Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1881-05-25 · Heft 21 (25.5.1881) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 21 (25.5.1881)
Date
1881-05-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447850-2447869--17571-2473581
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXII. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 21 V4 Israelit. 1 c "7 dem Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzbnrg, 15. Mai. niyujm i»v:’ v'D' *o id’o noni njoor. Berge können weichen, Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht uoit Dir weichen. Die talmudische Erklärung deutet diese Stelle in Bezug aus n-ncx ron rvax noi, wenn schwindet das Verdienst der frommen Väter und Mütter, dann läßt Gott Gnade walten, Er verläßt uns dennoch nicht aus Gnade. Dieser Gnade bedürfen wir in unserer Zeit immer mehr und mehr, denn es schwinden die frommen Väter und Mütter; immer seltener werden sie, auf deren Verdienste wir uns stützen, und um deren Frömmigkeit wir leben könnten, D"n cnp-iyD', Bald da, bald dort reißt der unerbittliche Tod Lücken, die unerfüllt bleiben, reißt Gestalten heraus, die ihres Gleichen nicht mehr finden. Auch wir haben heute einen solchen Verlust zu beklagen, eine Edle, eine fromme Mutter, ein n nr« im vollendetsten Sinne des Wortes, eine Frau von hohen Verdiensten hat der uwd dem Leben entrissen. Die allverehrte Wittwe nnsers unvergeßlichen großen Rabbi, y'y* -lyj-iysoa sn pni.” iV'no jn"y.iTi hat am vergangenen cn-p ros/ in demselben dRomente wie ihr großer Gatte rrvnn rxnp nyza ihre reine, erhabene Seele ausgehaucht. Wer schildert ihre vielen Tugenden, die innige Frömmigkeit, das Gottvertrauen, das sie in allen Lagen des Lebens bekundete, so wechselnd und bewrgnißerregend sie auch sein mochten; aber ganz besonders ihre Hingabe und Opferfähigkeit für Alles, was das Thorastudinm zunächst bei Gatten und Kindern, dann aber auch außer ihrem Hause fördern konnte. Sie hatte einen sehr wesentlichen Antheil an der Größe und Weltberühmtheit ihres nun mit ihr vereinten Gatten denn als derselbe noch in seinem Hcimathsort Wiesenbronn in einem kleinen Kramladen den Unterhalt für seine Familie zu erringen suchte, war sie es, die diese Aufgabe ganz und gar übernahm, und es so unter zahllosen'Mühen, Sorgen und Entbehrungen ihrem Manne, der schon damals eine Größe auf talmudischem Gebiete war und einen unwiderstehlich"" Drang zum Thoralernen besaß, zu ermögli^" l"t -°>o»'.damals" «ine ansehnliche ^sahl 2'i itttt sich gu schaaren. lne heute selbst wieder in den verschiedensten Gegenden Deutschlands segensreich wirken. Und als sich diesem großen Geiste am hiesigen Platze ein größerer Wirkungskreis eröffnete, da war es wiederum die edle Gattin, welche ihm durch ihren praktischen Verstand mit weisem Rath beistand, die ihm durch ihr glückliches Naturell sein schwieriges Amt erleichterte durch ihre wohlthnendc stets sinn- und geistreiche Zusprache, die seinen Ernst milderte und seinem Leben, das auf irdische Freuden und Genüsse keinen Anspruch machte, doch auch schöne weiten verlieh. So stützte sie ihn geistig und körperlich und war ihm im' vollen Sinne des Wortes ein njjzj uy. Als sich nun h:er die nz’E" vergrößerte, da öffnete sie gern nild jederzeit den a'-nrn Tisch und Haus, und während dieselben in ihrem großen Lehrer zugleich einen Vater, einen Wohlthäter hatten, so fanden sie in dieser edlen Frau gleichsam eine Mutter, die in ihrer Freundlichkeit und Leutseligkeit die Fremde vergessen machte und ans ihr Gemüth wohlthnend einwirkte. Nach dieser Seite hin entfaltete sie eine ganz besondere Thüli,^clt auch innerhalb der Gemeinde, indem sie überall ohne Unterschied aus Stand und Verhältnisse, auf Gesinnung und Richtung den Tribut der Theilnahn ' an Leid und Freud gerne brachte; sie suchte nur pierin ihrem Manne manche Pflicht abzunehmen und seine theure Zeit dem Thorastndium zu erhalten. Diese ihre Wirksamkeit brachte ihr auch selige Stander.; denn das war ihre Freude, ihr Genuß, ihren Mar" und ihre Söhne.Tin lernen zu sehen; ja das Str"' ,ü dieses seltenen Eltcrnpaar" ward auch von seltenem Glück gesegnet; denn jg sahen in ihren Kinde n alle Frömmigkeit, ~ liebe und beziehungsweise Thorakenntniß, güte und Menschenliebe in hohem Grade eV’ hatten die Freude, die Söhne als Män samkeit für n“v mny mm und eben solche Männer verheirathet r -vnMV u.i ten sie die stligsten Elternfrend-' r^ycn. So theilda der To. sie trennte, d' -iS zum Momente, Gottes dem großen Lel- ^er allweile Rathschluß Stillstand gebot n-° ^es Mannes nn.-,s2 wobo Sphären des - , "in unverjehens in höhere au^ gleich' .-wigen Lebens berief. Damit war ach^'-' -»lnn der Lebensfaden der treuen Gattin 3CXV'’ .aten; von dem Momente an war sie nicht d'.syr dieselbe, hatte das Leben keinen Werth mehr . für sie; sie wollte je eher je lieber wieder mit dem .! Geliebten vereint sein, bis ihr auch dieser Wunsch»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.