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Der Israelit · 1881-03-02 · Heft 9 (2.3.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 9 (2.3.1881)
Date
1881-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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211 Zinsfuß von 57* auf 6 Procent erhöht wurde, mit jährlichen Abstattungen von je fl. 500 zufrieden stellte. Der Cultusgemeinde-Vorstand hat in geneigter Würdigung der Resultate des Wirkens unseres Vereines und in geneigter Berücksichtigung der Verhältnisse desselben die bisherige Jahressubvention per fl. 1000. — für das Jahr 1880 ausnahmsweise auf fl. 1500. —, der Gemeinderath unserer Großcommune die bisherige Jahressubvention per fl. 300. — auf fl. 500. — erhöht, wofür wir den beiden genannten Körperschaften unfern wärmsten Dank aussprechen. Die Einnahmen betrugen 7358 fl., die Ausgaben 7317 fl.; der Effeetenbetrag ist 5385 fl. CZerrrowitz. Das seltene Glück der Anwesenheit des Kaisers in der Metropole des Buchenlandes hat alle Bewohner desselben in freudige Aufregung versetzt. Vereine sowie Private wetteiferten, jeder nach seiner Weise, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, das Beste dessen zu bieten, was sie ihr eigen nennen. Und wie die Mitglieder des Gemeinderathes als Repräsentanten der Stadt, die Erwählten des Landesausschusses als Vertreter des Landes, das unser geliebter Kaiser mit seinem hohen Besuche beglückte, als Männer der That wacker mitwirkten, um höchstdemselben die hier verlebten paar Tage in angenehme Erinnerung einzuprägen, wie die Sanges¬ und Schützenbrüder geübet Kehl' und Hand sür's Vaterland resp. dessen höchsten Repräsentanten, so rührten auch viele Männer der Feder ihr Werkzeug zur Begrüßung des hohen Gastes. Unter Anderm dichtete auch der k. k. Schulrath Herr Director Wolf eine lateinische Ode, welche für die des Lateinischen nicht Kundigen auch in würdiger Uebersetzung erschien. Eine bedeutende Publication, die aus dem gleichen Anlasse das Licht der Oeffentlichkeit erblickte, „der konstitutionelle Monarch," dramatisches Gedicht in hebräischer Sprache von Rabbiner Benjamin Weiß in Czernowitz, fand jedoch bis zur Stunde wegen des alterthümlichen, leider nur von sehr Wenigen verstandenen Idioms noch gar keine Würdigung. Es ist hier von einem philosophischen Drama die Rede, das in classtsch-hebräischen Jamben eine Apologie des Constitutionalismus zum Ziele hat, und zu Ehren der allerhöchsten Anwesenheit Sr. Majestät nicht nur veröffentlicht, sondern eigens verfaßt worden zu sein scheint, trotzdem dasselbe eine Frucht langjähriger, gründlicher Studien sein muß, und bekundet schon die Wahl der Personen, mehr noch aber die consequente, systematische Durchführung der Bearbeitung der selbstgeschaffenen Charaktere, im Ganzen, wie in den einzelnen, auch den kleinsten Details ein ungewöhnliches Talent. (Oesterr. Grenzbote.) Boskowitz (Mähren). Die hiesige Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen Y-nno tyjxs ist in der Woche «pn 'D hd? in einem Alter von 78 Jahren gestorben. Kann man auch von dem Verstorbenen sagen: vni r6y:j 13p ’py nP33 ■pya. „Er kommt grau in das Grab, wie eine reife Garbe zur Erntezeit gefüllt," so ist die dadurch in der Gemeinde entstandene Lücke, doch eine recht fühlbare. Herr Vogel war ein Schüler des weltberühmten -is'.q n-tfo n"o und erregte schon in seinem Jünglingsalter durch sein großes talmudisches Wissen die Bewunderung seiner Lehrer, sowie aller Derer, welche Gelegenheit hatten, ihn näher kennen zu lernen. Er erkannte seine Lebensaufgabe nurr rr^i rs-rnn und dieses ward ihm dadurch möglich, daß er eine Frau gefunden, die durch Führung eines Waarengeschüftes für die Bedürfnisse des Hauses Sorge trug. Durch seinen immensen Fleiß brachte er es dahin, daß er ms m-nn pd auswendig wußte. Obwohl von schwächlicher Constitution fastete er dennoch viele freiwillige ci’njj/n. So wirkte er in der Gemeinde als leuchtendes Vorbild, und wenn er auch keine Kinder hinterläßt, so kann man von ihm sagen: D’pns Po D\T.T“p'n -vpy D’irtt D’jryc n"a"3"j"n M. St. P a l ä ft i n a. Jerusalem, 24. Januar. Heute sind die ersten brieflichen Nachrichten über die Vorbereitungen, die in Jerusalem zum Empfange des Kronprinzen Rudolph getroffen werden, hier eingelangt. Die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft des Kronprinzen in Jerusalem war daselbst am 19. Jan. schon allgemein bekannt. Der lateinische, armenische und griechische Patriarch, dann der Chacham-Baschi (Groß- Rabbiner) und der Rabbiner der mährisch-ungarischen Colonie beriefen sogleich die Vorsteher ihrer betreffenden Gemeinden, um das Nöthige bezüglich des Empfanges des Kronprinzen zu vereinbaren. Da in Folge der religiösen Streitigkeiten, die in Jerusalem stets herrschen, an ein gemeinsames Vorgehen der einzelnen confessionellen 'Gemeinden gar nicht zu denken war, so beschloß eine jede derselben, dein Kronprinzen einen separaten Empfang zu bereiten. Die Katholiken und die Juden werden nun, wie verlautet, dem Kronprinzen auf der Jaffa-Straße entgegeuziehen; jede dieser confessionellen Genossenschaften wird dabei jedoch einen ganz andern Weg einschlagen. Die Katholiken werden dabei ihre Kirchenfahnen und die Juden eine zu diesem Zwecke neu anzuschaffende

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