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Der Israelit · 1881-05-18 · Heft 20 (18.5.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 20 (18.5.1881)
Date
1881-05-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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474 eines jüdischen Spitals sein eigenes Haus nebst einem Betrage von 40,000 fl., ferner 20,000 fl. zur Gründung einer jüdischen Schule. Rußland. Ueber den Judenkrawall in Jelissawetgrad schreibt man dem „Golos" u. A. noch Folgendes: „Einige der Tumultanten riefen während der Exresse aus: „Wie die Juden Christen erschlagen haben, so haben sie auch unseren Zaren ermordet!" Die Bauern stellten sich den anrückenden Soldaten entgegen, entblößten ihre Brust und riefen aus: „Schießt zu'!" Die Soldaten ließen die Hände sinken. U. A. hatte sich das sinnlose Gerücht verbreitet, die Juden hätten Die Plätze, auf denen gewöhnlich während der Osterfeiertage die Volksfeste stattsinden, abgemiethet und auf diese Weise das Zustandekommen der Feste Hintertrieben. In Folge dessen gab der Polizeimeister offiziell bekannt, daß während der Osterfeiertage auf höhere Anordnung keine Feste stattsinden dürfen. Ein anderes im Volk kursirendes Gerücht erzählte wieder, die Polizei sei von den Juden für die Summe vor: 500 Rbl. erkauft worden; man könne die Juden mißhandeln, dürfe sie nur nicht todtschlagen. Einige Bauern, die an den Exzessen theilnahmen, sagten: Wir wollen die Juden todtschlagen, ihnen ihr Land (?!) abnehmen, das uns fehlt und ihnen zeigen, was das heißt, sich vor ihnen bücken und sie als Herren anreden." Dieses traurige Ereigniß bietet noch eine andere Seite dar: Eine Menge Personen sahen den Ausschreitungen des Pöbels zu, ohne den geringsten Versuch zu machen, denselben Einhalt zu thun." — Aus Odessa wird diesem Blatte gemeldet: Trotz der zum Schutz der Juden während der Osterfeiertage getroffenen Maßnahmen und trotz der vielen Polizeipartrouillen und Kosackenpiquets, die sämmtliche Straßen der Stadt durchzogen, sind die Feiertage doch nicht ohne einige Fälle von Ruhestörungen verlaufen. Die Aufregung im Pöpel wuchs bedeutend in Folge der natürlich übertriebenen Gerüchte von den Judenschlägereien in Jellissawetgrad, Olwiopol, Rikolajew und Ackermann. Drei bis vier Tage vor den Feiertagen war die ganze Polizei buchstäblich nicht mehr zu Athem gekommen. Besonders viel machten ihr die Griechen zu schaffen, die beständig auf den Straßen Unfug trieben, während von den Russen namentlich einige Arbeiter-Artels nicht geringe Neigung zu Tumulten verriethen. Außer verschiedenen kleine Ruhestörungen, denen die Polizei jedoch rasch ein Ende zu machen wußte, fanden mehrere Tumulte in der Judenstraße statt, wo der Pöbel die jüdischen Händler auseinanderzujagen begann und einen Polizeirevieraufseher durchprügelte; ein jüdischer Hausbesitzer, Namens Kaufmann, hatte ferner mit einem Stein geworfen, wofür er verhaftet wurde, an mehreren anderen Stellen der Stadt endlich wurde eine Anzahl Juden vom Pöbel durchgeprügelt." A m e r i k a. New-Bork. Für das hiesige isr. Hospital, das wieder neu aufgebaut werden soll, gingen in vier Wochen nahe an 500,000 Dollar Subscriptionen ein; der für diesen Zweck veranstaltete Purimball hat 20,000 Dollar erzielt. Feuilleton. U k i b a. XX. Als die in Nom anwesenden Rabbinen aus Judäa von der Hinrichtung des Flavins Clemens erfuhren, zerrissen sie ihre Kleider, setzten sich auf die Erde und weinten. Nachdem sie eine Zeit lang schweigend dagesessen hatten, sprach Rabbi Akiba: „Meine Lehrer, es ist jetzt nicht Zeit thatlos zu sitzen und zu trauern. Gehen wir hin, um das Weib des Gemordeten zu besuchen. Vielleicht erfahren wir etwas, was uns und unserm Volke zum Nutzen gereichen kann." „„Ein Besuch bei Domitilla,"" sagte Rabbi Josua, „„ist unter den gegenwärtigen Umständen gefahrdrohend. Wahrscheinlich ist ihr Haus von Spähern umstellt, und Jeder der dort ein- und ausgeht, wird dem Tyrannen als verdächtig bezeichnet werden."" „Und trotzdem," sagte Nabbon Gamliel, „müssen wir die Gemahlin dessen besuchen, der sein Leben hingegeben zur Heiligung des göttlichen Namens, müssen sie zu trösten und auszurichten suchen in ihrem schweren Leid." Als die Weisen zu der Gemahlin des Clemens kamen, fanden sie dieselbe ruhig und stark. „Meine Freunde," sprach sie, „Ihr wißt noch gar nicht, wie Großes Clemens für Euch geleistet hat. Nur noch fünf Tage fehlten an der Frist, in welcher ganz Israel vernichtet werden sollte. Durch seinen Tod hat Clemens einen Aufschub herbeigeführt, durch welchen der Mordplan Domitians auf unbestimmte Zeit hinaus vertagt ist. Unterdeß wird Gott seinem Volke Hilfe und Rettung senden. — Nachdem mein geliebter Gatte die Beschneidung an

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