Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1881)
- Date
- 1881-03-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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237 sonstige Erörterungen des Herrn Vorredners einzulassen. Es handelt sich hier lediglich um die Frage, ob das Vorgehen der Regierung den Gesetzen, der bestehenden Praxis und jenen Verpflichtungen entsprochen habe, welche die Regierung für die Eintracht der im Lande existirenden Nationalitäten, Racen und Confessionen zu erfüllen hat. Im September des vorigen Jahres schon habe ich anläßlich der Interpellation des Abg. Stephan Miklos meine diesbezüglichen Ansichten geäußert. Ich sagte damals, daß die Regierung mit den im Wege der Presse erörterten Ideen nichts zu schaffen habe und daß diese Erörterung so lange frei bleibe, als sie mit dem Preßgesetze nicht eollidirt. Sobald Letzteres geschehe, trete das Gesetz in Wirksamkeit. Aber schon damals fügte ich hinzu, daß die Regierung ihre Pflicht kennen werde angesichts jeder Agitation, welche eine Eollision hervorruft zwischen den verschiedenen Elassen, Confessionen und Racen. Das sagte ich damals und fand dafür die Zustimmung des geehrten Hauses. Dasselbe glaube ich jetzt gethan zu haben. ~ Wenn eine Versammlung abgehalten werden soll, wohin Jedermann gehen kann, von der aber eine ganze Confession als solche ausgeschlossen, als deren Ziel direct bezeichnet ist, den bisher nur aus dem Gebiete der Presse wahrnehmbaren Krieg gegen eine Confession ans die Straße zn verpflanzen; wenn eine Versammlung geplant wird, die ein Executiv-Comiti; zur Organisation dieses Krieges wählen soll, dann wird, wie ich glaube, Niemand leugnen können, daß mail einer Versammlung gegenübersteht, deren einziger Zweck es ist, die Aufhetzung zwischen Nationalitäten und Confessionen zu verbreiten, sei es nun, daß man die Israeliten als Nationalität, oder als Confession, oder als ^beides zusammen nimmt. Ich glaube also, daß der ^kadthauptmann vonPefth nichts als seine Schuldigkeit gethan hat, als er diesen ersten Beweis einer solchen Bewegung nicht gestattete. (Lebhafte Zustimmung.) In demselben Augenblicke, in welchem eine Versammlung abgehalten werden sollte, in der die Israeliten den Krieg gegen die Christen predigen wollten — nur werden die Juden das nicht thun (Heiterkeit) — dann werde ich auch die Versammlung verbieten. Ich bitte, die Antwort zur Kenntnis; zu nehmen. (Lebhafte Zustimmung.) Die Antwort wird zur Kenntnis; genommen. Preßbrrrg, tut Ador. Wenn cs vor Kurzen! das Ableben eines großen Mannes gewesen, bas allgemein beklagt und betrauert wurde, so ist es heute das Hinschcidcu einer großen Frau, welches allgemein beweint und betrauert wird. Nicht nur ans den Wohnungen der Wittwen und Waisen tönt ob dieses schmerzlichen Verlustes heute die Wehklage auch aus den mirn mn und n^n rc | werden seit gestern Trauer- und Klagelaute vernehm-! bar, denn eine im wahrsten Sinne des : Wortes *025 mo nyusn mupm n^sn n"y -ftysjjHjKt hat ihre Augen für immer geschlossen. Wollten wir die edle und segensreiche Wirksamkeit dieser edlen Frauenseele auch nur annähernd schildern, wahrlich wir müßten vorerst mit der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte sämmtlicher, hiesiger Wohlthätigkeits-Jnftitute beginnen, zumal diese biedere Frau bei all diesen Humanitären Vereinen zur Erhaltung und Bekräftigung derselben in ausgiebiger Weise mitwirkte. Nicht nur der Umstand, daß dort, wo cs sich darum handelte, fremdes Elend, verborgenes Leid, die Noth bedrängter Wittwen und Waisen zu lindern, diese vermögende Frau sich nicht um die Höhe der Spende kümmerte, wenn nur der eigentliche Zweck des Spendens, die Erleichterung der traurigen Lage der Bedürftigen damit erreicht war, sondern die Art und Weise, wie diese edelmüthige Frau im Stillen wirkte, mußte die Bewunderung von Jedermann erregen. Hatte sie doch ihre besondere Frauen, welche in ihren! Aufträge, verschämtcu Armen milde Gaben in deren Häuser Zutrauen. Der bedrängten Lage hiesiger mtnn nso ihre besondere Aufmerksamkeit zuwendend, fand sich die edle Frau vor mehreren Jahren veranlaßt, btemiin ,,“iDn nun" ein Verein, der zur Unterstützung mittelloser minn nao ins Leben gerufen worden, — besonders nachdrücklichst zu unterstützen und spendete daher selbe u. % auch ein größeres Loos, welches einige Zeit darauf mit dem Hanptreffer von über 40,000 fl. gezogen wurde, welches Capital sodann als Vereinsfond fruetisieirend zu dem oberwähnten Zwecke angelegt wurde. Hier zeigte sich in sprechendster Weise daß: 'xw 't not — lieber* dies hatte diese Wohlthäterin im Vereine mit ihrem allseits geachteten und allverehrtcn Gatten dem Herrn Sigmund Sonnenfeld, Vorsteher und ri":n mann np natpn wzu der hi es. isr. Cultusgemeinde in ihrer Wohnung stets ein mir allem Comfort eingerichtetes Zimmer für o^in: nann uvobt’d zur Verfügung gestellt, worin die größten Capacitäten der in Ungarn und auch auswärts wirkenden Rabbinen, sorgenlos ihrem heil. Berufe oblagen. Auch jetzt befinde: sich in diesem Hause ein solcher pnbio •-£- '"2 px:- u’in, der auch vor Kurzem zuin Rabbiner von Pisthüu promovirt wurde. Derselbe, Herr- Josef Ungar, dem auch vor mehreren Jahren das Glück zu Theil ward, von Sr. Majestät unserem geliebten König mit einen: Handschreiben, worin demselben der königliche Dank für die Ueberfendnng seines hcbr. Glückwunsch-Gedichtes anläßlich des 23jährigen Regierungsjnbilänrns ansgedrückt wurde, ausgezeichnet