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Der Israelit · 1881-04-27 · Heft 17 (27.4.1881) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 17 (27.4.1881)
Date
1881-04-27
Page
– (sequence 18)
Language
German
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410 ciplinen vernachlässigt. Die Leistungen der Schule stehen sicherlich hinter keiner anderen Realschule zurück; aber auch im Jüdischen ist G. s. D. Tüchtiges geleistet worden, wovon die Talmudprüfung den augenscheinlichsten Beweis gab. Die Sekunda hatte ca. 45 Blatt von naoa mit ’ien und msoin durchgenommen unter gelegentlicher Berücksichtigung anderer Commentatoren wie sr*n und andere, und zeigte ein so klares Verständnis;, ein so tiefes Eingehen aus die verschiedenen Auffassungen, daß dadurch alle Zuhörer, und es waren derer aus weiter Ferne anwesend, befriedigt wurden. Der Prima wurde, um ihre Fertigkeit im selbstständigen Lernen und Erfassen zu prüfen, nicht das von ihr im Laufe des Jahres Erlernte, sondern eine ihr fremde Stelle, ein s. g Lajenen und zwar der Anfang des dritten pns von mnna aufgegeben. Nach kurzer Vorbereitung unter Elausur hatte die Klasse nicht allein den Text mit 'En begriffen, sondern auch die zum Theil sehr schwierigen msDm vollständig erfaßt und zeigte dabei eine Gewandtheit, wie sie nur ein für seine Ausgabe begeisterter und die Materie vollständig beherrschender Lehrer za geben vermag. Alle Diejenigen, welche der Prüfung beiwohnten, gewannen die Uebcrzeugung, daß die aus Prima abgehenden Schüler nicht allein den Bildungsansprüchcn der Jetztzeit entsprechen, sondern auch soviel jüdisches Wissen erlangt haben, um sich weiter fortbildeil oder wie man zu sagen pflegr, selbstständig weiter lernen zu können. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Preßburg. In einer Zeit, in welcher mit Recht Klage darüber geführt wird, daß bei jeder sich darbietenden Gelegenheit das religiöse Element immer mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wird, in einer Zeit, in welcher das Festhalten an den kostbarsten und theuersten Satzungen unsrer heil. Religion von einer leider nicht allzugroßen Anzahl von Gemeinden befolgt und ausgeübt wird, in einer solchen Zeit muß es um so freudiger begrüßt werden, wenn Männer, welche an der Spitze größerer Gemeinden zum Heile und zum Segen des'Judenthums wirken, sich in dem edlen Vorhaben vereinigen, das kostbarste Gut des Judenthums, die nvnpn nnr, wie deren Träger und Verbreiter in einer Weise zu ehren und zu verherrlichen, wie es erhabener nicht gedacht werden kann. Der verehrten israel. Cultusgemeinde zu Erlau (einer größer» Gemeinde Ungarns) muß das sie ehrende und auszeichnende Verdienst zuerkannt werden, bei der Ausübung eines der schönsten Rechte einer Gemeinde, bei der Erwählung eines Rabbiners nämlich, durch die Berufung des Herrn Rabbiners Simon Schreiber (eines Bruders unsres allverehrten hies. Oberrabbiners) in Bezug auf diese Würdenstelle eine Wahl getroffen zu haben, wie sie besser und entsprechender wohl nicht getroffen werden konnte. Der israel. orthod. Cultusgemeinde von Erlau ist zu der so gelungenen und glücklichen Acquisition vom Grunde des Herzens bestens zu gratuliren und wird dieselbe gewiß Jeden, der noch Herz, Sinn und Gefühl für .-n,n und nx-v in seinem Innern empfindet, mit freudiger Genugthuung erfüllen, zumal Herr Rabbiner Simon Schreiber nebst einem ausgebreiteten, gründlichen, talmudischenFachwissen, auch noch unter den unzähligen seltenen Eigenschaften und Tugenden die nicht jedem Rabbiner zu eigene Fähigkeit besitzt, mit besonderem Eifer und Hingebung für die uns von den Vätern tradirten Wahrheiten, für die n-nn nvnpn mit seinem Wesen und Sein einzustehen; die Begriffe über so viele Wahrheiten in einer wahrhaft meisterhaften Weise zu klären und in die Herzen der Glaubensgenossen einzuprägen und zu festigen. Wahrlich, fast noch nie hat wahreres Verdienst sich um das Haupt verdienstvoller Männer in würdigerer Weise geschlungen, als dies bei dem nunmehrigen Erlaner Oberrabbiner der Fall ist. Genügte doch die bloße Namhaftmachung seines anerkannt streng religiösen und ehrenhaften Rufes, reichte doch sein sympathisches, bescheidenes, strenggläubiges Wesen allein schon hin, ihm ohne jeglichen vorher abgehaltenen Probevortrag*) dieses Würdeamt, die Ehrenstelle eines Oberrabbiners, zu übertragen! Die Art und Weise jedoch, wie die Erlauer israel. orthod. Cultusgemeinde bei diesem Anlasse einen n-rm -naa zur Ausführung brachte, verdient besonders hervorgehoben zu werden, indem dieselbe ihren hochangesehenen Gemeindevorftand hierher nach Preßbnrg entsandte, um Herrn Simon Schreiber in der ehrenvollsten Weise das Mandat der Gemeinde zur Uebernahme der Erlauer Rabbinatsstelle zu überbringen. Diese Woche begab sich nun Herr Rabbiner S. Schreiber nach Erlau, um die ihm übertragene Ehrenstelle anzutreten. Den rav vor seiner Abreise vpov ntcns verabschiedete sich jedoch derselbe von seiner ihm so lieben und theuren Vaterstadt, von der hies. orthod. israel. Cultusgemeinde, wie von uvw nonn, der er einstens als Schüler angehörte. *) Bei dieser Gelegenheit wollen wir zugleich bemerken, daß in der netttlf von dem berühmten nsiD Cjnn sich auch die Verfügung vorfindet., welche allen seinen Familiengliedern bei even'ueller Berufung an eine Rabbinatsstelle einen Probevortrag abzuhalten verbietet. (Anm d. Lerf.)

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