Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1881)
- Date
- 1881-05-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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500 die Arzneiwissenschaft nebenbei studirt, um sich davon zu ernähren. Nur das Trübsal der Zeiten habe ihn endlich gezwungen, eine Rabbinerstelle anzunehmen und sich besolden zu lassen. Aus seinem Vaterlande Spanien sei er vertrieben worden und habe nur das nackte Leben gerettet, alles Vermögen aber verloren, irm nr.s ’T, das möge zu seiner Rechtfertigung dienen. -new rw" p>c npaoa r.N'2^n naxVa njvn iPni nyr: nvi u n’p so ra uypntpj „würde die Ausübung der Heilkunde mich hier zu Lande nur ernähren können, so wäre ich nickt hierher gekommen," schreibt er zum Schlüsse entschuldigend in feinem „Magen Aboth". So waren unsre Rabbiner nicht nur die Lehrer des Gesetzes, sondern auch die unvergleichlichen Muster der Gesinnung und des Geistes und des Charakters, welche von diesem Gesetze verlangt werden, und wir begreifen es. wie sie ein ganzes Volk zu der Hingebung und Treue an dies Gesetz zu erziehen vermochten. Wir begreifen es, wie ihre Lehren von dem Volke als aus dem Gottes-Worte geschöpft, allgemein angenommen und zum Gesetze für die Gemeinde Israels erklärt worden sind. Wir erkennen darin die Kraft des Thorageistes. Ohne äußere Autorität, ohne staatliche Unterstützung genossen unsre Rabbiner eine Verehrung und ein Ansehen, von welchen man sich in anderen Kreisen faum eine Vorstellung machen kann. Sie strebten nicht nach Ehre und Reichthum, sie suchten nicht durch eine mystische höhere Weise zu imponircn, sie waren die echten Lehrer der Thora, die echten Interpreten des Gesetzes und das einzige Ziel ihres Lebens war nabai immer tiefer einzudringen in den Geist des Judenthums, um für das göttliche (besetz immer begeisterte, gehorsame Menschenherzen zu gewinnen. Sollte diese Sefirahzeit uns nicht anspornen im Geiste dieser hohen Männer zu leben, im Geiste dieser erhabenen Lehrer und Meister „von der Garde zur Thora hin zu erzählen" auf daß wir jener Stufe der Vollkommenheit immer näher kommen, welche Jene erreicht hatten? Sollten nicht vor Allem unsre Rabbiner und Lehrer, welche ja recht eigentlich die Aufgabe haben, den Platz in unserer Zeit einzunehmen, welchen jene Männer in ihrer Zeit ausfüllten, sich diese alte Chachamim ünd Rabbinen zum Muster nehmen für ihr Wirken und ihre Gesinnung und ihren Character? Jene Alten wollten nichts für sich, sie „lernten und lehrten" — und darum wandte sich ihnen eine Verehrung sonder Gleichen zu, welche der mmn -vaa, welche der „Ehre der Thora" galt, als deren reinste Träger die Rabbinen in Wahrheit im Kreise der Gemeinde dastanden. Trotz der Titel und Amtswürde mögen viele unserer heutigen Rabbiner Jene beneiden ob der Stellung, die ihnen die Gemeinden willig einräumten. Der Ausspruch des Rabbinen war für alle Verhältnisse innerhalb der Gemeindekreise maßgebend. Warum? — Weil ein Jeglicher die feste Ueberzeugung hatte, daß eine jede Entscheidung mit gewissenhaftester Prüfung aus dem Gesetze war und das ganze Leben des Rabbiners sich in vollstem Einklänge mit seinen auf dem granitnen Boden der Thora beruhenden Lehren befand. Können sich dessen alle unsere heutigen Lehrer und Führer rühmen? Wir haben bereits in der vorigen Nurnmer dies. Zeitschr. daraufhingewiesen, wie nicht alle Rabbiner und Lehrer der Gegenwart ihrer Aufgabe gerecht zu werden verstehen, wie vielleicht aus den Kreisen der Lehrer und Rabbiner theilweise geradezu der Abfall von Gott und seinem Gesetze gepredigt, theilweise das Beispiel einer Schwäche und eines Schwankens gegeben worden ist, wodurch der Riß unserer Zeit erstanden ist und erweitert wird. Darum befinden wir uns noch weitab von dem Ziele, zu welchem uns die Sefira rufen will. Darum gilt es vor Allem, daß wir die Thora wiederum ist ihrer erhabenen Bedeutung erkenneu und ihr uns weihen mit Allem, was die Erde gewährt, daß wir sie schätzen als das höchste Gnadengeschenk unseres Gottes und uns in dem stolzen Bewußtsein zum Herold dieses Gottesgesetzes berufen, mit aller Begeisterung, welche einer Menschenbrust fähig ist, ihrem Dienste weihen. Hierzu sollen unsere Führer uns voranleuchten, als die Pfadweiser des Weges Gottes. Eine Ahnung zieht durch manch edles Herz, erfüllt das Gemüth manch weisen Mannes „unter den Völkern der Erde", eine Ahnuug von der Mission des Heils, welches für die volle und ganze Verwirklichung der Thora durch Israel in der Zukunft winkt. Das, was Gott durch Jesajah hat aussprechen lassen: ’nn \nnj 'wn '"'."na ia panx oay;r. .SOSJ’ O'M ÜStffS „Israel ist doch Mein Diener, auf welchen Ich mich stütze, es ist der von mir Erwählte, den meine Seele sich erkor. — Meinen Geist habe ich auf es gegeben, auf daß es die Rechtsordnung den Nationen entgcgentrage" (Jesajah 42,1), das wird doch immernoch geahnt in den Kreisen der Völker. ’nn „Mein Geist", Gottes Geist aber ist der Geist der Thora, der geoffenbarte Willen Gottes, den oay, den Israel in ffch, in seiner Reinheit aufnehmen muß, um ihn unter die Menschheit zu verbreiten, daß sein Licht weithin strahle, nmy n\ry nps?, daß die blinden Augen sich öffnen und das