Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1881)
- Date
- 1881-03-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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257 Werken religiösen Inhalts zur Selbftbelehrung und Unterhaltung. Hier ist also für Jedermann Gelegenheit geboten, n-vrvj o'r.j; yi'p zu sein und die Förderung und Unterstützung eines solchen Vereins, materiell oder intellectuell, wird gewiß von jedem aufrichtigen 'io» als verdienstvoll anerkannt werden. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß die Betheiligung eine größere und das Interesse daran ein allgemeineres, lebhafteres wäre. Möge daher Jeder, dem es ernst um Erhaltung und Verbreitung unsrer mm ist, solche Vereine, soviel in seiner Kraft, stützen und heben und ihnen möglöchst viel active Mitglieder zuführen, Jeder in seinem Kreise dahin wirken, daß recht viele solcher Pflanzstätten entstehen min Mühlhausen im Elsaß. Durch eine Annonce der Verwaltung palästinensischer Angelegenheit zu ^'Amsterdam haben die zahlreichen Verehrer des sel. R. Baruch Wahl von hier dessen Hinscheiden erfahren. Wer mit diesem ausgezeichneten Jehudi und großen Menschenfreund auch nur einigermaßen in Berührung stand, wird es begreiflich finden, weßhalb alle Bewegungen zur Bessergestaltung unsrer hl. r.j^x im Elsaß stets und immer mit N- B. W. in engster Verbindung standen. Schon vor 40 Jahren ward der dlanic R B. W. da mitgenannt, wo cs galt, einen Aufruf zur Verbreitung des Thorastudiums ergehen zu lassen oder einen Protest zu erheben gehen angestrebte Neuerung. Namentlich stand in freundschaftlichster Beziehung der sel. grand-rabbin Klein mit dem nunmehr mit ihm vereinten N. B. W., und soll die Ernennung des graud - rabbin Klein s. Z. als das Werk R. B. W.'s bezeichnet worden sein. Der Edle, der trotz seiner bedeutenden Geschäftsthätigkeit, doch immer noch Zeit fand, zum Heil und zum Besten feiner Glaubensgenossen zu wirken — er verwaltete die Sammlungen für unsere darbenden Brüder im hl. Lande länger als 40 Jahre — dieser Edle fand auch allgemeine Hochachtung und Verehrung. An seinem Leichenbegängnisse — am 20. Februar — sprachen viele Nabbinen des Elsaß, welchen Reden die zahlreich versammelte Menge mit größter Aufmerksamkeit folgte. So möge denn das Andenken des R. B. W. zum Segen sein. iy'zi'W'.-V'i Amen. Frankreich. Paris. (Monatsbericht (Februar) der „All. Jsr. Univ.) (Die Israeliten von Bulgarien). Ter städtische Magistrat von Sofia hat 500 Oka Kohlen an die dortigen israelitischen Armen geschickt; das LocalcomitH der Alliance hat hierfür gedankt, wie dies es auch für die im letzten Jahre ihm zu Gunsten der Schule bewilligte Subvention von 1000 Fr. gethan hat. — In Angelegenheit des auf den Samstag verlegten Wochenmarktes, dessen Rückverlegung auf Dienstag oder einen andern Tag die Israeliten beantragten, ist noch keine Entscheidung erfolgt. Uebrigenö erscheint die genannte Maßregel ihnen jetzt weniger mißlich, als sie anfänglich gefürchtet hatten; die Landlcute, die zuerst ihre Produkte Freitag Abend einbrachten, dann Freitag Morgen, später Donnerstag, kommen jetzt alle Tage, und die Negierung hindert dies nicht; wahrscheinlich wird eS hiermit ebenso im übrigen Bulgarien gehalten. (Tie HungerSnoth in der asiatischen Türkei.) Das E.-Comittz hat die^ Rechnungen über die Verwendung der von ihm im Nov. und Dez. pr. an den französischen Eonsul zu Bagdad, H. Pereti6, für die dortigen Nothleidenden gesandten Summen von 1000 und 2000 Fr. erhalten; dieselben sind von dem Großrabbiner von Bagdad, H. Sasson Levy, und dem Telegirten der israelitischen Gemeinden von Persien und Kurdistan, H. Sal. Huzin, unterschrieben. Navauduz bat nur von der Hungersnoth gelitten; es ist noch eine der Städte, welche die Kurden lHamavanden) vor einiger Zeit zerstört und ausgcplündert haben, und die Israeliten, nmnersich am schwächsten (ca. 30 Familien), wurden am meisten in derselben mißhandelt; ihre Synagogen sind ein Raub der Flammen geworden. — In Kerkuk scheint die Lage besser zu sein; mehrere Kranke haben in Folge der erhaltenen Unterstüzungen ihre Gesundheit wieder Herstellen können. — In Bagdad selbst haben Hunger und Klagen aufgehört: es gab ziemlich viel Regen und das schöne Wetter, das darauf folgte, gibt die besten Hoffnungen für die nächste Ernte. Ter französische Vieeconsul zu Mossul, H. Sioufsi, dessen interessante Mittheilungen über das von ihm so würdig vollbrachte UuterstützungSwerk man im letzten Monatsbericht gelesen hat, zeigt an, daß cs ihm schon am 15. Dezember gelungen ist, eines jener Kinder, welche von ihren Eltern in der schrecklichsten Noch verkauft worden sind, um sie nicht Hungers sterben zu sehen, zurückzuschafsen; es ist ein kleines Mädchen von 7 Jahren, Nahel, welches von seiner Mutter, einer Wittwe, an einen gewissen Schmi Efsendi, Gcrichtsschreiber, überlassen worden war; es wurde sofort seiner Mutter, deren einziges Kind es ist, zurückgegeben; die Loskaufssumme wurde aus der Gemeindekasse gezahlt.