Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1881)
- Date
- 1881-05-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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514 Nach nroo kömmt eine gemüthliche Gabe für das Kind: der allbekannte .-u cm". Was hat dessen zweite und herrlichste Strophe onips ms begangen , daß sic nicht ausgenommen wurde. Dafür folgt ungekürzt, zum herrlichen Gesang einladend, der 'piu nnM sllachdem nun rnm nai^ glücklich nberstanden (die Gebete für F e st t a g e blieben, laut Vorrede, weg, weil „an denselben die Kinder mit ihren Eltern öder Lehrern sich im Gotteshause einfinden und im Tina mitbeten!"), kommen einige außergewöhnliche Gebetstücke, zunächst ihn . mit besonderer Rücksicht aus nw'v, sogar mit der Essenz einer Predigt über d’pd yanx. Folgt tsnn tpxn *)did. Dann naun u rata mit unverkürztem ms nyo, und die rD'j sür's Loosfest (omc). Wo bleibt nj3? tpnp? wo *)-nn n’Ten? wo noiyn nmcD u. dergl. mehr? In den genannten „Verhaltungsregeln". Seite 3 heißt es, „daß man sich an die ^egensspruche vor jedem Genüsse von Jugend auf gewöhnen soll". Demgemäß folgen solche auch auf Seite 137 ff. Aber auch diesbezüglich bleibt viel zu tadeln: 1) Wird an’ nTaj r>y nicht nur beim Waschen zum Mittagsmahle gesagt. 2) Wird über ,,Strauch"-Früchte nicht immer x"ns xma gesagt. 3) Sicrana über Weintrauben ist nicht2"naa, > > > — —» 4) Die ]’yo na-c wird nicht „nach dem Genüsse einer Speise besonders aus Mehl" gesagt, ebenso uncorrect ist 5) die Bemerkung vor ntpej «no „nach jedem andern Genüsse". 6) Sieht man viele wana, „die gar nicht da sind", z. B. iav?ya non vbv ic. Nun folgt pan na^a mit der Vorbemerkung: Nach dem Mittag- oder Nachtmahl! Was aber hier geboten wird, das übersteigt noch alles Frühere. Aus rm sind die unerläßlichen Stellen mm uix nn: herausgeschnitten. kj dhi blieb ganz hinweg, deßgleichen einige der ^arnn. Ob hier pädagogische Gründe oder sonst welche oder gar ein Vatmn (?) mitgewirkt, vermag ich nicht anzugeben. — Nach einigen selbst combinirten hebr. Schulgebeten und dem „ungeschoren" davon gekommenen Nachtlaienen folgen die „Zehn Gebote" mit Uebersetzung. Die mehrgenannten „ Verhaltungsregeln " bemerken darüber, es seien dies die „wichtigsten" der mosaischen Gebete, „welche man sich bereits in der Jugend aneignen soll!" Woher, Herr Pick, haben Sie die Waage genommen zum Abwiegen der Wichtigkeit der göttlichen Gebote? Diese Piece Ihres Gebetbuches ist eine herrliche Illustration für die auch im n"'d v"n mix enthaltenen Worte von A"n, daß man das tägliche Sagen der zehn Gebete masa aufgehoben hat: oed }\mn monyn (2"' *p nona. Siehe: '"w"n dort). Wenn nun der Herr Verfasser auf die „Correctheit" seines Gebetbuches so viel hält, so belehrt ein flüchtiger Blick in dasselbe, daß auch die Begriffe über Correctheit sehr verschieden sein müssen. Da hätte der Herr Verfasser sich die ouno und sonstige Punctation aus der, ungeachtet aller Verbesserungsversuch immer noch correctesten, W. Heidenhei- > mer'schen nasn abschreiben sollen. Auf Seite! 21 würde dann nicht imß und □>£ statt irn|5 | und stehen, um nur einige der vielen Fehler! zu erwähnen. Ueberhaupt dürfte, ich noch manches! „Vergessene" zu erwähnen vergessen( haben. Allein | ich beeile mich, diese Recension an die Oeffentlichkeit! zu bringen, und vor Ankauf dieses Gebetbu-! ches zu warnen! Möchten die Herren Rabbinen! und Lehrer dem Buche den Eingang in Schule und! Synagoge absolut verwehren, und die Eltern dies j bezüglich des Hauses. Möge sich Niemand von dem j billigen Preise verführen lassen. Das Buch verj mag viel Schaden anzurichten. Noch ist'sZeit, den-! selben fernzuhalten, namentlich wenn gesetzestreue i Buchhändler dasselbe nicht führen, i Das dem Buche vorgedruckte Motto: vyv am nwaa läßt sich auch bei einer „ganzen" msn bethätigen, in die man die Jugend nach und nach einführen ru.m. Dcv pädagogische Tatz ian ist wohl bewährter als ein beliebiger Versuch einer unbekannten Größe. Erwünscht wäre es, wenn die verehrt. Redactionen aller jüd. Zeitungen von dieser Recension Notiz nehmen würden. R. B. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen.! Rußland.! Aus Jelisawetgrad, 2. Mai, geht der deutschen! „Petersburger Ztg." von einem Augenzeugen, welcher! nach der ausdrücklichen Versicherung des Blattes i „evangelischer Christ und Angehöriger des deutschen! Reiches ist", eine Schilderung der Judenhetze zu,! welcher wir die folgenden höchst interessanten Be-! merkungen entnehmen: i Vor drei bis vier Wochen tauchte vereinzelt das! Gerücht auf, die Juden sollen zu Ostern nach dem von Odessa vor 8 Jahren gegebenen Beispiele, hier ebenfalls geprügelt werden, fand jedoch nirgends Glauben. Erst als verschiedene Angehörige der sogenannten Intelligenz sich mit Behagen die Verbreitung des Gerüchtes angelegen sein ließen und als einzelne, im Anfang der letzten Fastenwoche zum