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Der Israelit · 1881-05-18 · Heft 20 (18.5.1881) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 20 (18.5.1881)
Date
1881-05-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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schüft in W., das bisher unter dem Vater und j früherem Besitzer an den hl. Tagen des Herrn geschlossen hatte und dabei sich zu einem der ersten Geschäfte dortselbst emporgeschwungen, unter dem! Sohne auch an diesen Tagen seine Werkthätigkeit j fortgesetzt und damit, weil etwas anderes als der! Zuwiderhandelnde antireligiöse Geist nicht : als Grund angenommen werden kann, wahrhaft öffentliches Aergcrniß gegeben. Kann solches, der Gottheit gleichsam trotzendes Gebahren ungeahndet bleiben? Wie weit soll es überhaupt mit der Religionslosigkeit bei uns noch kommen? Oder glauben diese Leute, in der allgemeinen Judenverfolgung deshalb verschont zu bleiben, weil sie den jüd. Gesetzen Hohn sprechen, weil sie au den jüd. Feiertagen arbeiten und an den christlichen feiern, oder weil sie unjüdische Küchen führen und ohne Rücksicht ans das Religionsgesetz an jeder beliebigen Tafel speisen? Die jüngsten Erfahrungen sollten sie eines Bessern belehren. Aber sie sehen nicht und hören nicht; Worte sind für sie ein zu schwaches Bekehrungsmittel, die Ungläubigkeit hat zu sehr Platz gegriffen. Sollten sie erst fühlen lernen müssen? Der Gott Israels, er wird sein Gesetz nicht untergehen lassen, *6 nn«o hiw; darum wird er von Zeit zu Zeit, ob willig oder nicht, sein Volk zu demselben zurnckführen! Bonn, 8. Mai. Wie ich von eompetenter Seite erfahren, wird der „Rabbiner" der hiesigen Reformgcmeinde, der bekannte Dr. Schreiber, spätestens am 1. October d. I. sein Amt ausgeben müssen, da der Gemeindevorstand in seiner Majorität nicht daran denkt, den von vornherein auf nur drei Jahre geschlossenen Contract zu erneuern. Sehr bemerkenswerth ist der Umstand, daß das Schreiber'sche Regiment dahin geführt hat, daß Stimmen aus dem Vorstand der Neformgemeinde zu Gunsten einer Wiedervereinigung mit der orthodoxen Gemeinde laut werden. Ällsabbatlich trotz Orgel ein „leeres Haus," das führt selbst den „Aufgeklärten" zu Gemüthe, wohin nian schließlich mit allen Reformen kommt. Aus Westphalerr Dem Jahresberichte der „Achawa," Verein zur Unterstützung hilssbediirftiger isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und-Waisen in Deutschland (besteht seit 1864) für das abgelausene Jahr 1880 entnehmen wir nachstehende Daten. Auch in dem verflossenen Jahre entfaltete der Verein eine ebenso umfangreiche als gesegnete Wirksamkeit; er bewährt sich, je länger, desto mehr als ein Institut, welches des allgemeinen Vertrauens und einer thatkrästigcn Unterstützung der Glaubensgenossen und aller Menschenfrennde würdig ist. Die Einnahmen an Geschenken beliefen sich auf 525.6,39 M. Die Gesammtsumme der Einnahmen au Geschenken, Zinsen, Beiträgen und Einkaussgeldern betrug 15,665,57 M. Obgleich die Summe der dem Vereine überwiesenen Geschenke gegen das Jahr 1879 eine Minderung erlitten — welcher Umstand wohl im Wesentlichen der Ungunst der Zeiten, unter denen viele Wohlthätigkeitsanstalten zu leiden haben, anzurechnen sein wird, — so war es doch möglich, eine größere Summe zur Vertheilung für Jahresunterstützungen zu bestimmen, als solches in den vorhergegangenen Jahren je der Fall war. Es erhielten Unterstützung 19 Personen, unter die 7336 At. zur Vertheilung'kamen. Ans dem Reservefond wurden an 14 Bittsteller 730 M. verabreicht, so daß im Ganzen 8066 M. verausgabt wurden. Das Vereinsvermögen hat gegenwärtig die Höhe von 94,716,04 M. erreicht. Die Zahl der activen Mitglieder beträgt augenblicklich 219. Iserlohn. M. Rosenwal d. Altona, 8. Mai. Unsere Synagoge wird von morgen an einem Umbau unterzogen, und zwar sollen die Wandflächen in nicht unbeträchtlicher Höhe durchweg mit Marmorplatten belegt werden. Auch sonst sind noch allerlei Renovirungen in Aussicht genommen. Lobenswerth ist umsomehr das Entgegenkommen des Vorstandes der Portugiesen-Gemeinde hier, die bis zur Vollendung des Baues, ihre Synagoge zur Verfügung stellte,'so daß dadurch kein ttnpn stattzufinden braucht. Die portugiesische Gemeinde wird zur erwähnten Zeit in ihrer „Winterschule" den Gottesdienst abhaltennpppN ddp mui. Oest. - Ungar. Monarchie. Trenefiu (Ungarn), 3. Mai. Es wird Ihren Lesern angenehm sein, zu erfahren, daß Herr Seligmann Lederer, k. k. Hauptmaun im 71. Jnfanterie- Regimente, von Sr. Majestät in den erblichen Adelsstand (mit dem Prädikate „Edler") erhoben wurde. So sehr wir Alle uns hierorts freuten, wurden wir noch um so angenehmer überrascht, daß unser ehrenwerther Herr Rabbiner I. Sam. Levy diese Gelegenheit benützte, Herrn Hauptmann Lederer atu Peßach die Morenu zu verleihen; derselbe ist ein Jude im wahren Sinne des Wortes, trotzdem, daß er im activen Dienste steht. Alexander Schlesinger.

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