Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1881)
- Date
- 1881-04-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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403 ausgestatteten Buches beginnen mit Albanien, erstrecken sich hierauf über Griechenland, dessen urelassische Landschaften sowohl durch die Schatten der Vorzeit, wie durch die lebensvollen Gestalten der Gegenwart staffagirt erscheinen; sie nehmen ihren weiteren Verlaus über Macedonien und schließen mit dem Capitel Stambul das europäische Gebiet des „Orient" ab. Auf dem Boden Asiens werden das ruinenreiche Anatolien, das bergdüsterc Armenien bis Zur Scheitelhöhe des Ararat durchwandert, dann Kurdistan und Mesopotamien längs der großen Zwiilingsströme Euphrat und Tigris, ferner die Arabische Halbinsel, Palästina und zuletzt Syrien... Von der Felshohe des Sinai blicken die Leser nach dem dritten Erdtheil des Wandergebietes — nach Afrika — aus, um längs des Nil bis zu den Alpenlandschastcn des alten Äelhiopien (heute Abessynien) einerseits, und längs der Mittelmeer-Küste bis zu der tunesischen Gartenlandschast el Mersa, der Stätte von Karthago vorzudringen, überall Vergangenheit und Gegenwart, großartige Ereignisse und Epochen und die naturgetreue Wirklichkeit in ein Totalbild zusaiumenfassend. Eine besondere Zierde des Werkes werden die demselben beigegebenen 50 prachtvollen landschaftlichen Vollbilder, die berühmtesten Lokalitäten des elastischen Orients darstellend, sein, daun historisch treue geschichtliche Scenenbilder, charakteristische Architekturen, Waffen und Geräthe ans der heutigen Epoche, Bilder ans dein Leben aller Völker des Orients, Porträts und Typen, landschaftliche Charakterbilder, Marinen u. s. w. u. s. w. Wir wünschen dem Werke, das zur allgemeineren Kenntniß der Culturgeschichte jedenfalls viel beitragen wird, größtmögliche Verbreitung. O. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, im März Die von Salomon C o h n, Oberkantor der Gemeinde dop m: (Scholom), eomponirte Hymne zur 84. Geburtstagsfeier des deutschen Kaisers ist in der obengenannten Synagoge am 22. März vom Eomponiften vorgetragen und mit großem Beifall ausgenommen worden. Die Eomposition wurde von Herrn Cohn an den Kaiser gesandt und mit großem Wohlwollen ausgenommen. Vom Hofmarschall-Amt sowie vom Ministerium gingen dem Eomponiften Anerkennungs - und Dankschreiben zu. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Neutra (Ungarn). Seit Jahren besteht hier eine Talmud - Thora - Schule. Dieselbe ist ns sw: in des Wortes wahrster Bedeutung. ->ayn *? nrwa ymn 's wurde mit den Kindern dieser Anstalt die halbjährige Prüfung vorgenommen, der ich, um mich von den Fortschritten der Schüler zu überzeugen, beiwohnte. Wi<erftaunte ich über die Fertigkeit der Kinder, welche kaum das 12. Lebensj. hinter sich haben,und schon! D'jnn» und D’:wso mit ’W und ]wso pns ptr: dsdd j D"-ino , swfwu%n , #om , '"ren j |'n N'aten u. f. w. fest tune haben. Jede | an sie gestellte 'wp wurde auf's Trefflichste j beantwortet. Es war ein echt jüdisches Vergnügen, : welches man empfand, Kinder von solchem zarten j Alter so eingedrungen n:rn bw ’pcy:] zu sehen. Da : der Kreis der Leser Ihres verbreiteten und geschätzten | Blattes meistens ans wahren o»p\v so’ und ’urn« | mmrs besteht, glaubte ich mich verpflichtet, diese : Thatsache zur allgemeinen Kenntniß zu bringen, damit es Nachahmung finde in Israel nn-imi min ^n:r6 | nnw. B. Binkwald. Afrika.! Alexandrien. Am 20. und 26. März hatten ■: Wir hier eine Judenverfolgung in großem Maßstabe.; Eine griechische und eine jüdische Familie wohnten l lange Zeit in einem Hause. Die Eltern sowohl als ■ die Kinder verkehrten miteinander auf's Freundschaftlichste. Später zog die griechische Familie in eine : andere Gaffe. Die aneinander gewöhnten Kinder : kamen auch dann noch oft zusammen, um miteinander : zn spielen. Am 23. kam ein Knabe dieser Griechen; wieder auf Besuch zur jüdischen Familie. Als es; Nacht wurde, begleitete auf Befehl des Vaters der älteste Sohn den griechischen Knaben eine Strecke! weit. Tags darauf wurde die Nachricht verbreitet,! daß, weil der Knabe nicht zn Hause angelangt ist, i die Juden ihn abgeschlachtet hätten. Die griechische : Bevölkerung griff sogleich zu Waffen, Stöcken und Heugabeln und zog d^rch die Straßen mit dem Rufe: „Nieder mit den Inden! Sie haben das griechische Kind getödtet, um dessen Blut für das herannahende Osterfest zu gebrauchen!" Der griechische Consul versuchte vergebens die aufgeregte Menge zu beschwichtigen. Wo sich ein Jude zeigte, wurde er beschimpft und niedergeschlagen. Man telegraphirte nach allen Hafenplätzen nach dem Kinde, doch ohne Erfolg. Endlich fand man baffelbe ertrunken in einem Meerbusen. Die Aerzte untersuchten das todte Kind und erklärten, daß es ertrunken und daß am ganzen Körper auch nicht das geringste Zeichen einer gewaltsamen Tödtung sich vorfinde. Ihre Erklärung machte jedoch auf die aufgeregte griechische Bevölkerung keinen Eindruck. Der Aufstand nahm stündlich einen gefährlicheren Charakter an. Zwei Juden wurden schwer verwundet. Die Behörden, von sämmtlichen