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Der Israelit · 1881-06-01 · Heft 22 (1.6.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 22 (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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523 hier ein wenig und dort ein wenig. Führwahr ihr spruchreichen Redner dieses Volkes, Ihr habt Falschheit zu Eurem Schutz und Trug zu Eurem Zufluchtsort gemacht; Ihr sucht die Menschen mit Worten zu verführen; dem Strafredner aber stellt Ihr nach und den Frommen sucht Ihr mit leeren Worten abzuweisen! Aber eine Zeit wird kommen, in welcher dieses Treiben in seiner ganzen Nichtigkeit erkannt werden wird. Dann werden wieder die Kinder lernen, den Namen des Gottes Jakob zu heiligen und den Gott Israels zu verherrlichen. np2 no?’ D’jjm nj’2 nn ’j»n wvi „Dann werden die Irrenden Einsicht erwerben, und die Widerspenstigen werden Lehre annehmen. (Jesaias r. 29. v. 24.) (Fortsetzung folgt). Schabusth. Von Naphtali Simon. Die sieben Mal sieben Tage, welche zwischen Peßach und Schabuoth, zwischen der Erlösung aus der egyptischen Sclaverei und der Offenbarung des Gesetzes liegen, sind die ereignißreichsten und bedeutungsvollsten der israelitischen Geschichte. Mit der in der Nacht des vierzehnten zum fünfzehnten Nissan vollbrachte Befreiung eines ganzen Volksstammes ohne Schwertstreich, ohne Empörung, ohne irgendwelche Initiative von Seiten der Befreiten, hatte sich in der Geschichte der Menschheit die große Wahrheit eingeführt: p«n mps 'n ’jk »2 „daß Ich, Gott in der Mitte der Erde bin." Gott, nicht nur im Himmel, nicht nur Schöpfer des Weltalls, den Gang der Sphären regelnd, — sondern auch pxn mp:j, auf Erden Gott, mit gewaltiger Hand eingreifend in die Gestaltung der menschengesellschaftlichen Verhältnisse als der König aller Könige und Gebieter aller Herren, den Unterdrückten ein Retter, ein strafender Richter den Tyrannen — das ist die große Proclamation jener ewig denkwürdigen Nacht! Und in dieser Nacht wiederholte sich das Wunder des ersten Schöpfungstages. Aus dem inn rang sich ein neues Volksdasein empor, geweckt durch den Schöpferruf Gottes; an den verendenden Embryo trat Gott heran und rief es durch Sein ,,"n" zum Leben. Aber mit diesem Erstehen zum Dasein ist die Schöpfung des eigenthümlichen Wesens, das in dieser nächtlichen Geburtsstunde in die Welt eintrat, nicht vollendet. Sollte doch in diesem neuen Geschöpfe ein Herold Gottes in die Menschheit eingeführt werden, N2p? ihn 02» 122)?- 'n d»2 0-2 „sie Alle mit dem Namen Gottes aufzurufen, auf daß sie Ihm einmüthig dienen" (Zephanja 3, 9), auf daß alle Menschen sich Ihm in treuem Gehorsam huldigend zuwenden, und die Erde sich dann zu einem Eden gestalte, in welchem das Hallelujah der Menschen mit dem Chore der Seraphim in Harmonie erklingt. Dazu bedurfte es der Erziehung dieses Geschöpfes zu solchen hehrem Berufe. Wie Gott aber die Menschheit durch die eigene Erfahrung zur Anerkenntniß ihres Herrn und Vaters erzieht, also wollte Er auch diesen Priester der Menschheit für dieses Priesteramt erziehen. Die sieben Wochen von onyo dn«?’ bis zum 2.2 2oyo enthalten in ihren bedeutungvollen Ereignissen die Erziehungsgeschichte Israels. Welche Fülle von Erfahrungen hatte erst dieses Volkes Geist auf sich wirken zu lassen, welche Fülle von Lehren hatte es in sich aufzunehmen, ehe es für vorbereitet und würdig erachtet werden konnte, am Sinai die unmittelbarste Kundgebung Gottes zu empfangen! Zunächst in Egypten: den allmächtigen Arm Gottes, welcher frei waltet über die Natur und die Menschenwelt, richtend und erlösend. Und unter dem Eindrücke dieser Erfahrung und aus ihr heraus die Mahnung, nimmer den Zusammenhang mit Gott zu verlieren, stets die Annäherung und Vereinigung mit Ihm zu suchen und zu finden »2122 »12p, sich zu fühlen als ein Glied der von Ihm geleiteten Heerde, sich seinem Hirten gegenüber jeder Selbstständigkeit zu begeben — rvso ,no£/p —; Ihm darum sich zu weihen mit allem was die Erde beut: mit dem Segen des Familienlebens, mit dem Segen des Besitzes, mit der rüstigen schaffenden Kraft des Arms, mit dem denkenden Geist des Hirns p-20 ,2122. Sodann auf dem Zuge: unter der besonderen Führung Gottes, Seines Schutzes vertrauend der Zukunft entgegenzugehen, führte der Weg auch durch Wüstenei und Wildniß, py.2 2ioy — das erschütternde Ereigniß am Rothen Meere, welches in das Herz des Volkes rw2* und djidn senken wollte, daß es fortab in unbegrenzter Ehrfurcht und unerschütterlicher Zuversicht zu Gott emporschaue. Und in der Wüste Schur: wie Gott nicht nur in der Stunde außerordentlicher Gefahr Seinen Treuen nahe sei, sondern wie Er auch kenne die Anliegen des alltäglichen, gewöhnlichen Lebens, wie der Gedanke „Gott" die Mühen und Sorgen eines jeden Augenblicks „versüße", und ein innerhalb der von Ihm gesetzten Schranken sich vollziehendes Leben in Sittlichkeit und Recht das einzige Schutzmittel für die Gefahren aller Widerwärtigkeiten des hieniedigen Daseins gewähre; 2*02 '.2 »jk öDtpoiprimo. Und endlich in der Wüste Sin: die thatsächliche Bezeugung, daß Gott den Seinen „Brod

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