Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1881)
- Date
- 1881-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447870--17591-2473602- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
524 aus Himmelshöhen" gewähre, daß Er es sei, welcher Nahrung zu geben vermöge in der unwirthbarsten Wüste; Nahrung einem ganzen Volke, wo kein Halm sprießt, denn Sein ist die Erde und die Bedingung des Lebens; wer ffjm jeglichen siebten Tag die Erde zu Füßen legt, dem verleiht Er am sechsten Tage „Brod für zwei Tage; — Er vermag auch Wasser aus dem starren Gestein zu spenden; wie Er Hülfe dem Schwachen sendet zur Abwehr des Ueberfalls einer Gott höhnenden Gewalt; — 'nanci noo jo. Und zum Schlüsse die Verkündigung, daß die von Israel zu übernehmende Mission der Wiedergewinnung der Menschenherzen für Gott, der Anbahnung des Gottesreichs auf Erden, trotz aller Kämpfe und Widersacher, dennoch zum endlichen Siege gelangen werde. — *dj 4n „Gott ist mein Banner!" Wohin Seine Fahne winkt, da folge ich, — nicht zum blutigen Kampfe, zur Zerstörung — sondern zum „Altäre," zur Erhebung des Irdischen zum Himmlischen, zur Weihe alles Menschlichen für Gott. — das sollte die Devise sein und bleiben, unter welcher Israel zu streben habe.- Also vorbereitet gelangten Israels Söhne in die Wüste Sinai — ui njj Pen»’ dw;m „und Israel lagerte dort dem Berge gegenüber," einmüthigen Sinnes, gehobenen Geistes, belehrt und geläutert durch die prüfungsvollen, wunderbaren sieben Mal sieben Wochen. Sic hatten das nächste Ziel ihrer Wanderung erreicht. mr, ->m „An diesem Berge," so hatte der erste göttliche Befehl gelautet, an diesem Berge „sollt Ihr in Gottes Dienst treten"; sollt Diener Gottes werden. Frei von der Menschen fesselndem Joche sollt ihr Gott den Gehorsam leisten; gleich den Wesen allen, welche im Weltenraume Ihm folgen und Seinen Willen vollführen, sollt ihr aus freiem Entschlüsse eintreten in den Ehor der gottdienenden Geschöpfe als ro ’vn vrioc „als Seine Herolde, krastgerüstet," roi bpn yoeP nan wy „als Vollstrecker Seines Wortes, um Seinem Worte zu gehorchen; — als vkzs „als Seine Schaar," als Sein Heer, in welchem ein Jeglicher an dem von Gott ihm angewiesenen Posten zu stehen und zu wirken hat, als 'vy vnnro ws-, „als Seine Mannen, Seinen Willen auszuführen." Und sie harrten hier der Befehle ihres Herrn, daß Er ihnen kund gebe, welches der Inhalt Seines Willens sei, wie sie Seinen Dienst zu vollziehen haben an dem ihnen zugetheitten Posten. ' Da erging an sie das Wort Gottes; „Wenn ihr ernstlich auf Meine Stimme hören und Meinen Bund hüten wollet, so sollt ihr mehr als alle Völker Mir ausschließlich angehören, denn Mein ist die ganze Erde. Ihr sollt mir ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk sein!" Wenn es euch ernst ist mit dem Dienste, den ihr übernehmet, wenn ihr das Band, welches euch an Mich unauflöslich knüpft, in seiner ganzen Festigkeit für alle Zeit erhalten wollt, dann müßt ihr Mir rwua sein, Mir ganz und ausschließlich angehören, mehr als die anderen Menschenfamilien. Ihr sollt es wissen, daß man nicht Gott angehören kann und auch noch anderen Herren dienen. Ihr habt euch als ausschließlich Mir gehörig zu fühlen, müßt Mein sein mit jeder Kraft, die euch innewohnt; mit jedem Verlangen, das euer Herz erfaßt; mit jedem Gedanken, den euer Geist sinnt; mit jedem Gute, das euch die Erde bietet. Mein müßt ihr allesammt sein und euch Mir ganz hingeben, „mehr als die andern Völker." Was in anderen Kreisen als des Begehrens¬ und Erstrcbenswertheste gilt, das habt ihr Mir zu weihen; — wenn Andere nur einen Theil ihres Schaffens und Strebens, nur eine Seite, eine Beziehung ihres Daseins Mir widmen, so habt ihr nichts auszuschließen von der Hingabe an Mich, — keine Minute eures Lebens, kein Atom eurer Kraft. „Denn Mein ist die ganze Erde;" — zu dieser gänzlichen Hingebung an Gott sind Alle verpflichtet, sie Alle sotten n^o sein, sich als .->720 begreifen und fühlen. Auf daß die Zeit hereinbreche, in welcher also alle Menschen sich „als ausschließliches Eigenthum Gottes" wissen, dazu habe Ich euch aus ihrer Mitte herausgegriffen, dazu „sollt ihr Mir ein Reich von Priestern sein." Der Priester Mund hat die Gotteserkenntniß zu hüten; — Gottes Lehre wird von seinem Ausspruche geheischt. Ihr Alle, jeder Einzelne unter euch hat sich als p.a Mir bereit zu stellen, daß er als „Träger" und Verkünder Meines Gesetzes an die Menschheit im Kreise der Menschen dastche, — in Reinheit der Gesinnung, in Lauterkeit des Herzens, in Klarheit des Geistes, — ein Jeglicher ein Priester Gottes, — so daß ihr in eurer Gesammtheit als ein „heiliges Volk" der Menschheit voranleuchtet auf der Bahn des Guten, des Gottgefälligen, zur Anerkenntniß Gottes, zum Gehorsam gegen Sein Gesetz. Und unter dem Rollen der Donner und den Zucken der Blitze — unter dem Leben des Weltalls — verkündet Gott dem Seiner harrenden Volke Sein Gesetz. rfcwi D’-ü-n da nx O'pbx -oti „Gott sprach alle diese Worte." — „Er ließ sich hernieder auf den Berg Sinai" und gab Seiner Menschheit Sein Gesetz. Unmittelbar von Ihm erging dieses Gesetz