Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1881)
- Date
- 1881-03-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447860--17318-2473335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
229 sich als -ins* Dy fühlen, in Betätigung des Glaubens des in« 'i ia iD«jtp *,01«. Noch ein anderes, das auch heutzutage von den Judenfeinden vielgebrauchte Schlagwort ist der Vorwurf des oyi oy vav nnw on’mv Die Juden, sagt man, sind durch ihre Religion verhindert, sich voll und rückhaltslos dem Staatsverbande, dem sie angehören, anzuschließen. Die Eigenartigkeit ihrer Religionsbestimmungen soll sie verhindern, gute und aufrichtige Staatsbürger zu sein. „Was in der Welt hat die treue Ausübung der Religionssatzungen mit dem aufrichtigen Staatsbürgerthum zu thun?" Läßt schon in Bezug auf diesen unsinnigen Vorwurf der Midrasch den König Ahasweros fragen: dotih i^'-> i'vi' popp -in , «naK* o»o» nyasp «in : nun? «nw »n 'il>703 , «oirry p'oa ,«no'v;v'J3 ,«ni' s'NLO D,1 "|3 mm« >"« — «03^001 JO) «31 «01M INI,03. — Ist dieser Vorwurf, den König Ahasweros damals nicht verstehen konnte, heute begreiflicher? Wir wollen einmal sehen. Die Voraussetzung der Zusammengehörigkeit zu einem Staatsverbande besteht in dem festen Zusammenstehen aller Mitglieder öesselben, zu einem organischen Ganzen, in dem zielbewußten Zusammenwirken in allen Angelegenheiten, die die nationale Existenz dieses Staates bedingen. Nun, treffen diese Grundbedingungen im Großen und Ganzen, in Bezug auf das Verhalten der Juden ihrem Staatsverbande gegenüber nicht zu? Nehmen sie nicht Theil an allen inneren und äußern Angelegenheiten, die das Staatsleben, unter dessen Schutze sie stehen, freundlich oder feindlich bewahren? Tragen sie nicht die gleichen Lasten treu und opferbereit wie die Christen, und sind sie etwa weniger als diese bemüht, die Bildung und die Gesittung desjenigen Landes sich anzueignen, dein sie mit Leib und Seele angehören? Human mußte zu der niedrigsten Verleumdung greifen, um diesen-Vorwurf dem Könige plausibel zu machen, indem er antwortete: ns* onnyo inopo v.i ib« TiyiD n« was» «i« o'any dd; es geht auch heute ihm ein solcher nicht ab. vnoib nur djp« ibllb, war der letzte Faden im Lügengewebe Hamans; wir hören diesen Vorwurf auch heute in den verschiedenen Variationen wieder. „Was hat Israel noch für Nutzen dem Staate gebracht; womit hat es sich die Rechte die ihm geschenkt wurden, verdient?" Der Vorwurf ist so schwach, so grund- und haltlos, daß eine Widerlegung desselben sehr leicht ist. Wir antworten darauf mit den Worten jener denkwürdigen Erklärung christlicher Notabeln (12. November v. I): „Vergessen wird, wie viele derselben (der jüdischen Mitbürger) durch Fleiß und Begabung, im Gewerbe und Handel, in Kunst und Wissenschaften, dem Vaterlande Nutzen und Ehre gebracht haben." Und so mögen wir in dem erhebenden Bewußtr sein unseres Rechtes, Muth und Hoffnung aus dee Geschichte dieses Festes schöpfen; möge der mächtig. Hall der Vergangenheit, den es in uns weckt, uns in dem altbewährten Glauben stärken und festigen, damit in Erfüllung _ gehe jene trostreiche Verheißung des Propheten (Jesaia 54, 17): «> *py ism Ha 33 'iay nanJ n«i ,'yno roami, n-pn ptp $01 ,r6sn 'l Dl« '0«, DDplil 'i* Zeitungsnachrichten und Correspondenzen- Deutschland. Aus Süddentschland. Auf einer Tour in der Umgegend von Würzburg begriffen, ging ich in dem kleinen Dorfe Höchberg nasa nn:o yasnna in das dortige «cmon n»a, der dortigen Lehrer - Vorbereitungsschule; nachdem die 38 Schüler i'"m mit ihren Herren Lehrern ir"'j nms na»so beendet hatten, wurden die o,ioj aufgeschlageu - und welch' herrliches Bild öffnete sich da meinen erstaunten Blicken! Welch' reiches, edles Arbeitsfeld, welch' ein blühender Weinberg des Herrn 01 «as 'i d-o stellte sich mir dar! Die freundlichen Herren Lehrer gestatteten mir, Fragen über die in diesem Wintersemester erlernten Piecen an die Zöglinge zn stellen; wie mußte ich staunen über die klaren und präcifen Antworten, die sofort nach jeglicher Anfrage gegeben wurden! Jünglinge der Mittelklasse, die vor 1-2 Jahren keinen P'dd aus der nun richtig zn übersetzen verstanden, wußten ganz genau die schwierigsten Stellen von ns»'3 naoo fast auswendig herzusagen und mit großem Verständnisse genau zu erläutern, so z B. die ersten rv.’j’.D von rv.ysp «non «jo, pjoar 031, omnzr ]Di, \n?ur .iL'3. die pio pdd, naa bsjr 10a, nra-D;H'l730 'anyi, nPa oi'av u. s. w. Wer die Schwierigkeit kennt, solchen Zöglingen die geistige Welt von moji uro aufznschließen, sie in das feinste, geistreichste Denken und Forschen, in das scharfsinnigste Getriebe des ihnen bisher gänzlich unbekannten Organismus eines «'iDi «ipr von a-pDia' dtibd 'D"r einzuführen und einzuweihen, der kann nicht umhin, solchen gewissenhaften, hingebungsvollen und tüchtigen Leitern und Lehrern die höchste Anerkennung zu zollen. Eben so gewissenhaft und gründlich aber wurden auch die dem Lehrerberufe nöthigcn profanen Wissenschaften in allen Fächern gelehrt und studirt und steht ja diese Anstalt hinsichtlich der seitens der kgl. Regierung an sie gestellten Anforderungen sowohl, als auch in Bezug der ihren Zöglingen eingeräumten Berechtigung mit allen anderen nichtjüdischen Präparanden-Schulen auf gleicher Stufe; der Unterricht in