sicherheit für ihre Person, ihr Cigenthum und die Ausübung ihrer Religionsgebräuche genießen. Ich möchte deßhalb anheimgeben, bei weiterer Berathung derjenigen Conventionen, die etwa noch in Aussicht stehen, deutscherseits die Initiative zu ergreifen zum Schutze der jüdischen Religion, da ein großer Theil derjenigen Deutschen, die in China Handel treiben, zu den Israeliten gehören und den Anspruch machen, in der Befolgung ihrer Gebräuche ungetrübte Freiheit zu besitzen. Die Frage, obwohl geringfügigster Art, hat gerade im gegenwärtigen Angenblick eine gewisse Bedeutung den Vorgängen gegenüber, wie sie zuerst in Deutschland und dann in streng logischer Folge auch in Rußland zu Tage getreten sind gegen die Bekenner des mosaischen Glaubens. Ich glaube, daß Deutschland an sich selbst eine pädagogische Aufgabe erfüllen könnte, wenn es nämlich irn europäischamerikanischen Concert zu Peking von Seiten der chinesischen Staatsregierung die Ausübung einer heiligen Pflicht und zwar peremptorisch forderte, welche, wenn sie Deutschland geübt hätte, beide Länder vor einer tiefen Schmach bewahrt haben würde. Aus Westphalen Ein „Eingesandt" der „Iserlohner Zeitung," das Organ der Reactionäre und Partikularsten erwähnte unter Anderm auch, daß der jüdische Fabrikant Löwe aus Berlin in hiesiger Stadt demnächst einen Vortrag halten würde. Einige Tage später brachte der hier erscheinende liberale „Kreisanzeiger" unter „Locales" nachstehende Entgegnung: „Da der in der „Iserlohner Zeitung" gebrachte Artikel etwas Näheres über den jüdischen Fabrikanten nicht enthält, so werden einige weitere Mittheilungen über denselben wohl am Platze sein. Der jüdische Fabrikant Löwe ist der Leiter eines sehr bedeutenden, selbstredend jüdischen Fabrik-Etablissements. In demselben werden hauptsächlich jüdische Nähmaschinen und jüdische Bestandtheile von Gewehren und sonstige Schußwaffen hergestellt. Ein Hauptabnehmer dieser jüdischen Bestandtheile von Gewehren, Revolvern us. w. ist das „Kricgesministerium in Berlin," welches den Werth dieser Gegenstände trotz ihrer unverkennbar jüdischen Abstammung sehr wohl zu würdigen weiß. — Am Sonntage den 22. d. M. hat der in Rede stehende rühmlichst bekannte Abgeordnete im hiesigen Bürgergarten einen beinahe 2V2stündigen Vortrag gehalten, zu dem sich ein großer Zuhörerkreis aus allen Ständen verschiedensten politischen und religiösen Partheien und Schattirungen eingefunden hatte. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß der Redner sich eines großen Beifalls zu erfreuen hatte. Iserlohn. M. Rosenwald, Lehrer. Aus Westphalen. Dem uns vorliegenden Jahresbericht der Unterstützungskasse des Vereins isr. Elementarlehrer für Westphalen und der Rheinprovinz für das Jahr 1880, der, wie wir nebenbei bemerken wollen, im laufenden Jahre das Fest seines 25jährigen Bestehens feiern wird, entnehmen wir Nachstehendes. Auch in dem verflossenen Jahre hat gedachter Verein sich einer regen Betheiligung der Gemeinden, besonders der westphälischen durch Zuwendung sowohl stabiler, als freiwilliger Beiträge in hohem Maße zu erfreuen gehabt. Die Einnahmen an ordentlichen Beiträgen von Gemeinden, Gesellschaften und Privaten ergaben das günstige Resultat von M. 2108,62; an ordentlichen Mitgliederbeiträgen wurden eingenommen M. 615, an Zinsen M. 2083,03, also im Ganzen M. 4816,65. Hiervon wurden verausgabt für Porto, Verwaltungskosten u. drgl. M. 152,75; dazu kommen noch die Eingängen pro 1879 entnommenen Unterstützungsgelder. Von dem Reste, M. 4665,75 kommt, laut der einschläglichen §§ der Statuten die Hälfte zur Vertheilung. Es erhalten im laufenden Jahre Unterstützung 8 Lehrer- Wittwen, theils mit, theils ohne Kinder und 1 emerit. Lehrer. Das Vermögen des Vereins beträgt gegenwärtig M. 41393,32; die Zahl der Mitglieder 49. Iserlohn. M. Rosenwald. Wormdilt (O.-Pr.) fDiamant-Hochzeit.) Am Lag b'omer-Tage, den 17. d. Mts. feierten hier — da jedes öffentliche Aufsehen von den Betheiligten vermieden werden wollte — die ältesten und allgemein geachteten Mitglieder hiesiger Gemeinde, der frühere Kaufmann, Herr Lachmann Heymann, und dessen Ehefrau, Frau Rachel Heymann, die sich im hohen Alter von 85 und resp. 8072 Jahren befinden und beide noch recht rüstig sind, nach sechszigjähriger, glücklich verlobter Ehe, still in ihrem Familienkreise das seltene Fest ihrer „diamantenen" Jubel-Hochzeit. Trotz der beabsichtigten Stille und bescheidenen Zurückgezogenheit wurde dieser Tag dennoch allgemein festlich gehoben durch zahlreiche Gratulationen, Ehrengeschenke, Glückwunsch-Telegramme und Beweise der

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