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Der Israelit · 1881-06-08 · Heft 23 (8.6.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 23 (8.6.1881)
Date
1881-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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551 Eise der Fulda eingebrochen war, mit äußerster Lebensgefahr errettet. Stettin, 20. Mai. Vor einigen Wochen veröffentlichte die „Neue Stett. Ztg." eine Zuschrift des Landtagsabgeordneten Herrn Th. Schmidt, in welcher mitgetheilt war, daß einem in unserer Provinz angesessenen jüdischen Rittergutsbesitzer auf Grund des § 104 des pommer'schen Landschafts- Reglements die Theilnahme an den Kreisversammlungen, sowie die Ausübung seiner activen und passiven Wahlberechtigung unterlagt worden war, und daß der Generallandtag die beantragte Aenderung dieses Paragraphen einstimmig abgelehnt habe, obwohl der landwirthschaftliche Minister schon früher in einem Rescript sein Mißfallen über einen gleichen ablehnenden Beschluß ausgedrückt und eine Bestätigung anderer Beschlüsse an allerhöchster Stelle von der betreffenden Reglementsänderung abhängig gemacht hatte. Diese Angelegenheit hat jetzt ihre Erledigung gefunden. Wie das genannte Blatt hört, hat das hiesige Oberpräsidium vom landwirthschaftlichen Ministerium die Anweisung erhalten, das Generallandschafts-Direktion zur Aenderung jenes Paragraphen zu veranlassen, da in demselben ein Widerspruch rmt der Reichs- und Landesverfassung, nach welcher die Ausübung staatsbürgerlicher Rechte in Deutschland und in Preußen unabhängig von dem religiösen Bekenntniß ist, enthalten sei. Das Generallandschafts-Direktorium wird diese Anweisung zur Ausführung bringen und wird dadurch auch der vom Abgeordnetenhause in dieser Angelegenheit gefaßte Beschluß vom 30. März 1878 erledigt. Oesterr.-Uugar. Monarchie. Wien, 25. Mai. Für die beraubten russischen Israeliten gingen dahier bis heute 8917 fl., 61930 Frs. und 100 Rubel ein. Preßburg. Abermals tritt an mich die traurige Pflicht heran, dem Leserkreise Ihres gesch. Blattes von der so betrübenden Nachricht Kunde zu geben, welche unsere hiesige orthodoxe Gemeinde betroffen. Rabbi Moses Berger bpwi. — pis pn unbnpi ist diese Woche nach fast zweimonatl. Krankheit durch den unerbittlichen Tod im Alter von 76 Jahren von hinnen genommen worden. Der Verstorbene war einer jener biedern, ehrlichen, religiösen und offenen Charaktere, deren Herz, Wort und That stets im Einklänge waren. Rabbinats-Assessor Moses Berger, in Gattendorf bei Preßburg geboren, kam in seiner frühesten Jugend hierher nach Preßburg, um an aom urap» bei dem weltberühmten "i&iD onn d;'i sich min ’pmia auszubilden und zog derselbe schon damals in Folge seines besonders scharfsinnigen Verständnisses die Aufmerksamkeit seines großen Lehrers auf sich, weßhalb derselbe auch schon seinerzeit wiederdolt bei verschiedenen wichtigen Anlässen und Vorfällen nützliche und entsprechende Verwendung fand. Vor mehreren Jahren wurde der Verblichene zum ins rn in hiesiger Gemeinde designirt, welches Amt er auch in der entsprechendsten, zufriedenstellendsten Weise mit einer wahrhaft seltenen Genauigkeit und Liebe zu seinem Berufe versah und verwaltete. Herr Ober- Rabbiner B. Schreiber widmete dem Verstorbenen einen Nachruf in solch Herz und Gemüth erschütternder Weise, daß kein Auge von den zahlreichen Anwesenden, welche dem Dahingeschiedenen das letzte Geleite gaben, trocken blieb. — Redner schilderte die Verdienste des Verstorbenen mit beredten Worten und that im Verlaufe des ->v izdh des wahrhaft erschütternden, zum Nachdenken Anlaß gebenden Umstandes Erwähnung, daß es nun seit nahezu sechs Monaten schon das zweite theure Opfer sei, welches unserer Gemeinde abgefordert wurde, indem es noch kein halbes Jahr sei, daß auch der fast aller Welt bekannte iiwn mn u’nPnpi pns i"a p&n y'pi"sT 'pNn mo pnsn von uns genommen wurde. Redner fordert nun angesichts solch trauriger herzerschütternder Fälle jeden Einzelnen auf v&yoz &B&DD zu sein und schließt mit den Worten, welche auch bei seinen vielfachen Leiden unser Stammvater Jakob gesagt: cdp in’ nv Pni D’an-i daselbst die darauf Bezughabende Erklärung citirend: ’nis1? h h idnc? ’D. — Möge nun unsere so hart geprüfte Gemeinde künftig vor ähnlichen Unglücksfällen verschont bleiben. H. Oesterreicher. Prestburg. Als ob das Maaß der Leiden, welche uns in letzter Zeit in Folge des Absterbens großer und bedeutender, für das Judenthum wirkender Männer getroffen, noch nicht voll genug wäre, als ob wir den bittern Kelch des Leidens n:nn bis zur Neige leeren sollten, sind wir heute abermals in die tiefbetrübende Lage versetzt, eine neuerliche Hiobspost in die Welt hinaus zu schleudern. Freitag in der Mitternachtstunde ist der so hochverdiente, allgemein geachtete und verehrte Rabb. F. Fisch mann, u’npnp’i ü’-iffo -pjd nach mehrmonatlicher Krankheit im Alter von 60 Jahren vom Schauplatz seiner segensreichen Thätigkeit abberufen worden. Noch sind es nicht ganz 6 Monate, seitdem der ihies. orth. Kultusgemeinde und mit ihr dem ganzen Judenthum durch den Tod des ersten Rabbinatsverwesers im hies. Rabbinats-Collegium, durch den Tod Rabbi Nathan Wolf Liber's Y'st, ein harter und empfindlicher Schlag versetzt wurde, noch sind es kaum

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